The North Face Alloy Pant

So wirklich winterlich war es ja nicht in diesem Jahr. Folglich blieben die Wochenenden auf Ski auch aus und es ging ein paar mal in die Halle, ein Mal nach Winterberg und zu guter letzt zum Skitourencamp nach Bad Gastein. Immer dabei: die Alloy Pant von The North Face, die auf der Piste und im Tiefschnee getestet werden wollte.

Informationen zur Alloy Pant von The North Face

Die Alloy Pant von The North Face ist ursprünglich für das Skitouren gehen und das Skibergsteigen konzipiert worden. Apex Universal Softshell-Material soll dank seiner Atmungsaktivität jedem Ausdauersportler im Backcountry gerecht werden und geschlechtsspezifisches Thermo3D Body Mapping sorgt dafür, dass wasserdichtes Material dort eingesetzt wird, wo es am meisten benötigt wird. Am Hintern und an den Knien soll strapazierfähiges und wasserdichtes HyVent Material für Trockenheit sorgen während Belüftungsschlitze mit Reißverschlüssen an den Oberschenkeln für die nötige Belüftung im Beinbereich sorgen sollen.

Besondere Features sind die abnehmbaren Hosenträger, die integrierten Gamaschen und die Verstärkung an den Knöcheln wiesen ebenfalls auf eine bergtaugliche Hose der Summit Series von The North Face hin. So weit, so gut. Nun raus in den Schnee und ab zum Testen!

Test der Alloy Pant bei Abfahrten

The North Face Alloy Pant SkitourenhoseDa wir im Januar über ein Wochenende zu einem Klassentreffen nach Winterberg eingeladen waren, hatte ich vorsichtshalber mal meine Skisachen eingepackt. Zwar war zu wenig Schnee gemeldet, um die Pisten zu öffnen, aber man kann ja nie gut genug vorbereitet sein. Und siehe da: Als wir am Samstag Abend in unserer Ferienwohnung am Poppenberg die Schneekanonen laufen hörten, war das Fahren am Sonntag dann doch noch möglich. Da die meisten Gäste im Skigebiet am Sonntag Morgen abreisten, hatten wir die paar geöffneten Pisten im Skiliftkarussell Winterberg für die Zeit bis zu unserer eigenen Abreise fast für uns alleine. Ein Traum! Falls ihr auch mal für ein paar Tage nach Winterberg reisen wollt, kann ich Snowtrex.de empfehlen. Da findet ihr Unterkünfte in Pistennähe.

Schon früh morgens ging es mit der Alloy Pant raus in den Schnee. Eine lange Unterhose sollte mich vor der ersten Kälte des Tages schützen und da die körperliche Aktivität sich gegenüber dem Skibergsteigen in Grenzen halten würde, entschied ich mich für die lange Baselayer. Zwar hatte ich nun eine lange Unterhose unter der Alloy Pants, aber im Gegensatz zu meinen bisherigen Skihosen konnte ich sofort feststellen, dass der sportliche Schnitt der Alloy sich bezahlt macht. Die Hose sitzt einfach hervorragend. Kein Rutschen, kein Scheuern.

HosenträgerBisher kannte ich Skihosen nur als aufgeblähte Baggy Pants, bei denen sich in den Falten der Schnee sammelt. Die The North Face Alloy Pant hingegen liegt eng an und scheuert so beim Bergsteigen sicher auch nicht unnötig.
Was den Tragekomfort zusätzlich erhöht: Das vollverstellbare Hosenträgersystem ist nur vorne an der Hose befestigt und scheuert beim Tragen eines Rucksacks nicht unnötig am Rücken herum. Auch zum Anziehen finde ich das Hosenträgersystem sehr cool. Es lässt sich ohne großes Verheddern einfach über- und beim Ausziehen wieder abstreifen. Außerdem ist es leicht abnehmbar, so dass die Hose auch ohne die Träger getragen werden kann. Ich wüsste jedoch nicht, warum man die Hosenträger abnehmen sollte, denn sie schneiden nicht ein und stören in keinster Weise.

Mein Urteil nach einem halben Tag auf den Pisten in Winterberg: Bequeme Hose, die sehr gut sitzt. Mit einer langen Unterhose ist sie warm genug, um bei vielen Abfahrten nicht zu sehr zu frieren.

Test im Tiefschnee und bei Skitouren

Alloy Pant in ActionNun wurde die Alloy Pant ja für das Skitouren gehen und den Tiefschnee konzipiert, weshalb ich sie natürlich mit zum Skitourencamp nach Bad Gastein nahm. Hier sollte sie ihre Trümpfe ausspielen. Dieses Mal verzichtete ich auf die lange Unterhose unter der Skitourenhose, da ich davon ausging, dass ich mich wesentlich mehr bewegen würde als bei den Abfahrten in Winterberg. An und für sich eine gute Idee, denn zu warm oder zu kalt wurde es mir auf den ersten 3/4 der Tour nicht. Erst als die dicken Schneeflocken mich so eingeschneit hatten, dass ich pitschenass war, hätte ich (fast) alles für laminierte Reißverschlüsse gegeben. Da ich zudem auch ein paar Mal unfreiwillig im Tiefschnee saß, kroch immer mehr Feuchte und somit Kälte in die Hose. Irgendwann war ich dann komplett durchgefroren.

