X-BIONIC Experience Days 2013

Der Name „X-BIONIC“ sagte mir nichts, als sich die Marketingabteilung der X-Technology Swiss research & development AG bei mir wegen eines Produkttests meldete. Ich war überrascht, dass sogar jemand bei uns vorbei kommen wollte, um uns die Firma hinter den Produkten und die Produkte selber zu erklären. Und so gingen einige Mails hin und her, bis Jörg und ich uns Anfang September mit Hannes Asam von X-BIONIC in Aachen trafen.

Nach zwei gemütlichen und informativen Stunden auf Jörgs Balkon hatte ich zwei neue Dinge gelernt: Das Wort „Rundstrick“ und den Satz „Turn sweat into energy“. Allerdings blieben zumindest bei mir viele Fragen offen: Was versteht genau unter „Rundstrick“? Wieso sagen alle anderen Hersteller, dass Schweiß weg muss vom Körper – und X-BIONIC arbeitet in eine andere Richtung? Und warum hatte ich von X-BIONIC bisher noch nichts gehört?

Es dauerte nicht lange, bis X-BIONIC sich bei uns meldete. Ich telefonierte mit Marylène Bühler aus der Marketingabteilung, die bei uns von diversen Blogger Events – unter anderem dem GORE-TEX® Blogger Summit zur Pro Shell und zur Active Shell – gelesen hatte. X-BIONIC wollte auch zu einem ähnlichen Event einladen und Marylène hatte noch ein paar Fragen. Keine zwei Wochen später flatterte eine Einladung zu den X-BIONIC Experience Days in den Posteingang. Vom 25. bis 27. Oktober 2013 sollte es nach Italien gehen. Und so buchten Jörg und ich kurzerhand unsere Flüge nach Bergamo.

Die Anreise zu X-BIONIC

Mit Jörg ging es also am Freitag Abend per Auto nach Düsseldorf-Weeze, wo die Fluggesellschaft Ryanair einen alten Militärflughafen für ihre Nutzen umgebaut hat. Schon beim Hereinfahren dachte ich „Mein Gott, wo bin ich denn hier gelandet?“. Jörg hatte die Buchung der Flüge übernommen und seinen Erzählungen nach war das nicht ganz so einfach. Beinahe hätte er ein Kofferset gekauft, weil die Buchung sich als unübersichtlich und tricky gestaltete. Ich war also auf das Schlimmste vorbereitet.

Am Flughafen angekommen, mussten wir uns ein wenig beeilen, da wir auf der Autobahn von Staus nicht verschont blieben. Also nichts wie rein und ab durch den Security Check, denn auf der „sicheren Seite“ wartete René von outdoor-spirit.de bereits auf uns, den ich schon von unserer Bloggerwanderung durch das Hohe Venn kannte. Zügig ging es in den Wartebereich und schon 30 Minuten später saßen wir im Kaffeefahrtenbomber von Ryanair. Ja, ihr lest richtig: Kaffeefahrtenbomber! Der Flieger der Kategorie „Absolute Holzklasse“ hatte nichts, aber auch wirklich nichts zu bieten. Keine Halterung für ein Getränk, keine Zeitung und sogar das Gepäck musste teilweise unter den Sitzen verstaut werden. Durch das Fenster des Fliegers sah ich eine DHL-Maschine auf dem Rollfeld stehen und wünschte mich schon dort hinein. „Ist bestimmt luxuriöser als Ryanair“, dachte ich mir. Aber gut, für einen 90-Minuten-Flug und zu dem Preis konnte ich mich mit dem Billigflieger arrangieren. Dass bei den günstigen Preisen Getränke und Snacks während des Flugs verkauft anstatt gratis angeboten werden, fand ich auch noch irgendwie nachvollziehbar. Als ich mich dann aber dazu entschied, ein wenig zu schlafen, kam DER (!) Hammer der Anreise: Eine Fernsehwerbungstimme bot lautstark über die Lautsprecheranlage an, dass man doch Millionär mit Ryanair werden soll. Dafür müsse man nur Rubbellose beim Bordpersonal kaufen. Whaaaaaaaaat? War ich im Flieger oder auf dem Rummel? Und als die Lautsprecheranlage nach erfolgreicher Landung eine laute Fanfare posaunte, fiel ich das zweite Mal vom Glauben ab.

