Ich und Skitouren? Das kriegen wir schon irgendwie hin!

Spontanität war gefragt, als mich Julia vom Mountix-Team in Kalenderwoche 10 anrief und zu einem Skitourencamp in Kalenderwoche 11 einlud. Schnell einen Tag frei nehmen, alle Termine mit der Familie umorganisieren und noch flott das Auto durch den TÜV bringen, damit es am Freitag in der Woche nach Julias Anruf in Richtung Bad Gastein gehen konnte. Mountix und Skitourenwinter.at hatten zu einem gemeinsamen Skitourencamp geladen. Und daran sollte ich nun teilnehmen? Ich Ski-Neuling?

Als ich mit Julia telefonierte, warnte ich sie bereits vor, dass ich eine blaue Piste herunter komme, vielleicht auch eine rote, aber dabei sicher nicht ganz so elegant aussehe. „Das kriegen wir schon irgendwie hin“, versicherte mir Julia. Also wollte ich das Skitouren gehen mal ausprobieren – wenn wir das schon irgendwie hinkriegen.

Los ging es zu Hause am Freitag morgen um 6 Uhr in Aachen und nach 9 Stunden Fahrt erreichte ich das Hotel Miramonte, gute 2 Stunden vor dem Beginn des Camps. Ich nutzte also die Zeit, um mein Zimmer zu beziehen, mich frisch zu machen und ein wenig auszuruhen und schon bald trafen weitere Teilnehmer ein. Lukas Ruetz, mit dem ich mir ein Zimmer teilte und Lukas Giuliani von on-the-mountains.bz waren Einführung ins Touren gehenebenfalls als Blogger zum Camp eingeladen, weitere Teilnehmer trafen nach und nach ein. Also machten wir es uns in der Lounge des toll eingerichteten Hotels bequem und tauschten uns ein wenig aus, bis es um 19 Uhr zum Abendessen ging. Im Anschluss daran führten uns die Bergführer mit ein bisschen Theorie in das Thema „Skitouren“ ein und stellten dann den Plan für den Samstag vor. Schnell kristallisierte sich heraus, dass fast alle Teilnehmer bereits Erfahrung im Touren gehen hatten. Aber ich war guter Dinge, denn Julia sagte ja „Das kriegen wir schon irgendwie hin“!

Das kriegen wir schon irgendwie hin …

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich nicht gerade Vollprofi in Sachen Ski fahren bin. Aber das Skitouren gehen wollte ich trotzdem einmal ausprobieren. Zum Glück war ich nicht der einzige Skitouren-Neuling in der Gruppe, aber viele Anfänger gab es nicht. Und mit Skiern abfahren konnten alle – außer mir natürlich. „Hoch gehen dürfte ja nicht das Problem sein“, dachte ich mir und war voller Tatendrang, als wir uns am Samstag Morgen aufmachten, um mit der Kaserebenbahn zu besserem Schnee zu gelangen, denn im Tal war weit und breit nichts von Schnee zu sehen. Oben angekommen, schnallten sich alle ihre Skier um und fuhren eine kurze rote Piste bergab. Und ich als letzter hinterher.

Touring like a proNachdem ich mich auf der kurzen Strecke schon zwei Mal gepackt hatte und Bergführer Sepp bereits mehrfach laut seufzte, beschlossen die Bergführer und der Veranstalter, dass ich eine Privatstunde bekommen sollte. Also machten HP, Chef von Skitourenwinter.at, und ich uns über einen Ziehweg und ein bisschen abseits der Pisten auf den Weg in Richtung Schlossalm, die anderen gingen ins Gelände. Und siehe da: Das Hoch gehen klappte erstaunlich gut. Die bisher ungewohnte Bewegung hatte ich schnell verinnerlicht und so machten wir an meinem ersten Skitouren-Tag immerhin etwas über 700 Hm.

An der Schlossalm angekommen bauten wir unsere Ski kurz um und dann ging es hinab. Meist über blaue Pisten und über den Ziehweg, den wir hinauf gekommen waren. und bis der Weg an seinem Ende vollkommen zerfahren war, lief auch alles super für mich. Auf den letzten Metern packte es mich dann bestimmt drei Mal und ich beschloss für mich, nur noch Touren bergauf zu machen und dann mit der Bahn wieder hinunter zu fahren.

Alle sind heile unten angekommenUnten warteten HP und ich auf den Rest der Truppe und gönnten uns ein deftiges Mittagessen. Ich musste an Julias Worte denken: „Das kriegen wir schon irgendwie hin“. Und ja, für heute hatten wir es irgendwie hinbekommen. Dank der Geduld von HP…

Bald verließen uns die Jungs der Redaktion vom skitour-magazin.de, Sven und seine Begleitung von Snowflake Entertainment und Doris und ihre Begleiterinnen und beim Abendessen im Hotel stellten Robert Jacobi von Mountix und unser Bergführer Klaus uns übrig gebliebenen 5 Teilnehmern das Programm für den Sonntag vor: Eine kurze Tour, LVS-Training und Kennen lernen des Pieps und dann eine kurze Abfahrt über einen Ziehweg. „Okay“, dachte ich, „das schaffst du ja locker. Und so komme ich auch früh genug wieder auf die Autobahn und treffe nicht mitten in der Nacht zu Hause ein.“  Also quatschten wir noch etwas in der Bar und gingen zeitig in unsere Zimmer, damit wir fit für den morgigen Tag sein würden.

… und dann kommt alles anders als gedacht.

