Stolberger Kupferroute

Eine kleine, aber feine Wanderroute verbindet Stolberg mit dem Eifelsteig: Die Stolberger Kupferroute, die natürlich auch gegangen werden kann, ohne dass man danach den „großen Bruder“ wandert.

Wir starten am Alten Markt in der historischen Altstadt von Stolberg, über uns thront die mächtige Burg mit ihren alten Blaustein-Gemäuern und die Kirche St. Lucia. Der Ausgangspunkt lässt sich bequem mit der Euregiobahn zum Beispiel von Aachen aus erreichen, wir haben uns hier absetzen lassen und werfen einen kurzen Blick auf den ehemaligen Kupferhof am Markt, der heute als Kunsthandwerkerhof genutzt wird. Dass die Wanderung an einem Kupferhof startet, ist kein Zufall, denn Stolberg, auch die „Kupferstadt“ genannt, war einst ein Messing-Zentrum. Und so führt uns die Route über ehemalige Erzfelder, wo damals Galmei gefördert wurde. Galmei, ein Zinkerz, brauchte man nämlich, um aus Kupfer Messing zu machen.

Sender Aachen-StolbergEs geht sofort eine ansteigende schmale Gasse hinauf und oben auf dem Hammerberg können wir einen Blick hinunter auf Stolberg werfen. Auf der anderen Seite des Tals sehen wir den Donnerberg mit dem riesengroßen Sendemasten Aachen-Stolberg, von dem aus der WDR sein Signal in die StädteRegion Aachen schickt. Mit seinen 231 Metern ragt er weit über die Dächer der Häuser hinaus und ist schon bei der Anreise nach Stolberg aus der Ferne zu sehen.

Am alten Kalksteinbruch Binsfeldhammer, wo früher der in der Region bekannte Blaustein abgebaut wurde, nehmen wir auf einer Bank an einem Aussichtspunkt Platz und machen eine erste Pause. Dann verlassen wir das Naturschutzgebiet, das Neuntöter und Heidelerche ihr zu Hause nennen, und gelangen bald nach Mausbach. Es geht einmal durch das Örtchen bis wir rechts abbiegen und geradewegs auf den Sportpark Dörenberg des VfL 08 Vichttal zu laufen. Hier stoßen wir auf den Lehmjöresweg, der uns nun eine ganze Weile begleiten wird. Ein paar Meter weiter können wir oberhalb des Ortes Vicht eine kleine Pause an einer Bank einlegen und den Blick über das kleine Örtchen schweifen lassen. Danach geht es durch eine schmale Gasse hinunter in das Dorf.

Panorama Naturschutzgebiet Schlangenberg

Auf der anderen Seite der Hauptstraße geht es am Friedhof vorbei auf den Schlangenberg hinauf. Hier oben in dem Naturschutzgebiet, dessen Name sich von der Schlingnatter ableitet, war früher die Erzgrube „Breinigerberg“ beheimatet. Hier wurde bereits zur Römerzeit Galmei zur Messingherstellung abgebaut, später wurde der Bergbau hier oben industriell betrieben. Nach Aufgabe der Grube wurde das Gelände bis in die späten 1980er Jahre als Truppenübungsplatz genutzt. Seit 1990 ist es Naturschutzgebiet mit einer besonderen Artenvielfalt und ein Naherholungsgebiet für jung und alt. Als ganz besonderen „Bewohner“ des Schlangenbergs ist das Gelbe Galmeiveilchen zu nennen, das nur hier und in der Region um Kelmis/Belgien wächst.

Schafherde auf dem SchlangenbergAuf dem Schlangenberg treffen wir auf eine beachtliche gemischte Schaf- und Ziegenherde und bleiben eine Weile lang stehen, denn der Hund des Schäfers beeindruckt uns mit der Art und Weise, wie er seine Herde beisammen hält. Mit einer wahnsinnigen Präzision kann er die einzelnen Tiere lenken und ist dabei pfeilschnell. Ich frage mich, wie lange man ihm das antrainieren musste und wir machen uns auf, um den „Gipfel“ des Schlangenbergs zu erklimmen. Hier oben am Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege hat man einen tollen Rundumblick über das gesamte Naturschutzgebiet. Wir machen eine kurze Pause auf den Bänken und genießen das Panorama.

Nachdem wir uns wieder auf den Weg gemacht haben und in den Münsterwald eingetaucht sind, passieren wir die Rita-Hütte an einem Angelweiher. Über den Hedchensknepp und den Pützberg nähern wir uns dem Ort Zweifall, biegen jedoch noch einmal für eine Extrarunde über einen Naturlehrpfad ab, gelangen aber bald wieder auf den Hauptweg. Es geht über den Wolberberg zum Birkenhof, einem Gasthof oberhalb von Mulartshütte. Dort biegen wir noch einmal nach rechts ab und schlängeln uns in einer umgekehrten S-Kurve am Kitzenhaus vorbei nach Friesenrath, dem Ende unserer Wanderung.

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