Nunja, genug aufgeregt. Was man Ryanair zu Gute halten muss: Unser Gepäck war noch vor uns am Gepäckband. Also schnell Koffer und Taschen packen und nichts wie raus, denn vor der Tür warteten schon Raphaela von rund-ums-rad.info, Markus von 54elf.de und Hannes von X-BIONIC auf uns. Mit dem X-BIONIC Van ging es im Nebel in Richtung Asola, wo sich die Produktion von X-BIONIC und Trerè Innovation befindet. Wir stoppten bereits einen Ort vorher in Casalmoro, wo sich das Park Hotel, unsere Unterkunft für die Nacht, befand. Wir checkten schnell ein und brachten unsere Taschen auf’s Zimmer, bevor es noch einmal kurz ins Restaurant ging. Dort trafen wir Nadin von eiswuerfelimschuh.de, Sebastian von bbbaschtl.wordpress.com, Thomas von läufer-blog.de, Ralph samt Freundin von racing-ralph.com und Stefan von bike-stefan.de, allesamt neben Raphaela, René, Markus, Jörg und ich ebenfalls Teilnehmer der X-BIONIC Experience Days.

Besichtigung der X-BIONIC Produktion in Asola

Nachdem sich die Anreise als wahrlich amüsant, wenngleich auch abenteuerlich gestaltet hat, geht es am nächsten Morgen nach einem übersichtlichen Frühstück mit den Autos in den Nachbarort Asola. Am Werk von X-BIONIC und Trerè erwartete uns bereits Giuseppe, der Vertriebsleiter von X-BIONIC für Italien. Hier, wo früher nur eine kleine italienische Sockenstrickerei stand, erschuf X-BIONIC CEO und Chefentwickler Prof. Bodo W. Lambertz im Jahr 2000 ein über 100.000 qm großes Gelände mit Produktions- und Lagerhallen sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Gestartet war Lambertz damals mit X-SOCKS und konzentrierte sich vorerst auf die Produktion von Strümpfen. Später kam X-BIONIC dann hinzu.

Im Vorraum der Produktion von X-BIONICNachdem Hannes uns im Eingangsbereich des Repräsentationsgebäudes einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte von X-SOCKS und X-BIONIC und die Idee von Prof. Bodo W. Lambertz gegeben hatte, ging es mit Giuseppe in die Produktionshallen der Firma. In einem Vorraum der Halle erzählte Giuseppe uns dann detaillierter etwas über die Produktionsabläufe der rundgestrickten Bekleidung von X-BIONIC. Auf einem Tisch lagen Modelle und fertige Bekleidungsstücke aus, so dass wir einen ersten Eindruck über die Vielfalt des Sortiments bekamen. Ein innovativer Handschuh zog das gesamte Interesse auf sich, da er aus einem Guss, also nahtlos gestrickt wurde. Wie das funktioniert, sollten wir später erfahren.

Wir betraten die Produktionshalle, die wesentlich kleiner ausfiel, als ich mir das ausgemalt hatte. Hinter der Tür, die Vorraum und Halle trennt, liefen wir geradewegs auf eine Wand aus Garnrollen, Fäden verliefen kreuz und quer durch die Halle. Nur ein paar Meter von der Tür entfernt kam der Blogger-Tross an zwei überdimensionalen Druckern zum Stehen. Ein Karton auf dem Boden verriet uns: Hier müssen die innovativen Handschuhe hergestellt werden. Und tatsächlich: Giuseppe erzählte uns, dass die beiden Drucker die Handschuhe vollautomatisch produzieren.

X-BIONIC RundstrickverfahrenWeiter ging es zu den Strickmaschinen. Etwa 50 Stück befinden sich in der selben Halle, in der alles produziert wird, was nicht zum Bereich „Strümpfe“ gehört. Ein Mitarbeiter der Produktion stellte uns eine der Maschinen so ein, dass wir in verlangsamter Form sehen konnten, wie der Strickvorgang funktioniert, denn anders als die meisten Hersteller arbeitet X-BIONIC nicht mit Lycra, sondern mit dem bereits erwähnten Rundstrickverfahren. Dazu aber auch später mehr.

Das Rundstrickverfahren ist relativ aufwändig. So braucht ein Unterhemd zum Beispiel etwa 15 Minuten, bis es aus der Maschine kommt. Dabei werden 3D-Strukturen in das Produkt eingestrickt, so dass fast alles an einem Stück und „seamless“, also nahtlos gefertigt wird. Dann müssen – je nach Bekleidungsteil – ggf. noch die Ärmel angenäht oder bei Radhosen die Sitzpolster eingenäht werden.

