Von Ehrwald auf die Zugspitze

Die Zugspitze ist mit 2.962 Metern der höchste Berg Deutschlands und zieht Bergsportler aus der ganzen Welt in ihren Bann. Da die Grenze zwischen Deutschland und Österreich über den Gipfel verläuft, ist eine Besteigung von beiden Seiten möglich. 

Eine Möglichkeit von der österreichischen Seite hinauf auf die Zugspitze bietet sich vom Ort Ehrwald aus. Wer den sportlichen Ehrgeiz ein Wenig in den Hintergrund stellen kann, ist gut damit bedient, in Ehrwald die Almbahn zur Ehrwalder Alm zu nehmen. So können problemlos 500 Höhenmeter eingespart werden. An der Station angekommen folgt man der Beschilderung zur Hochfeldern Alm. Wer gerne abseits von Fahrwegen unterwegs ist, kann nach einigen hundert Metern dem Schild „Max-Klotz-Steig zur Hochfeldern Alm“ folgen. Der Steig schlängelt sich über eine der zahlreichen Skipisten, verschwindet hin und wieder als schmaler Pfad in Waldstücken und erreicht kurz vor der Hochfeldern Alm ein Gattern mit Drehkreuz.

Max-Klotz-Steig

Max-Klotz-Steig

Wer ohne Rast auf der Hochfeldern Alm (1.753 m) in Richtung Gipfel der Zugspitze aufbrechen möchte, biegt vor der Alm links in den schmalen Pfad ein. Ein Schild zeigt an: Bis zur Zugspitze braucht man noch 5 1/4 Stunden. Wir folgen der Beschilderung in Richtung Felderer Joch, Gatterl, Knorrhütte und Zugspitze.

Zur Zugspitze

Entlang des Pfades begleiten uns Bergkiefern und Almwiesen noch eine Weile, bis die Vegetation kurz vor dem Felderer Joch (2.045 m) kärger wird. Dort oben angelangt, sieht man aus der Ferne bereits die Felsen des Gatterls. Das Gatterl markiert die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Um nach Deutschland zu gelangen, muss ein altes Drahttor passiert werden. Zahlreiche Andachtstafeln sind rund um die symbolische Grenze zu finden.

Gatterl

Ist das Gatterl erst ein Mal passiert, muss für einige Meter geklettert werden. Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt, eine besondere Klettersteigausrüstung braucht man jedoch nicht. Dafür wird man nach den Kletterpassagen mit kleinen Abstiegen bzw. einem fast eben verlaufenden Pfad belohnt. Vorbei an den Grundmauern einer alten Kapelle und einem Kreuz passieren wir ein Stück weiter eine Schutzhütte, die etwas oberhalb des Pfades liegt. Wer bis hier die Knorrhütte noch nicht erblickt hat, sollte sich genau umschauen: Am Ende einer langen Rechtskurve liegt die Hütte auf 2.052 Metern. Wer von Ehrwald aus die Almbahn in Richtung Zugspitze genommen hat, sollte spätestens hier noch ein Mal die Energiespeicher auftanken, denn das letzte Stück hat es in sich!

Alte Kapelle

Knorrhütte

Wenig oberhalb der Knorrhütte wird der Schneefernerkopf mit seinen 2.874 Metern ein ständiger Begleiter für den Rest der Tour. Nun wechseln wir auch den Untergrund und außer Geröll und Schnee – und zahlreichen anderen Bergsteigern und Touristen, die wie an einer Perlenschnur aufgereiht gen Gipfel wandern – sieht man für lange Zeit nichts mehr, bis man nach einem gewaltigen Anstieg die Sonn Alpin Hütte und die Station der Gletscherbahn auf exakt 2.600 Metern erreicht. Hier trennen den ambitionierten Bergsteiger noch genau 362 Meter vom Gipfel. Wer den steilen Anstieg bis auf den Gipfel nicht mehr verkraftet, kann von hier aus die Bahn bis zum Gipfel nehmen. Um nämlich auf den Gipfel zu gelangen, muss man von der Station der Gletscherbahn aus noch ein paar Meter Kletterei in Kauf nehmen.

Schafe

Ansturm am Gipfel

Auf der Zugspitze angekommen, ist für die Gipfelbesteigung wieder Trittsicherheit und ein Wenig Erfahrung von Vorteil, da das Gipfelkreuz nur über einen kurzen Klettersteig zu erreichen ist.

Auf dem Gipfel

Tipps für eine Wanderung auf die Zugspitze

  • Wer mit der Bahn von der Zugspitze zurück ins Tal möchte, sollte an das nötige Kleingeld denken: Eine Abfahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn kostet 25 €.
  • Es empfiehlt sich, sich ausreichend gegen Sonnenstrahlen zu schützen. Eine Kopfbedeckung, Sonnenbrille und eine Creme mit dem entsprechend hohen Lichtschutzfaktor helfen gegen die sengende Sonne.
  • Genügend Flüssigkeit für unterwegs sollte klar sein, ebenso wie die Uhrzeit: Wer zu spät startet, riskiert einen Wettkampf gegen die Sonne, die einen hier oben regelrecht grillt.
  • Festes Schuhwerk sollte eigentlich auch klar sein, obwohl viele Touristen es auch auf Straßenschuhen bis zur Knorrhütte schaffen. Spätestens beim Queren der Schneefelder dürfte ihnen das aber zum Verhängnis werden.

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10 Kommentare

  1. Wie anspruchsvoll ist denn die Gatterpassage? Im Bericht steht

    Ist das Gatterl erst ein Mal passiert, muss für einige Meter geklettert werden. Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt, eine besondere Klettersteigausrüstung

    gibts da Bilder etc? Andernfalls würden wir die Reintalroute wählen.

    Viele Grüße
    Evo

    • Hi Evo, es ist – wie gesagt – wichtig, dass man trittsicher ist. Eine spezielle Ausrüstung ist nicht notwendig. Sofern ich mich erinnere, ist dort auch keine Vorrichtung für Klettersteigsets vorhanden. Aber 100%ig kann ich das nicht mehr sagen.

  2. Wir haben die GatterlRoute als ein Geburtstagsgeschenk am Samstag vor. Kommen mit dem Zug jedoch erst um 10.45 in Ehrwald an. Wenn wir oben sind, lohnt es sich dann wieder runter zu laufen, oder ist das zu gefährlich wenn wir bei Dämmerung noch laufen

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