Urteil: Entweder habe ich keine Ahnung oder bin einfach kein Skitourengeher, aber eine Hose, die nicht dicht hält, ist doch Quatsch, oder? Klar, Belüftung an den Beinen muss sein, aber wieso werden die RV dann nicht laminiert?

Fazit

Wirklich zu Gute halten muss ich der Alloy Pant den Tragekomfort, denn durch die aktive Passform und einer fleeceähnlichen Beschichtung auf der Innenseite der Hose ist diese sehr bequem und atmungsaktiv. Zudem verleiht das Softshell-Material am Ober- und Unterschenkel der Hose eine hervorragende Atmungsaktivität. Eine wasserdichte Membran am Gesäß und an den Knien hält zusätzlich trocken, aber eben nur dort.

Verstärkung an der BeininnenseiteVon unten, also an den Knöcheln, besitzt die Alloy Pant einen Hosensaum mit Reißverschluss, der ein problemloses Einsteigen in die Hose ermöglicht. Auch können die Skischuhe so sehr einfach angezogen werden. Eine elastische Gamasche, die über die Schuhe gezogen werden kann, ist in die beiden Hosenbeine eingearbeitet und eine Verstärkung an der Beininnenseite schützt die Hose vor den scharfen Skikanten.

Das abnehmbare und voll verstellbare Trägersystem, das nur vorne an der Hose befestigt wird, punktet bei mir ebenfalls, da ich es seht gut durchdacht finde. Bei mehrere Bekleidungsschichten ist zu viel Fummelei an den Hosenträgern am Rücken kaum möglich und die Variante der vorne befestigten Träger lässt sich sehr leicht überstreifen.

Ich glaube, ich sollte mit meiner Meinung über Produkte aus dem Bereich Wintersport noch ein bisschen vorsichtig sein, denn eine Hose, die normalerweise fast 300 € kostet, wird wohl durchdacht und gut konzipiert sein. Vielleicht scheitere ich mit meinem Unwissen einfach an einem genialen Produkt und alle Skitourengeher werden schreien „Hey, das ist voll die geile Hose!“, aber für meine (Laien-)Ansprüche ist die Alloy Pant völlig ausreichend, obwohl ich die Nummer mit den Reißverschlüssen partout nicht verstehe.

Update

Nach einem kleinen Spaziergang im Winterurlaub sind die Halterungen der Hose für die Hosenträger bereits gerissen. Nach ca. 8 Tagen im Einsatz ist diese Funktion der Alloy Pants dahin. Bei einem Kleidungsstück, das fast 300,00 € kostet, ist solch ein Defekt natürlich mehr als ärgerlich und man fragt sich, warum The North Face hier nicht stabileres Material verwendet als dieses dünne Kunst-Leder-Wasauchimmer-Imitat. Hoffentlich wird hier in Zukunft nachgebessert. Bis dahin bin ich für jeden Tipp dankbar, wie man nun hier etwas reparieren oder improvisieren könnte. Jemand eine Idee?

Defekte Halterung für die Hosenträger

Weitere Bilder

Hinweis
Die Alloy Pant wurde mir vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was diesen Test jedoch nicht beeinflusst hat. Alle Tests auf der Outdoorseite werden gewissenhaft durchgeführt und zeigen sowohl positive als auch negative Aspekte des getesteten Produkts auf.

 

4 Kommentare

  1. Eigentlich eine echt coole Hose, aber echt mist mit dem gerissenen Hosenträger… einschicken, würde ich sagen… an der Stelle kann mans echt nicht „haltbar“ reparieren, nicht dauerhaft und sicher. :-/

    • Das war auch mein erster Gedanke. Der Support von TNF hat mich aber eben über Twitter angeschrieben und sucht auch nach Lösungen. Sowas finde ich natürlich genial. Bin gespannt, was dabei rum kommt.

  2. Wie wäre es mit einem Stück schmalen Gurtbandes, welches wie ein umgekehrtes U aufgenäht wird? Durch die so entstandene Schlaufe ließe sich der Hosenträger dann durchziehen

    Oder ein Stück Schnürsenkel durch die unteren(vertikalen) Schlitze ziehen und verknoten. Dann oben am Hosenrand flächig vernähen und schon hast Du eine neue Schlaufe

    • Hi Alex, danke für deine Tipps. So etwas wie die zweite Idee von dir hatte ich auch. Ich warte mal ab, was der TNF-Support dazu sagt. Aber was genau meinst du mit „Gurtband“?

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