Und sie wandern wieder – 4 Blogger im Ahrtal

Meine Bloggerwanderung Nr. 3 führte uns dieses Mal in das Ahrtal rund um Altenahr. Angelica von wandernbonn.de hatte sich im Vorfeld ein paar Gedanken zum Verlauf der Tour gemacht, da sie die meisten Teilstrecken bereits gelaufen war. Mit uns beiden unterwegs waren außerdem Sven vom Freiluftblog und Aender vom Trekking-Blog.

Um 10 Uhr trafen wir uns auf dem Wanderparkplatz an der B 257. Die Jungs aus Luxemburg waren bereits vor Ort, als ich um kurz vor 10 auf den Parkplatz fuhr und Angelica stieß auch bald zu uns. Nachdem sich alle herzlich begrüßt und den Temperaturen entsprechend verpackt hatten, stapften wir im etwa 5 cm hohen Schnee los und überquerten auf einer Brücke die B 257.

Ankunft am Wanderparkplatz

Direkt hinter der Brücke biegen wir linker Hand in einen schmalen Pfad ein und früher als gedacht muss ich meine Trekkingstöcke rausholen. Nachdem Aender und Angelica Sven eine Einweisung in den Umgang mit den Gehhilfen gegeben haben, sind wir bald (fast) alle auf vier Füßen unterwegs.

Sven lernt seine neuen Trekkingstöcke kennen

Sven lernt seine neuen Trekkingstöcke kennen

Der verschneite Pfad führt uns an einem Hang oberhalb eines Tunnels entlang, rechts geht es ziemlich steil nach oben, links ziemlich steil nach unten. Unter einer stillgelegten Seilbahn hindurch gelangen wir bald vom wuseligen Wald auf eine alte Weinstraße, an deren Ende wir einer Statue begegnen. Immer wieder können wir einen kurzen Blick auf Burg Are werfen, deren Ruine hoch über dem Tal thront.

Von dort aus folgen wir alten Weinbergtreppen und einem Wirtschaftsweg hinunter nach Kreuzberg, wo wir schon bald auf den Vischelbach treffen. Imposant thront die alte Burg Kreuzberg über uns, als wir entlang der Hauptstraße das Dorf passieren, um direkt an den Bahngleisen die ersten Höhenmeter anzugehen. Die dicken Hardshells werden erst einmal im Rucksack verstaut und los geht’s. Über Treppenstufen, schmale Pfade und verschneite Wege geht es Meter für Meter nach oben. Während die beiden luxemburgischen Trailrunner ordentlich Gas geben, legen Angelica und ich immer wieder mal eine kleine Kunstpause ein.

Nach einiger Zeit passieren wir ein Hochplateau, gehen an einer Wegkreuzung geradeaus und folgen direkt dahinter einem weiteren schmalen Pfad. Nach merklicher Anstrengung erreichen wir die Karl-Kaufmann-Hütte, die direkt am gleichnamigen Weg des Eifelvereins liegt, der ebenfalls als AhrSteig-Verbindungsweg AV2 seine Bahnen durch den Wald zieht. Hier legen wir eine erste große Pause ein und tanken bei Kaffee, Keksen und Trockenwurst wieder Energie für den weiteren Aufstieg auf den Steinerberg. Es wird gefachsimpelt, Material verglichen und Erfahrungen werden ausgetauscht. Dabei genießen wir einen fantastischen Ausblick über das Ahrtal.

Angelica geht Sven an die Wäsche

Angelica geht Sven an die Wäsche

 

Blick über das Ahrtal

Blick über das Ahrtal

Nachdem wir eine Zeit lang weiter bergauf laufen, erreichen wir bald eine Wegkreuzung. Dort gehen wir geradeaus und gelangen irgendwann an eine weitere Kreuzung, an der wir das erste Schild sehen, das uns zum Steinerberghaus führt. Seicht geht es weiter bergauf, durch schneebedeckte Ginstersträucher, bis wir oberhalb vom Steinerberghaus auf 531 Metern ankommen. Mittagspause ist angesagt!

Nach einer warmen Suppe und einem Kaffee machen wir uns wieder auf den Weg. Wir verlassen die Terrasse des Steinerberghauses nach links und folgen hauptsächlich Wirtschaftswegen bergab. Meter machen! Während des „Abstiegs“ genehmigen wir uns eine Ehrenrunde über den Koppen (376 Meter), dessen Name meine Mitwanderer zu wilden Spekulationen und Wortspielen animiert.