Es ging weiter in die nächste Halle, in der ausschließlich Socken bzw. Strümpfe gefertigt werden. Hier sind die Maschinen etwas kleiner, jedoch in einer höheren Anzahl vorhanden, da für jedes Paar Socken zwei Maschinen benötigt werden. Eine Maschine strickt die linke, eine andere die rechte Socke. Weiter ging es durch eine Lagerhalle in das Testlabor, wo uns ein Angestellter die Arbeitsschritte des Testverfahrens erläuterte.

Hannes Asam erklärt die X-BIONIC ProdukteNach viel Technik, Garn und Rauschen der Abluftanlage, aber auch viel Erstaunen über die ausgetüftelten Maschinen und Produktionsvorgänge trafen wir uns im Showroom wieder. Das X-BIONIC-Team hatte einen Film vorbereitet, der verdeutlichen sollte, wo genau der Unterschied zwischen herkömmlicher Funktionsbekleidung und Bekleidung von X-BIONIC liegt. Im Anschluss daran erhielten wir unsere Testprodukte, die Hannes uns eingehender erklärte. Da Jörg und ich als Aktivität für den nächsten Tag die Klettersteig-Tour gewählt hatten, erhielten wir die Socken Trekking Silver, das Short Sleeves Shirt Trekking Summerlight, das Long Sleeves Beaver Shirt 2.1, die Trilith Pants Summer sowie die Daily Shell, die jedoch noch nicht im Verkauf ist.

Produkttests in Torbole

Essen im Surfer's Grill in TorboleNach der „Bescherung“ hieß es erst einmal „Essen fassen“ im Caffè Sport. Ausgiebig, wie es sich für italienische Verhältnisse gehört. Danach ging es noch einmal kurz zum X-BIONIC-Headquarter, um unsere Sachen einzuladen und dann nach Torbole, wo wir im Hotel Villa Stella Quartier bezogen. Zur Freude eines jeden Bloggers wurde uns sofort beim Check-In das WLAN-Passwort mitgeteilt. Netz auf dem gesamten Gelände. Geil. Ich bezog mein Zimmer und während die Biker zum Verleiher mussten, um ihre Räder für die morgige Tour einzustellen, nutzte ich die längere Pause für einen kleinen Lauf entlang des Gardasees. Da es kurz vor der Dämmerung war, traf ich nur sehr wenig Touristen und Passanten am Ufer in Richtung Riva. Nach einer flotten Dusche ging es in das Restaurant Surfer’s Grill in der Nähe des Strandes, wo wir abermals ausgiebig aßen. Danach ging es zurück ins Hotel, wo wir es uns an der Bar gemütlich machten.

Am nächsten Morgen um 9 Uhr ging es für Hannes und Marylène von X-BIONIC und Jörg und mich von der Outdoorseite zum Klettersteig unterhalb des Castel Drena. Den Klettersteig Torrente Sallagoni erreichten wir mit dem Auto in wenigen Minuten. Mit der nötigen Ausrüstung versehen, machten wir uns auf den kurzen Zuweg zum Einstieg. Unser Guide gab uns noch ein paar kurze Anweisungen und schon ging es los.

Jörg auf dem Klettersteig Rio SallagoniObwohl der Steig relativ kurz ist, begannen wir unverzüglich an zu schwitzen. Da das erste Drittel durch eine kleine Schlucht führt, wehte dort kein einziges Lüftchen und ich hatte das Gefühl, nur unter dem Helm zu schwitzen. Okay, die Daily Shell hatten wir aufgrund der hohen Temperaturen im Rucksack verstaut, nichts desto trotz taten die restlichen Testklamotten von X-BIONIC das, was sie versprachen: Sie hielten unsere Körpertemperatur konstant auf einem angenehmen Level.

Nachdem wir die letzten Meter hinauf zum Castel Drena ohne Klettersteigausrüstung zurückgelegt hatten, ging es auch unverzüglich an den Abstieg zum Auto. Wir fuhren zurück ins Hotel Villa Stella, um dort eine Dusche nehmen zu können. Frisch geduscht machte sich der gesamte Trupp dann auf zur historischen Pizzeria Villa Aranci in Riva. Bei einer leckeren italienischen Pizza ließen wir es uns noch mal gut gehen, bevor wir uns nach einem kleinen Verdauungsspaziergang voneinander verabschieden mussten.

