Smartphone nass – Was tun?

Als Besitzer eines Smartphones habe ich den Computer im Taschenformat ständig bei mir. Ob zum Tracken meiner Lauf- oder Wanderroute, zum Fotografieren, Filmen oder Twittern – es ist einfach immer dabei. Wer das Smartphone bei Outdooraktivitäten dabei hat, läuft natürlich gerade jetzt zur nassen Jahreszeit Gefahr, dass der elektronische Wegbegleiter nass wird. Wie man das verhindern kann und was im Fall der Fälle zu tun ist, möchte ich mal kurz zusammenfassen.

Gerade beim Trailrunning passierte es mir häufig, dass ich das Telefon nach dem Lauf aus der Hosentasche nahm und ein leichter Feuchtigkeitsfilm über dem Gerät lag. Auch nach so mancher Wanderung, bei der es dann doch mal von oben nass wurde, ist über irgendwelche Wege Feuchtigkeit in den Rucksack und an das Mobiltelefon gelangt.

Feuchtigkeit im Telefon vorbeugen

Wer bei Wanderungen oder anderen Outdooraktivitäten bereits im Voraus plant und einen geeigneten Schutz dabei hat oder von vorne heran um das Telefon legt, der muss sich keine Sorgen um ein nasses Gerät machen. Im Folgenden stelle ich euch drei Varianten vor, wie ihr euer Telefon vor Feuchtigkeit schützen könnt:

Nanobeschichtung

Die Firma Lipuipel zum Beispiel bietet an, euer Smartphone mit einer wasserabweisenden Nanobeschichtung zu überziehen, die tausendmal dünner als ein menschliches Haar ist und Spritzwasserschäden oder andere Malheurs vermeiden soll. Da ich diesem Braten aber nicht wirklich traue, möchte ich darauf nicht weiter eingehen. Ein Video muss reichen:

Schutzhüllen

Wer sein Smartphone bei längeren Läufen oder Wanderungen wasserdicht verpackt, beugt dem Defekt durch Feuchtigkeit natürlich vor. Zahlreiche Hersteller bieten für diesen Zweck spezielle Hüllen an, die in allen möglichen Größen, Farben und Preisklassen für jedes nur erdenkliche Modell erhältlich sind. Fast alle Schutzhüllen tun ihre Dienste und halten das Smartphone trocken.

Aqua Pouch für Smartphone mit Lanyard

Aqua Pouch mit Lanyard

Ich habe vor geraumer Zeit mal das Aqua Pouch getestet. Ich persönlich halte die Hüllen aus den Fachgeschäften für sehr klobig, obwohl sie eigentlich ja relativ eng um das Telefon liegen sollten. Gerade beim Laufen, wo das Taschenangebot zum Verstauen des Telefons wesentlich geringer ist als beim Wandern mit Rucksack, benötige ich ein möglichst klein verpacktes Gerät, das sich leicht auch in kleinen Schlüsselfächern der Laufhose verstauen lässt.

Plastikbeutel

Daher bin ich mittlerweile auf eine wesentlich günstigere Variante umgestiegen, die mir Jens vom Hiking Blog bei einer unserer Wanderungen vorgestellt hat: Frischhaltebeutel aus dem Supermarkt. Diese sind nicht nur günstig, sondern dazu auch leicht, gegen Feuchtigkeit verschließbar und lassen sich so formen, wie man sie braucht. Am besten haben sich bei mir bisher die Beutel mit Ziploc®-Verschluss bewährt, wie z.B. die Toppits Mini Zip-Verschlussbeutel. Der Zipper lässt sich im Winter sogar mit Handschuhen öffnen und verschließen, wo man bei normalen Druckverschlussbeuteln schon mal ein bisschen Fingerspitzengefühl braucht.

So verpackt, sollte das Smartphone bei Wandertouren am besten in einem regensicheren Fach im Rucksack verstaut werden. Wer einen Regenüberzug am Rucksack besitzt, sollte diesen vorsichtshalber auch über den Rucksack ziehen.

