Salomon Speedcross 3 GTX Trailrunning-Schuh

Der Winter ist da, leider – zumindest hier im Westen der Republik – noch nicht der dazu gehörige Schnee. Laub und Matsch bedecken hier also die Böden und sind somit noch Überbleibsel des Herbsts, mit denen ich auch schon Bekanntschaft machen durfte: Nachdem ich wochenlang kaum gelaufen war, machte ich mich unverhofft mit meinen Straßenschuhen auf den Weg. Damit auf Laub und durch Matsch zu laufen, war allerdings keine gute Idee. Mehrfach hätte ich mich fast hingelegt. Es musste Abhilfe her: Der Salomon Speedcross 3 GTX sollte es sein.

Salomon Speedcross 3 GTX von obenEs kam also der Zeitpunkt, an dem ich mir etwas mehr Grip unter die Füße packen musste. Meine Wahl fiel auf eines der beliebtesten Modelle aus dem Hause Salomon, den Salomon Speedcross 3 GTX. Bei einigen Bloggerkollegen hatte ich bereits Testberichte zum Speedcross gelesen und wie Steve schon festgestellt hat, muss ja irgendetwas dran sein, dass man genau dieses Modell sogar in der Fußgängerzone und bei Einkaufen an einigen Füßen sieht. Bei den Bergfreunden schaffte es der Speedcross 3 bereits vor zwei Jahren zum Titel „Gear of the Week“. Was ist also dran an dem in vielen verschiedenen Farbkombinationen erhältlichen Schuh? Was fasziniert seine Träger? Ich wollte dem Ganzen mal auf den Grund gehen und testete des Salomon Speedcross 3 GTX prompt selber.

Der Trailrunning-Schuh von Salomon ist in drei Varianten erhältlich. Die Grundvariante ist der Salomon Speedcross 3. Neben dem mit GORE-TEX ausgestatteten Schuh, wie ich ihn hier vorstelle, hat Salomon auch einen Speedcross 3 CS entwickelt, wie zum Beispiel Sven ihn getestet hat. „CS“ steht dabei für climashield, was eine Bezeichnung für eine wasserabweisende Membran ist, die leichter als GORE-TEX sein soll und dennoch einen idealen Kompromiss zwischen Wetterschutz und Atmungsaktivität bietet.

Der Salomon Speedcross 3 GTX

Der Salomon Speedcross 3 GTX

Der Salomon Speedcross 3 GTX ist aus einem leichten atmungsaktiven, aber dennoch robusten und abriebfesten Material gefertigt, was für Trailläufe natürlich nur von Vorteil sein kann. Wer viel in den Bergen unterwegs ist, wird ein robustes Material beim Durchlaufen von Geröllfeldern zu schätzen wissen. Zwar fehlt dem Speedcross 3 ein „echter“ Geröllschutz, ein fast rundherum laufender Schlammschutz schützt aber auch schon mal vor dem Gröbsten.

Die Sohle des Speedcross 3

Ich habe ehrlich gesagt noch keine Vergleiche, was die Aggressivität von Sohlen anbelangt. Vorweg kann ich allerdings sagen, dass die bisherigen Läufe mit dem Salomon Speedcross 3 GTX ein echter Traum waren, da sich die Sohlen fest in den Boden graben und so für eine gute Haftung sorgen.

Sohle des Salomon Speedcross 3 GTXAuch wenn ich beim Auspacken der Schuhe dachte „Mensch, die Sohle ist aber steif und hart“, so konnte der Speedcross mir bereits beim ersten Lauf das Gegenteil beweisen, denn so steif die Sohle sich auch anfühlen mag: Der Schuh bietet ein erstklassiges Laufgefühl. Wurzeln und Steine werden nicht komplett ignoriert, können sich aber auch nicht so stark in die Sohle bohren, dass es weh tun würde.

Das Fußbett besteht aus OrthoLite-Schaumstoff, der für die nötige Polsterung sorgt und den Fuß zusätzlich von unten schützt. Das Material wird aus ökologischen Gründen aus aufbereitetem Reifengummi gewonnen. Eine EVA-Fersenkappe bietet mehr Halt und Polsterung im Fersenbereich. So liegt der Schuh an der Ferse schön eng an, so dass er nicht so leicht wackeln oder sogar im tiefen Matsch stecken bleiben kann.

Auch der Abstand der Noppen unter dem Schuh gefällt mir sehr gut. Die einzelnen Zähne stehen weit genug auseinander, so dass die Sohle nicht zu schnell mit Matsch und Laub verklebt ist bzw. das Profil seine Wirkung nicht mehr entfalten kann. Wie auf dem Foto oben zu sehen ist, befindet sich zwar Dreck zwischen den einzelnen Noppen, diese stehen jedoch noch gut hervor.