Fazit zu den X-BIONIC Experience Days

Ich finde es immer toll, wenn Unternehmen so offen gegenüber Bloggern sind und ihnen quasi das Herzstück der Firma zeigen. bbbaschtl schreibt in seinem Blogeintrag zu den X-BIONIC Experience Days „Nichts ist ehrlicher als die eigene Erfahrung“, womit er völlig recht hat. Unternehmen können einem immer viel erzählen und verkaufen, jedoch muss man ihre Storys zwangsläufig glauben. Ein Blick hinter die Kulissen und der Test der Kleidung, wie wir dies ja hier auf der Outdoorseite auch häufiger tun, spiegelt zwar immer eine subjektive Meinung wider, allerdings hat sie einen großen Mehrwert für unsere Leser.

Ich bin sehr froh, dass Jörg und ich Teil der X-BIONIC Experience Tour sein durften und wir diese überaus genialen Klamotten testen durften. Sicher werdet ihr hier auch noch den ein oder anderen Testbericht zu Bekleidung von X-BIONIC lesen.

Außerdem bin ich extrem froh darüber, das Wochenende mit so vielen tollen und vor allem unterschiedlichen Bloggern aus der Bike-, Lauf und Outdoorszene verbracht zu haben. Das öffnet dem auf Outdoor spezialisierten Blogger manchmal doch noch ein bisschen die Augen für andere Dinge. Vielen Dank an euch alle. Es war einfach super!

Mein besonderer Dank geht natürlich an X-BIONIC, vor allem aber an Marylène, Hannes und Giuseppe, die das Wochenende organisiert und uns super betreut haben. Auch ungeplante Sightseeingfahrten waren spontan Bestandteil des Programms ;-)

Nun habe ich die ganze Zeit über X-BIONIC erzählt, aber bestimmt herrscht immer noch eine ähnliche Verwirrung bei euch wie bei mir eingangs beschrieben. Daher möchte ich jetzt noch einen kurzen Einblick in die Idee der Bekleidung geben.

Idee hinter X-BIONIC und X-SOCKS

X-BONIC legt sein Hauptaugenmerk auf den Bike-, Run-, Wintersport und Outdoorbereich, jedoch werden auch weitere Sportarten wie Motorrad, Golf etc. bedient. Allen Produkten liegt der Leitspruch „Turn sweat into energy“ zu Grunde. X-BIONIC möchte also den Schweiß nicht vom Körper weg leiten, wie fast alle Hersteller von Bekleidung dies praktizieren, sondern mit der natürlichen Schweißproduktion die Leistungsfähigkeit zu erhalten oder zu steigern und ein Auskühlen in Ruhephasen zu vermeiden.

In Kombination mit verschiedenen Kompressions-, Belüftungs- und Thermoregulierungstechnologien gelingt es X-BIONIC daher, hochfunktionelle Kleidung für Sportler und Outdoorer im bereits erwähnten Rundstrickverfahren zu produzieren. Auf der Webseite des Unternehmens gibt es einen Einblick in die verschiedenen entwickelten Technologien. Diese hier zu erwähnen, würde den Rahmen des Beitrags sprengen.

Video von den X-BIONIC Experience Days

Ich habe während unseres Aufenthalts ein paar Mitschnitte vom Produktionsprozess gemacht, damit man einen besseren Einblick in das Rundstrickverfahren bekommt. Auch ein paar Sequenzen vom Klettersteig sind mit dabei.

Weitere Links

Bilder von den X-BIONIC Experience Days

3 Kommentare

  1. Ich war ebenso begeistert und freue mich, jeden einzelnen Beitrag von euch allen zu lesen und die Videos anzuschauen. So erlebt man direkt die wirklich schöne und interessante Zeit noch einmal. Toll, dass wir eine so bunte Gruppe waren. Ich habe so sehr viel für mich mitnehmen können, was auch mal nichts mit Laufen oder Triathlon zu tun hat.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Din

    PS: euer Flugabenteuer ist ja wirklich unglaublich…

    • Jaja, so ein Flug mit Ryanair ist tatsächlich jedem zu empfehlen, der ein Abenteuer sucht. Vielleicht kann man auch Abenteuer wie Winterbiwak und Ryanairflug kombinieren – quasi für die doppelte Dosis Abenteuer ;-)

  2. Ganz toller Bericht von euch und echt schön auch euch kennen gelernt zu haben. Ich werde nun öfters mal bei euch hier rein schauen und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja auch mal wieder. :-)
    Gruß aus dem Harz.

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