Wandern mit Kindern – Worauf es ankommt

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Fast jeder erinnert sich noch an die Wanderungen mit der Familie. Am Wochenende hieß es dann: Schuhe an, Rucksack an, raus an die frische Luft! Mutti hatte ein paar Eier für unterwegs gekocht und auch das kalte Schnitzelchen oder ein paar kleine Frikadellen durften nicht fehlen.

Kinder brauchen Bewegung – und das gerne in der Natur, denn sie sind ständig auf Entdeckungsreise. „Papa, was ist das?“ – diese Frage hört man als Vater nicht nur ein Mal auf einer Wanderung durch die Wiesen und Wälder. Egal wie lang die Route ist: Kinder fragen ständig nach allem, das sie neu entdecken.

 

Routenplanung

Die Länge der Route sollte je nach Alter und körperlicher Verfassung der Kinder geplant werden. Von der Tour im einfachen, flachen Gelände bis zu anspruchsvollen Touren im voralpinen oder alpinen Bereich ist alles möglich. Es bringt jedoch nur Unmut und Ärger, wenn die Kinder den hoch gesteckten Routenzielen der Eltern folgen müssen.

Kinder muss man in der Regel nicht zum Wandern motivieren. Oft schnüren sie ihre Wanderschuhe in der Früh von selbst – und das ohne Mamas und Papas Überredungskünste. Zusätzlichen Attraktionen, Rastplätze mit Spielmöglichkeiten, eine Alm mit Kühen, Ziegen oder Katzen, eine Gruppe Murmeltiere oder ein kreisender Adler – mit ein bisschen Abwechslung wird so jeder Wanderausflug zum Vergnügen.

Wichtig ist es vor allem, für die Tour genügend Zeit einzuplanen. Oft bleiben Kinder stehen, wollen Neues entdecken, Fragen stellen, Dinge erleben und genießen. Zu lange Touren, die unter Zeitdruck beendet werden müssen, sorgen in der Regel für Ärger in der ganzen Familie.

 

Ausrüstung

Was für Mama und Papa gilt, gilt beim Thema Ausrüstung auch für Kinder: Sie ist ebenfalls entscheidend über den Spaß und den Erfolg einer Tour.

Eltern sollten in erster Linie darauf achten, dass ihre Kinder optimale Wanderschuhe wie zum Beispiel von Meindl, Lowa oder anderen namhaften Herstellern tragen. Daher sollten Wanderschuhe für Kinder am besten im Fachhandel gekauft werden. Ganz wichtig ist es dabei, dass das Kind die Schuhe anprobiert und eine Zeit lang darin im Laden läuft. Hierfür haben viele Läden mittlerweile einen Test-Parcour eingerichtet, auf denen die Kinder sich mit ihrem zukünftigen Schuh austoben können. Meistens können Kinder sehr gut selbst entscheiden, ob Schuhe bequem sind, ob sie drücken oder ob sie zu groß oder zu klein sind. Wohl niemand hat Lust auf das Quengeln der Kinder nach nur wenigen Metern auf unwegsamem Gelände.

Wanderschuhe geben einen sehr guten Halt im Gelände und schützen auch vor Nässe und Kälte. Daher sollten Kinder nie in Turnschuhen wandern. Die Schuhe müssen über ein festes, griffiges Profil verfügen und möglichst bis über den Knöchel gehen. So sind die kleinen Füße sicher vor dem Umknicken auf unebenem Untergrund geschützt.

 

Rucksack

Ein zweites wichtiges Ausrüstungsstück ist der Wanderrucksack. In ihm findet Reservekleidung und etwas zu essen für unterwegs Platz. Die meisten Kinder lieben es, selbst einen kleinen Wanderrucksack wie etwa von Deuter oder anderen Herstellern tragen zu dürfen. Hier ist die Auswahl schier unausschöpflich. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Träger gut sitzen und weich gepolstert sind.

Im Zweifelsfall sollte der Rucksack eine Nummer kleiner gewählt werden, da sein Gewicht sich auf dem schmalen Kinderrücken nach einiger Zeit doch bemerkbar macht. Außerdem haben schwere Gegenstände wie Wasser- und Getränkeflaschen nichts im Wanderrucksack des Kindes verloren. Hier sind wieder Mama und Papa gefragt, denn ein schwerer Rucksack ist nicht nur ungesund für den Rücken, sondern er demotiviert Kinder auch schnell, da sie beim Wandern lieber kleine Gegenstände, Blumen und Erinnerungsstücke sammeln, die im Rucksack verstaut werden wollen. Für diesen Fall ist eine kleine Plastiktüte im Wanderrucksack sehr praktisch.

 

Regen- und Wechselkleidung

Es ist so schnell passiert! „Mama, wir gehen kurz ein bisschen am Bach spielen!“ – und Sekundenbruchteile später steht ein völlig durchnässtes Kind vor den Eltern. Nun heißt es gerade bei niedrigeren Temperaturen: Schnell die nasse Kleidung aus, um das Kind vor dem Auskühlen zu bewahren. Wer nun Wechselkleidung dabei hat, ist auf der sicheren Seite und kann seinen Sprößling direkt wieder warm verpacken.

Beachtet man also ein paar kleine Tipps, sollte dem Wandervergnügen mit der ganzen Familie nichts mehr im Wege stehen. Aber, liebe Eltern: Bitte nehmt diese Tipps nicht als Anleitung für ein stressfreies Wandern! Ihr kennt eure Kinder am besten und könnt somit auch einschätzen, welche Touren ihnen zuzutrauen sind und welche nicht.

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