QuickLace-System am Salomon Speedcross 3 GTX

QuickLace-System am Salomon Speedcross 3 GTXDas QuickLace, das Salomon am Speedcross 3 angebracht hat, gefällt mir sehr gut. Mit meinen ersten Laufschuhen hatte ich häufig das Problem, dass ich die Festigkeit beim Binden der Schuhe nicht richtig einschätzen konnte. Oft bin ich dann los gelaufen und habe nach ca. zwei Kilometern bemerkt, dass der Schuh zu fest oder zu locker sitzt. Also anhalten, Schuh neu binden. Noch viel wahnsinnger bin ich ständig geworden, wenn die Schuhe sogar unterschiedlich fest gebunden waren.

Mit dem QuickLace-System lässt sich der Speedcross schnell an- und ausziehen. Nur einmal kurz an den dünnen Nylonbändern ziehen und bei der gewünschten Einstellung den Feststeller, der ähnlich wie bei Kapuzen an der Jacke funktioniert, betätigen. Fertig. Die dann nach oben herausschauenden Bänder und der Feststeller aus Plastik können in der Schnürsenkeltasche auf der Zunge des Schuhs verstaut werden. So kann nichts beim Laufen gegen die Beine schlagen – und es sieht auch noch besser aus.

Der Salomon Speedcross 3 GTX im Dichtigkeitstest

Das GTX im Namen des Schuhs zeigt an, dass er eine GORE-TEX Membran besitzt, die dafür sorgen soll, dass keine Feuchtigkeit in den Schuh gelangen kann. Dies setzt natürlich voraus, dass kein Spritzwasser von oben hineinläuft, denn dann sind trockene Füße natürlich Fehlanzeige. Gleichzeitig soll die GTX-Membran dafür sorgen, dass Schweiß nach außen transportiert wird. Bei der Firma Meindl habe ich mal gesehen, wie GORE-TEX stichprobenartig auf seine Funktion getestet wird. Dafür besitze ich leider nicht die nötigen Maschinen. Allerdings habe ich den Salomon Speedcross 3 einem ähnlichen Test unterzogen.

Küchenpapier im Salomon Speedcross 3 GTXAufgrund der Läufe mit dem Speedcross wusste ich: Die Füße bleiben trocken. Aber wie sieht das aus, wenn die Schuhe schon ein paar Läufe mitgemacht haben. Und wie sieht es erst aus, wenn sie dauerhaft Feuchtigkeit ausgesetzt werden? Der Frage bin ich nachgegangen. Hierfür habe ich die Schuhe mit Küchenrolle ausgestopft und diese fest hineingepresst. Sollten die Schuhe nicht dicht sein, musste das Küchenpapier an manchen Stellen nass werden. So ähnlich, nur mit Zeitungspapier, bin ich schon mal beim Test des Montane Anaconda 18 vorgegangen.

Ganz ehrlich, ich habe mir im Vorfeld keine all zu großen Hoffnungen gemacht, dass der Test schief gehen würde, aber es hat mich doch ein wenig interessiert, ob die Membran das hält, was sie verspricht. Vor allem, wenn man schon mal kleine Steine im Schuh hatte, die sie eventuell durch Reibung beschädigt haben könnten. Ich war also schon ein bisschen gespannt.

Der Dichtigkeitstest beginntDer Test konnte also los gehen. Alles war so weit vorbereitet: Beide Schuhe standen, dreckig wie sie waren, im Spülbecken unserer Küche. Ich betätigte den Wasserhahn und kaltes Wasser floss ins Becken. Dabei musste ich mich bemühen, darauf aufzupassen, dass kein Wasser von oben in den Schuh gelangte, denn das würde das Testergebnis verfälschen. Also musste ich die Schuhe mit einer Hand festhalten, denn schon mit wenig Wasser im Becken schwammen sie oben auf. Eine Lösung, mit der ich die Schuhe dauerhaft unter Wasser halten konnte, schien mir nicht in Sicht und war auch gerade nicht greifbar. Also hielt ich die Schuhe mit einer Hand fest, während ich mit der anderen Hand fotografierte.

Wie lange sollte ich den Schuh jetzt so unter Wasser drücken? Was wäre realistisch? Ich entschied mich dazu, den Schuh exakt 30 Minuten komplett unter Wasser zu tauchen, was einen Lauf durch Pfützen simulieren sollte.

Der Salamon Speedcross im WassertestDas Ergebnis: Nunja, es gibt nichts zu berichten. Wie erwartet hatte sich kein Wasser in die Küchenrolle gesaugt. Alles war trocken. Dabei hatte ich das Becken so weit gefüllt, dass das Wasser ca. 2 cm unter dem tiefsten Punkt der Schuhe stand. Hätte sich herausgestellt, dass die Schuhe nach ca. 15 Läufen undicht werden würden, hätte das natürlich mein Bild des Salomon Speedcross 3 arg verschlechtert. Aber GORE-TEX konnte mich auch hier wieder einmal vollkommen überzeugen, auch wenn es mittlerweile viele andere Alternative für Membrane dieser Art gibt, die ich teilweise auch sehr gut finde. Aber das ist ein anderes Thema, das auf vielen anderen Blogs und Seiten im Netz heiß diskutiert wird. Dieses Fass hier aufzumachen, wäre nicht nur ein bisschen „off topic“, sondern würde auch den Rahmen sprengen.