Kacktüten

Einen Spezialtrick für Menschen inder Stadt habe ich bei iFun gefunden: Wer in der Stadt unterwegs ist, sollte bei Regen gerade in Parkanlagen Ausschau nach den dort aufgestellten Hundkotmülleimern halten. An diesen gibt es dünne Plastikbeutel, die man auch ganz gut als Schutz vor Nässe benutzen kann. Einfach Telefon rein und zuknoten. Allerdings sollte das Telefon dann nicht wieder in die Hosentasche wandern, in dem sich auch der Schlüsselbund befindet, denn diese Art Beutel sind oft sehr dünn und können von spitzen Gegenständen durchstochen werden. Dann ist es mit dem Feuchtigkeitsschutz dahin.

Telefon nass – und jetzt?

Ist das Telefon nass geworden, bedeutet das nicht unbedingt den sicheren Tod eures Gerätes. Wichtig ist jedoch, dass man dann bedacht und schnell handelt:

  • Auf gar keinen Fall sollte man das Gerät, das in den meisten Fällen ausgegangen ist, um sich selbst zu schützen, wieder einschalten, um zu sehen, ob es noch funktioniert. So verursacht man in den meisten Fällen einen Kurzschluss, der nur noch durch teure Reparaturen zu beheben ist.
  • Sollte das Telefon noch nicht ausgeschaltet sein, muss man es unbedingt manuell ausschalten.
  • Mit einem saugfähigen Tuch (Taschentuch, Toilettenpapier, etc.) sollte man das Gerät vorsichtig abtupfen, um ein weiteres Eindringen der Feuchtigkeit zu vermeiden.

Trocknen an der Heizung

Auf einem Handtuch kann man das Gerät nahe einer Heizung deponieren und es dort 24 bis 48 Stunden trocknen lassen. Während dieser Zeit muss das Telefon unbedingt auch ausgeschaltet bleiben, damit man sicher sein kann, dass keine Restfeuchtigkeit die Elektronik im Inneren zerstört. Das Gerät sollte auf gar keinen Fall direkt auf eine überheiße Heizung gelegt werden, da Plastikteile sonst schmilzen oder verbogen werden können.

Trocknen mit Reis

Ebenfalls bei iFun habe ich den Tipp mit Reis gefunden: Anstatt das Telefon nahe einer Heizung zu deponieren, kann man das Gerät in eine Schüssel trockenen Kochreis legen. Dieser saugt die Feuchtigkeit angeblich enorm gut auf und beschleunigt so den Trocknungsprozess. Bei Bedarf sollte der Reis nach einigen Tagen gewechselt werden.

Notfall-Pack von Kensington

Für etwa 13 Euro gibt es das EVAP-Notfallpacks der Firma Kensington. In dem Pack enthalten ist eine Tüte sowie zwei Trocknungspacks, die ein spezielles Granulat enthalten, das laut Hersteller 700 Mal besser bei der Trocknung hilft als der handelsübliche Reis. Eine Feuchtigkeitsanzeige auf der Tüte soll signalisieren, wann das Gerät wieder eingeschaltet werden kann.

Vom Profi reparieren lassen

Der Reparatur-Service von Doc-Phone baut das Telefon auseinander, sobald es bei ihnen eingeschickt wurde und legt es zunächst in Einzelteilen für 24 Stunden in eine spezielle Lösung, um der Korrosion entgegenzuwirken. Danach kommt das Gerät einen Tag lang in die Trockenkammer, wonach es dann erneut getestet wird. Falls es dann immer noch nicht funktioniert, entstehen keine weiteren Kosten außer dem Portopreis. Nach Erhalt eines Kostenvoranschlags kann man sich dann für eine weitere Behandlung entscheiden.

Für welche Art der Schadensregulierung man sich letzten Endes entscheidet hängt sicherlich von der Intensität der Beschädigung ab. Dass nicht alle oben genannten Lösungen zwangsläufig zum Erfolg führen müssen, versteht sich natürlich von selbst. Ich übernehme zumindest keine Haftung dafür, wenn irgendetwas nicht klappen sollte. Die Feuchtigkeit und Nässe, die uns jetzt im Herbst erwartet, sollte uns Handy-Menschen aber nicht davon abhalten, nach draußen zu gehen. Mit einer der oben genannten Vorbeugemaßnahmen lässt sich der Worst Case in den meisten Fällen vermeiden. Jedoch sollte man einfach auch ein bisschen ausprobieren, welcher Schutz sich für das eigene Telefon am besten eignet.