Aufstieg auf den Koppen

Aufstieg auf den Koppen

Den Abstieg vom Koppen können wir problemlos über einen eisigen Wirtschaftsweg meistern, bis wir diesen nach gut zwei Kilometern über einen schmalen Pfad verlassen, um auf den Schrock (400 Meter) zu steigen. Von der Gipfelhütte haben wir einen wundervollen Ausblick auf Teufelsley (319 Meter) und auf nördliche und südliche Engelsley (280 und 290 Meter), um deren Bergrücken sich die Ahrschleife bei Altenahr legt. Die Tatsache, dass die Engelsley im (Obacht!) Langfigtal liegt, treibt die zweideutigen Wortspielchen der Gruppe auf die Spitze. Wir haben Spaß!

Während die kleine Pause auf der Hütte für Produktfotos (Jaja, wir sind halt nun mal Blogger…) genutzt wird, macht sich ein Teil der Gruppe mehr oder weniger Gedanken über den Abstieg. Wir wählen einen steilen Pfad hinter der Hütte, der zwischen Büschen nach unten führt. Leider ist nach 20 Metern bereits kein Pfad mehr zu sehen und umkehren ist aufgrund des verschneiten Steilhangs leider unmöglich. Jetzt wird es abenteuerlich, denn wir marschieren schnurstracks den Hang hinunter, in der Hoffnung darauf, bald wieder den ursprünglichen Weg zu erreichen. Und kaum beginnen wir an unseren GPS-Geräten zu zweifeln, liegt der Weg auch schon vor uns.

In Anbetracht der nahenden Dämmerung entscheiden wir uns, uns den Weg über die Teufelsley zu ersparen und werfen nur einen flüchtigen Blick auf das Gipfelkreuz.

Teufelsley

Teufelsley

Also biegen wir links ab und folgen einem Wirtschaftsweg bis kurz vor das Teufelsloch, das Angelica uns als eins der Highlights der Tour dann doch nicht vorenthalten möchte. Über einen schmalen Pfad geht es noch ein mal ein paar knackige Höhenmeter hinauf, bis der Weg fast schon alpinem Terrain ähnelt. Rechter Hand stapfen wir einige Betonstufen hinauf, die uns zum Balkon des Teufelsloch führen. Beim Blick-über-das-Ahrtal-schweifen-lassen in der Dämmerung geben wir den müden Beinen eine Verschnaufpause und nutzen diese für ein paar Gruppenfotos im Teufelsloch. Leider hat das Licht für eine passable Aufnahme nicht mehr gereicht.

Nicht weit entfernt vom Teufelsloch und nur etwa 40 Höhenmeter unterhalb gelegen nehmen wir noch das Schwarze Kreuz fast im Vorbeigehen mit und verlassen die Berge des Ahrtals über den Rücken des kleinen Bergausläufers. Wir folgen der Ahr ein Stück weit ortseinwärts und stärken uns in einem der wenigen noch geöffneten Restaurants, bevor wir den letzten Kilometer zum Parkplatz auf einer Weinstraße im Dunkeln angehen.

Fazit

Die Tour an diesem Samstag war für eine Wintertour genau richtig. Knackige Auf- und Abstiege, fast immer einsame Passagen auf schmalen, verschneiten Pfaden und traumhafte Ausblicke. Mit (von mir getrackten) 19,2 Kilometern und 790 Höhenmetern war die Tour bei den Witterungsverhältnissen schon eher anspruchsvoll, aber mit den Kollegen und den vielen netten Gesprächen durchaus machbar.

Angelica hatte zu Beginn der Planung die Tour „Auf verborgenen Pfaden rund um Altenahr“ vorgeschlagen, hat diese aber noch um Schrock, Koppen, Steinbergerhaus etc. erweitert. Das Steinbergerhaus liegt übrigens genau richtig für eine Mittagspause: Hier begegnet man dann auch den meisten Menschen auf der Tour ;-)

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6 Kommentare

  1. Hey Axel
    Danke für den super geschriebenen Bericht. Ich denke, man liest raus und sieht den Bildern an, wieviel Spass wir bei der Tour hatten. Freue mich auf weiter Exkursionen mit Euch :-)

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