Mein Fazit zum Salomon Speedcross 3 GTX

Wie bereits eingangs erwähnt, habe ich zur Zeit keine Vergleichsmöglichkeiten. Der Speedcross ist also für mich im Moment DER Schuh für unwegsames Gelände. Da ich im Vorfeld aber schon einige andere Beiträge zum Speedcross 3 gelesen habe, stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da.

Der 144,95 € teure Speedcross bietet optimalen Grip und gräbt sich schön in Matsch und Laub. Ein Wegrutschen ist nahezu unmöglich. Natürlich ist es auch hier dringend notwendig, dass man den Laufstil dem Untergrund anpasst, aber da, wo mein Straßenschuh sich vorher die Zähne ausgebissen hat, packt der Speedcross 3 ordentlich zu.

Besonders gelungen finde ich das QickLace-Schnürsystem, mit dem sich der Schuh individuell anpassen lässt. gerade bei meinen Entenfüßen ist die einfache Bedienung und das schnell einstellbare System Gold wert. Auch die Schnürsenkeltasche gefällt mir sehr gut.

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden und konnte beim Speedcross 3 keine Mängel oder irgendwelche Problemzonen feststellen.

Weitere Links
Weitere Bilder zum Speedcross
Hinweis
Der Salomon Speedcross 3 GTX wurde mir von der Verkaufsplattform yatego zur Verfügung gestellt, was diesen Test jedoch nicht beeinflusst hat. Alle Tests auf der Outdoorseite werden gewissenhaft durchgeführt und zeigen sowohl positive als auch negative Aspekte des getesteten Produkts auf.

Salomon Speedcross 3 GTX

144,95
Salomon Speedcross 3 GTX
9.25

Preis/Leistung

9/10

    Grip

    10/10

      Pro

      • Schnürsenkeltasche
      • QuickLace-Schnürsystem

      Kontra

      • relativ teuer

      13 Kommentare

        • Das denke ich auch. Aber für den Anfang – so denke ich – habe ich mit dem Speedcross nix falsch machen können. Bei dem wird es aber nicht bleiben. Werde mich mal schlau machen, was es noch alles schönes gibt. Oder kannst du was empfehlen?

          • Puh, bei Laufschuhen immer schwierig. Mein „Überraschungshit“ dieses Jahr war der Haglöfs Gram Comp. Hat aber wesentlich weniger Sprengung als der Speedcross, was zu einem natürlicheren Laufstil führt, an den man sich aber auch erstmal gewöhnen muss. Generell hatte ich bisher noch keinen Schuh, dem ich ein schlechtes Zeugnis ausstellen würde. Probier dich mal durch – Salomon, Inov8, Asics, Raidlight, La Sportiva, The North Face, Mammut… Die Liste ist lang ;)

            • Das hab ich mir fast schon gedacht. Hersteller gibt es ja genug. Werde mich mal weiter umsehen. Danke dir für die Tipps und einen guten Rutsch!

            • Ist halt auch alles eine Frage der Möglichkeiten. 100-150€ zum Test für Schuhe auszugeben ist halt auch nicht jedermanns Sache.
              Dabei fällt mir auf, dass ich schon länger nicht mehr bein Kaufladen nebenan war. :)

              • Finde das auch bei Schuhen immer schwierig, erst Geld in die Hand zu nehmen und dann vielleicht Tage später festzustellen, dass sie nicht so der Renner sind. Daher kaufe ich Schuhe echt ungerne im Online Shop. Vorher anprobieren muss (!) eigentlich immer sein. Aber ich glaube, mit dem Speedcross kannst du eigentlich nix falsch machen. Den habe ich ja auch online bestellt und der passte auf anhieb.

      1. Danke. Sehr ausführlicher Bericht. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken den Schuh mal etwas näher anzuschauen. Bislang haben nur die Finanzen noch nicht gestimmt. ;)

        Daumen drücken für 2014.

      2. Hey Axel,
        ich hab mir genau den gleichen Schuh für die Kälte und Nässe Jahreszeit ausgesucht und bin auch total begeistert! Nur der Test im Schnee steht noch aus!;)

      3. Danke Axel für den Testbericht und den Link zu uns! Auch unserer Meinung nach einer der besten Schuhe für alpinen, tiefen oder rutschigen Untergrund. VG, Fritz von Bergtour-Online.de

      4. Guter Schuh, ohne Zweifel. Habe damit auch bestens meine Herbst-, Winter-, Frühjahrs- und mittlerweile auch Sommerwege (Training, 1 Wettkampf und Wanderungen) Bin zufrieden. Allerdings gibt es da nach mittlerweile 10 Monaten und wie ich finde nicht unbedingt extremen Belastungen einen Wehrmutstropfen:
        Die Sohlen (bzw. hervorstehenden Noppen) sind fast abgelaufen. Das ist mir bisher bei meinen Nichttrailschuhen in dieser Form in dieser Zeit noch nicht so vorgekommen. Mal sehen ob das bei den neuen 2014/15 Modellen ebenso passiert. Wäre für mich bei dem Preis langfristig ein Ausschlusskriterium. Jedes Jahr ein paar neue Salomon, ist doch etwas viel.

        Kay

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