Wandern im südlimburgischen Mergelland

Direkt hinter der deutsch-niederländischen Grenze erstreckt sich im südlimburgischen Teil der Niederlande das Mergelland, auch Heuvelland oder im Englischen „Dutch Mountains“ genannt. Die hügelige Landschaftsform, sehr untypisch für die Niederlande, ist ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für die Niederländer selber, sondern auch für uns Grenzbewohner.

Blick über die Hügel

Mit den Ortschaften VaalsSimpelveldGulpen-Wittem und Valkenburg ist das Mergelland touristisch gut erschlossen. Mehrere hundert Kilometer Wander- und Radwege, darunter die im Grenzgebiet sehr beliebte Mergellandroute, ziehen sich durch die Hügellandschaft. Wir waren am vergangenen Wochenende zwischen dem Ort Schin Op Geul und Valkenburg unterwegs. Hier unser Bericht:

Wir starten im Örtchen Schin Op Geul, das als Touristenort mit vielen Pensionen und Campingplätzen bekannt ist. Hier parken wir an der Hauptstraße und gehen in Richtung der Dorfkirche, an der wir rechts abbiegen und nach wenigen Metern im Grün des Mergellandes verschwinden. Schon bald wandern wir entlang der Geul, die in Lichtenbusch bei Aachen entspringt und nördlich von Maastricht in die Maas mündet.

Bevor wir die Geul, auf deutsch auch „Göhl“ und im französischen „Gueule“ genannt, wieder verlassen, passieren wir ein kleines Stück nördlich von Kasteel Schaloen eine Gedenkstätte. Das Dreiergespann zeigt Jesus, Maria und Josef, die vom Erbauer direkt vor einem Steinbruch platziert wurden.

Ein Abstecher über eine reich verzierte Brücke führt uns vorbei an einem Tor, das vermutlich zu Kasteel Genhoes führt, und an Oud Valkenburg, bevor wir die Anlage von Kasteel Schaloen betreten.

Bridge to Kasteel Schaloen & Kasteel Genhoes, Valkenburg/NL

Brücke zwischen Gedenkstätte und Kasteel Schaloen

Gate to Kasteel Genhoes, Valkenburg/NL

Tor zu Kasteel Genhoes

Oud Valkenburg

Oud Valkenburg

Kasteel Schaloen, Valkenburg/NL

Kasteel Schaloen

Über das um das Jahr 1200 von der Familie van Hulsberg als Hochburg in Auftrag gegebene Bauwerk ist wenig bekannt. Im Jahr 1575 wurde Schaloen fast vollständig durch einen Brand zerstört. Der Wiederaufbau zum heutigen Schloss fand seinen Abschluss im Jahr 1656. Uns bleibt nicht viel Zeit zum Fotografieren, denn es regnet in Strömen. Durch die Allee wandern wir zurück über die Brücke zur Gedenkstätte, von wo aus wir einem Weg bergauf folgen. Die Geul lassen wir so zurück und queren Schienen auf einer modernen Brücke mitten im Wald.

Weiter dem ansteigenden Weg folgend trauen wir unseren Ohren kaum: Mitten aus dem Wald ertönt „O La Paloma Blanca“ – und ich werde mir wieder bewusst, dass ich in den Niederlanden bin. Um die Ecke erkennen wir, was uns minutenlang bei unserem Anstieg begleitet hat. An der Andachtskapelle „De Kluis“ (Kluis op de Schaesberg) veranstaltet ein Verein eine Sommerkirmes und der Alleinunterhalter singt gegen das Regenwetter an.

De Kluis

De Kluis

In einem unbeobachteten Moment loggen wir schnell einen Geocache und machen uns wieder auf den Weg in Richtung Valkenburg. An einem Bauernhof führt uns unser Navi geradewegs durch das Haus des Bauern und so entschließen wir uns für einen kleinen Umweg durch ein Feld. Mittlerweile hat es sich eingeregnet und dank der kniehohen Pflanzen sind wir nun auch von unten nass.

In Valkenburg angekommen erblicken wir hinter einer Bahnunterführung Kasteel Oost, 1563 erstmals urkundlich erwähnt. Leider können wir nur einen Blick in den Innenhof werfen, da Schilder uns den Zutritt verbieten.

Kasteel Oost, Valkenburg/NL

Kasteel Oost

Als Entschädigung dürfen wir aber den Schlossgarten und den dazugehörigen Tierpark auf der Rückseite des Anwesens erkunden, bevor wir die Geul erneut queren und durch den Geulpark mit seinem großen Weiher an den Ortsrand von Valkenburg wandern.

Wir biegen nach einer Weile rechts auf die Hauptstraße ab und folgen ihr ein Stück stadteinwärts, bevor wir links in eine schmale, und wenn ich „schmale“ sage, dann meine ich auch „schmale“ Gasse einbiegen.

Schmale Gasse

Schmale Gasse

So lassen wir die Häuser und Straßen hinter uns und schlängeln uns über Treppenstufen hinauf in den Biebosch. Hier passieren wir ein paar alte Stollen und Gruben, die als solche noch gut zu erkennen sind, bevor unser Weg dem Waldrand folgt und einen tollen Ausblick über Wiesen freigibt. Kurz darauf biegen wir rechts auf einen festeren Waldweg ab, der uns nach wenigen Metern auf Felder befördert.

Jetzt folgt der spaßige Teil, denn mittlerweile regnet es Bindfäden. Greta hat keine Lust mehr auf ihre Kindertrage und Wind und Regen peitschen ihr ins Gesicht. Freude kommt auf. Auf freiem Feld fühlt sich jedes schlechte Wetter noch fünf Mal schlechter an. Wir versuchen, die Situation mit Gesang zu überbrücken, ahnen jedoch nicht, dass wir das offene Feld nicht mehr verlassen werden, bis wir wieder in Schin Op Geul angekommen sind. So laufen wir noch gefühlte 4 Kilometer trällernd durch den Regen.

Fazit

Die Rundwanderung zwischen Schin Op Geul und Valkenburg ist landschaftlich sehr schön. Wir waren zwar im Regen unterwegs, aber auch bei nicht so gutem Wetter trumpft die Strecke mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten auf. Zahlreiche Burgen und Schlösser sind rund um die 15 km lange Tour zu finden, Kapellen, ein Weiher und für die Kinder ein kleiner Tierpark. Langeweile sollte so nicht aufkommen.

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