8 Kommentare

  1. Das Prinzip des Druckverschlussbeutels nutze ich auch immer. D.h., ich habe immer ein halbes Dutzend in praktischer Größe im Rucksack. Selbst im Sommer ist man ja nie vor Nässe sicher. Mobile, GPS, Autoschlüssel mit Funk. Da gibt es vieles, dass man gerne trocken halten will.
    Ich nutze Druckverschlussbeutel seit Jahren im Bereich der Gesellschaftsspiele und habe so immer einen dicken Vorrat auf Lager. Bestellt man diese Beutel – erhältlich in allen Größen – im Internet, dann ist der einzelne Beutel spottbillig. Billiger als im Supermarkt. Allerdings macht es hier die Masse.

    Im Baumarkt trifft man auf nützliche Druckverschlussbeutel, wenn man sich im Bereich der Einzelschrauben, aufhält. Wenn ihr da einkauft, können ihr Euch den Beutel mitnehmen. Diese sind dann kostenlos.

  2. Hi Axel, danke für die tollen Tipps und die Erwähnung. Freut mich, dass dir meine Lösung mit den Toppits Ziploc Beuteln gefallen hat. Hat bei mir bis jetzt immer zuverlässig funktioniert. Vielleicht sollte man noch ergänzen, dass die Smartphone-Hersteller in ihre Geräte Feuchtigkeitsindikatoren einbauen und bei einem Wasserschaden Garantie und Gewährleistung wegen Feuchtigkeit ausschließen.

  3. Eine Frage an Euch beide, Axel und Jens:
    Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber wenn ich nun längere Zeit unter Regen im Freien tour, das Smartphone im Zip-Beutel in einer, sagen wir Innentasche mit mir trage, dann kann es doch zu Kondensfeuchtigkeit innerhalb des Beutels kommen. Das sollte ein Kleingerät einige Zeit abkönnen, aber sicher gibt es hier auch Grenzen. Was nun?

    Wie kann ich das Gerät innerhalb des Beutels trocken halten? Reis? Oder vielleicht eines der Beutelchen, das Hersteller von Kleingeräten in die Verpackung geben?

    • Klar gibt es Grenzen. Ich packe das Telefon dann im Beutel in den Rucksack. Da ist es meines Erachtens wesentlich besser geschützt als in der Jackentasche. Was auch hilft: Einfach das Telefon nicht mehr benutzen. Denn bei jedem Mal, wo ich es mit feuchten Fingern aus dem Beutel nehme oder bediene, besteht natürlich die Gefahr, dass es Feuchtigkeit ansammelt.

      Meinst du mit diesen Beutelchen die kleinen, mit Granulat gefüllten Dinger? Wenn ja, wäre das doch mal einen Versuch wert!

  4. Hatte da bisher noch nie Probleme mit Feuchtigkeit in dem Beutel. Ich habe mein iPhone jedoch auch noch zusätzlich in der OtterBox Commuter Hülle. Damit war Kondensfeuchtigkeit oder ein paar Regentropfen innerhalb des Beutels noch nie ein Problem. Kondenswasser entsteht auch nur bei einem Temperaturunterschied. Wenn das Gerät nicht am Körper getragen wird sondern im Rucksack, entsteht diese erst gar nicht.

  5. Hallo an Allle ;)!

    Den Tipp mit dem Platikbeutel muss ich mir merken und vor allem den mit den Beuteln ausm Baumarkt ;)!
    Bin schon seit Längerem auf der Suche nach einer Möglichkeit mein SP vor Feuchtigkeit während meiner Motorrad-Touren zu schützen, da es mir schon des öfteren passiert ist, dass ich plötzlich in einen Wolkenbruch oder sogar Hagel kam.
    Durch den dünnen Lederkombi mit seiner Perforation dringt doch so einiges durch.

    Platz hab ich auch nicht gerade viel…nur eine kleine Innentasche…und daher scheint mir die beste Alternative der Platikbeutel zu sein ;)!

    Auf die Idee wäre ich aber nicht gekommen. Da sieht man mal wieder, dass die beste Lösung nicht immer die teuerste sein muss, daher besten Dank und Gruß,
    Flori

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.