Am frühen Morgen machten wir uns bei dicken Schneeflocken auf den Weg zu unserem Startpunkt. Ich folgte Klaus und Robert mit meinem Auto, um vom Sammelpunkt aus direkt auf die Autobahn fahren zu können, aber nur wenige Meter vor unserem Treffpunkt musste ich das Auto stehen lassen – oder Schneeketten aufziehen. Ich entschied mich für die erste Variante. Mit dem Tagesplan vom Vorabend im Kopf (Zur Erinnerung: Kurzer Aufstieg, kleiner Workshop, Abfahrt über einen Ziehweg) machten wir uns dann auch bald schon auf den Weg. Fell unter die Ski und los ging’s!

Aufstieg auf den KreuzkogelEs ging über den Peter-Sika-Weg in Richtung Kreuzkogel und ich genoss das Aufsteigen über schmale Wege und mitten durch den Baumbestand. Ein tolles Erlebnis und wirklich schöne Bilder, die sich mir boten, als wir zu viert hintereinander im Gleichschritt bergauf marschierten. Die Ruhe hier oben war einfach beeindruckend. Und dass es unentwegt dicke fette Flocken schneite, beunruhigte mich keineswegs.

Als wir die zweite Pause einlegten und ich bei einem Blick auf die Uhr feststellte, dass wir schon 2 1/2 Stunden unterwegs waren, fragte Klaus mich, ob ich es mir zutrauen würde, das Stück hier im Gelände zu fahren. Er zeigte dabei eine Wand hinauf, die ich etwas steiler als eine rote Piste einschätzen würde. Für einen Profi sicher kein Problem, für mich jedoch schon und so einigten wir uns also darauf, dass Lukas und Lukas weiter aufsteigen und Klaus und ich über den selben Weg abfahren würden, den wir gekommen waren. Moment! War da nicht was mit Ziehweg? Mir wurde Angst und Bange, als Klaus mir eröffnete, dass es nur hier durch den Tiefschnee hinunter gehen würde. Also erklärte er mir kurz, worauf ich achten müsse, und schon bald ging es los. Mit der Zeit klappte die Abfahrt immer besser – bis der Weg wieder enger wurde und die Bäume dichter beieinander standen. Panik!

Mittlerweile waren wir auch auf Robert und Gottfried gestoßen, die wegen einem falsch eingepackten Paar Ski noch einmal umfahren mussten und später starteten als wir. Robert stieg Lukas und Lukas nach, Gottfried fuhr mit Klaus und mir wieder ab.

Mir brannten die Oberschenkel, der Angstschweiß sammelte sich unter meiner pitschnassen und überhaupt nicht mehr atmungsaktiven Jacke. Aber was sollten wir machen? Irgendwie musste ich ja runter. „Also Augen zu und durch“, dachte ich und fuhr Stück für Stück ab – und stellte Klaus‘ und Gottfrieds Geduld sicher auf eine harte Probe.

Die drei Jungs, die weiter aufsteigen wollten, überholten uns irgendwann auf der Abfahrt, da einfach zu viel Schnee fiel und sie ihren Aufstieg abbrechen mussten. Und ich kämpfte mich weiter in Richtung Tal. Unten angekommen hatte es mein Auto komplett eingeschneit. Mit der tatkräftigen Unterstützung von Klaus und Gottfried konnte ich mich aber bald auf den Weg nach Hause machen – und wieder einmal hörte ich Julia sagen „Das kriegen wir schon irgendwie hin!“ – Und wir hatten es schon wieder irgendwie hingekriegt.

Über die Rückfahrt und die Autobahn A 8 möchte ich hier lieber nicht schreiben, sonst muss ich mich über die verf***te Sch***-Autobahn mit den drecks F***-Baustellen wieder nur unnötig aufregen und würde gerne mein Sch***-Navi für sein Versagen anspucken, dieses Sch***-Drecks-Ding.

Mein Fazit

Auf dem Ziehweg hinauf zur SchlossalmSkitouren gehen ist genial. Die Ruhe, die Kulisse und das gute Gefühl, mit Freunden auch im Winter in den Bergen unterwegs sein zu können, ist einfach grandios – wenn da nicht die Abfahrten wären. So schwer oder anders, wie ich mir das Aufsteigen mit Ski vorgestellt habe, ist es nicht, allerdings sollte gerade ich noch etwas an meinen Abfahrten optimieren, bevor ich mich an weitere Skitouren gebe. Das habe ich jedoch fest vor, denn dank der Geduld vieler Menschen an diesem Wochenende bin ich nicht nur um viele Erfahrungen reicher geworden, sondern auch mal wieder angefixt von einer Sache, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Jetzt brauche ich nur noch ein paar Berge und gaaaaaanz viel Schnee vor meiner Haustür – und einen Skilehrer vielleicht auch noch. Aber wie hat Julia so schön gesagt? „Das kriegen wir schon irgendwie hin!“

Links

Ein paar Bilder von der Profi-Truppe und ihrer Tour am ersten Tag auf den Kalkbretterkopf gibt’s bei on-the-mountains.bz und bei Mountix. Ein paar Eindrücke vom zweiten Tag inklusive der Tourenbeschreibung gibt es natürlich auch bei Mountix. Lukas hat auf seinem Blog auch einen Artikel veröffentlicht und auch bei Mountix gibt es jetzt einen Text zu dem Wochenende.

Weitere Bilder vom Wochenende

6 Kommentare

    • Jo, seit Sonntag Nacht. Am Freitag geht es aber nach Prag. Lange hat der Aufenthalt in der Heimat also nicht gedauert ;-)

  1. Sehr cool Axel! Skifahren ist super, vor allem wenn man Schnee & Berge vor der Haustür hat – sonst muss man ewig lange anfahren und sich über verschiedenste Sachen aufregen =)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.