Von der Ehrwalder Alm über das Tajatörl und zurück

Eine tolle Tour, die man als Bergfreund nicht auslassen sollte, wenn man ein paar Tage in der Zugspitzarena verbringt, ist die Rundtour von der Ehrwalder Alm über das Tajatörl und zurück. Ausgangspunkt der Tour ist die Ehrwalder Alm, die man bequem mit dem Lift erreicht.

Ehrwalder Alm

Da direkt neben der Ehrwalder Alm das neue Tirolerhaus entsteht, das im Dezember diesen Jahres fertig sein soll, ist Almromantik hier oben zur Zeit Fehlanzeige. Daher heißt es: Schnell weg hier und ab auf den Weg in Richtung Seebenalm. Das bereits oben erwähnte Tajatörl liegt auf 2.259 Metern hinter dem Vorderen Tajakopf (2.450 Meter) und dem Hinteren Tajakopf (2.407 Meter) in der Mieminger Kette und ist in etwa 1 1/2 Gehstunden ab der Coburger Hütte (1.917 Meter) aus zu erreichen, welche im Kessel zwischen den beiden Tajaköpfen, Drachenkopf (2.410 Meter), Ehrwalder Sonnenspitze (2.416 Meter) Grünstein (2.661 Meter) und Wamperter Schrofen (2.520 Meter) liegt.

Von der Ehrwalder Alm folgen wir einem Fahrweg und passieren schon bald das Gasthaus „Alpenglühn“, und während unser Blick nach einer ausgiebigen Rechtskurve nur noch auf die Ehrwalder Sonnenspitze gerichtet ist, folgen wir dem Weg, bis wir den Hinweis auf den Seeben Tal-Blick entdecken.

Seeben Tal-Blick

Vom Aussichtspunkt kurz vor der Seebenalm, der 50 Meter abseits des befestigten Weges liegt, genießen wir einen wunderbaren Blick über fast die gesamte Zugspitzarena mit Ehrwald und Lermoos und auf den Daniel.

Daniel

Nach nur wenigen Metern hinter dem Aussichtspunkt erreichen wir die Seebenalm, von der wir noch ein Mal einen tollen Blick ins Tal werfen können.

Seebenseealm

Mit einem kühlen Radler gestärkt folgen wir dem Weg weiter hinauf zum Seebensee, der ruhig und klar unterhalb der Coburger Hütte liegt. Auf der anderen Seite des Sees befindet sich die Station der Materialseilbahn für die Coburger Hütte – und hier endet auch der Fahrweg.

Seebensee

Wir befeuchten unsere Kopftücher noch ein Mal im Seebensee, bevor wir die etwa 300 Höhenmeter zur Coburger Hütte in Angriff nehmen. In Serpentinen schrauben wir uns wie ein Uhrwerk nach oben.

Aufstieg zur Coburger Hütte

Auf der Coburger Hütte angekommen gönnen wir uns einen kleinen Snack, bevor wir das gesellige Treiben auf der Hütte hinter uns lassen und nach einem kurzen Abstieg zum Drachensee hinauf in Richtung Tajatörl kraxeln.

Coburger Hütte

Etwas oberhalb der Coburger Hütte führt der Weg über eine Wiese, auf der Menschen verschiedene Formen und Buchstaben mit Steinen gelegt haben. Steigt man noch weiter hinauf, kann man die Formen noch besser erkennen.

Zwar haben wir auf der Hütte die Hinweise gelesen, dass die Grünsteinscharte wegen Steinschlags gesperrt ist, aber leider verlassen wir uns zu sehr auf das Navigationsgerät und die vorauslaufenden Touristen und übersehen so die Abzweigung hinauf zum Tajatörl, die direkt hinter einer scharfen Kurve zudem nicht sonderlich gut platziert ist. Die fünfköpfige Gruppe vor uns ist nämlich noch weiter in Richtung Grünsteinscharte hinein geklettert als wir – und wir beschließen umzudrehen, als Steine links und rechts an uns vorbei sausen.

Das war er, der Klassiker: Herdentrieb, dann für ein paar Minuten kein GPS-Signal und schon hängt man in einer steilen Wand, die bedrohlich mit Steinen nach uns wirft. Da wir aber noch nicht so weit hinein gelaufen sind, können wir schnell umkehren und den richtigen Weg wählen. Jetzt müssen wir uns sputen, denn u7m 17:45 Uhr fährt die letzte Bahn ins Tal.

Tajatörl

Während wir die letzten Meter zum Tajatörl hinauf steigen, beobachten wir die Gruppe, die sich mittlerweile ebenfalls zum Umdrehen entschlossen hat und sich nun hinter uns befindet. Am Tajatörl angekommen muss es schnell gehen: Kamera platzieren, Auslöser drücken und weiter!

Fast schon im Laufschritt rasen wir den Schotterhang vom Tajatörl zu den ersten grünen Flecken hinunter. Die Schafe entlang des Weges scheinen ein bisschen, als würden sie uns auslachen für unsere Zeitplanung, aber wir nehmen einen Gang heraus und genießen noch etwas den Übergang von Fels zu Gras und von Gras zu Sträuchern und Blumenwiesen, bevor wir wieder einen Fahrweg erreichen.

Nach einigen hundert Metern kommen wir an eine Wegkreuzung, die uns bekannt vorkommt. Bis hier haben wir auf dem Hinweg etwa 30 Minuten gebraucht – und unsere Uhr zeigt 17:00 Uhr an. Wir haben also noch alle Zeit der Welt, um zur Bahn zu gelangen.

Informationen zur Tour

  • Beschreibung: Eindrucksvolle aber anspruchsvolle Hochtour in der Mieminger Kette
  • Voraussetzungen: Ausdauer und Trittsicherheit erforderlich!
  • Länge: 16,5 Kilometer
  • Anstieg/Abstieg: 1.255 Höhenmeter
  • Gehzeit: 6 Stunden
  • Einkehrmöglichkeiten: Ehrwalder Alm (1.502 m) , Seebenalm (1.575 m), Coburger Hütte (1.917 m)

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4 Kommentare

  1. Hallo,

    mit Begeisterung habe ich den Beitrag gelesen. Da ich vor mittlerweile 6 Jahren fast die gleiche Tour machte, weckte Dein bericht alte Erinnerungen als ich noch in München wohnte und die Berge nah waren. Jetzt wohne ich im Ruhrgebiet, da ist das Mieminger etwas weit für eine Tagestour ;-).

    Ursprünglich wollten wir den Hinteren Tajakopf besteigen, brachen dies aber ab, da wir noch einen sehr weiten Rückweg auf der anderen Seite des Tajakopfs vor uns hatten.

    Gruß aus dem Pott von Antje

    • Hi Antje, freut mich, wenn dir der Artikel gefällt. Leider kommen wir auch nicht alle Tage in die Berge, aber die Tour haben wir uns nicht nehmen lassen.

  2. Sehr schön – das ist eines meiner Lieblingsgebiete – habt Ihr beim Abstieg vom Tajatörl noch das Flugzeugwrack entdecken können? Ansonsten ist die Tour auf Sonnenspitze sehr zu empfehlen! LG Steffen

    • Hi Steffen, ja, das ist wirklich eine tolle Gegend. Ich war zum ersten, aber bestimmt nicht zum letzten Mal da. Ein Flkugzeugwrack haben wir nicht entdeckt. Auf welcher Seite soll das denn gewesen sein vom Tajatörl? Wenn du in Richtung Coburger Hütte gehst oder auf der anderen Seite?

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