Rundwanderweg Horbach

Die Ortschaft Horbach, am Rande einer alten Römerstraße gelegen und daher in frühen Dokumenten oft „Steinstraß“ genannt, wurde bereits 1073 in einer Schenkungsurkunde des Erzbistums Köln erwähnt. Seitdem hat es sich zu einem ländlichen Ortsteil der Stadt Aachen mit ca. 1500 Einwohnern entwickelt.

Der Rundwanderweg Horbach führt auf ca. 10 km in 2 1/2 Stunden hauptsächlich über asphaltierte Wege vorbei an den geschichtsträchtigen Vierseithöfen der Horbacher Börde, an Zollhäusern, dem Westwall, einer alten Kornmühle, einer Wasserburg und so manchen Kapellen.

Start und Ziel der Rundwanderung ist der Dorfmittelpunkt. Parken kann man bestens an Gut Rosenberg, das erstmals 1274 erwähnt wird und heute die Akademie für Handwerksdesign beheimatet. Von dort aus sehen wir die Pfarrkirche St. Heinrich, die früher wie heute das Leben in Horbach geprägt und der Entwicklung wichtige Impulse gegeben hat. Am Turm der Kirche lassen sich noch die Steine der ersten Kapelle erkennen, die im 15. Jahrhundert gebaut wurde. Die wesentlichen Bauten der heutigen Kirche stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Wir starten den Rundwanderweg und biegen links in die Oberdorfstraße ein. Hier können wir den Wandel von alten Bauernhäusern zu Wohnhäusern beobachten, was gleichzeitig den Wandel des Dorfes von einer Bauernschaft zu einem Wohnort dokumentiert. Weiter passieren wir die kleine Grundschule und den Sportplatz auf der linken Seite sowie später ebenfalls links den hier frei fließenden Horbach.

Auf dem letzten Stück der Oberdorfstraße sehen wir die ersten großen Vierseithöfe der Horbacher Börde. Zunächst linkes den Hof Schmack, weiter rechts den Mönchhof aus dem 17. Jahrhundert mit seinem imposanten Torhaus, daneben Gut Bau aus dem 17. Jahrhundert und wieder links Hof Wesche aus dem Jahr 1712. Am Ende der Straße liegen rechts die Broicher Höfe mit dem Torwappen von 1634 und links der Hof Steinstraß, der erstmals in einer Urkunde von 1215 erwähnt wird. In seinem Keller entspringt die Quelle des Horbachs.

Hof Schmack

Mönchhof

Gut Bau

Hof Wesche

Broicher Höfe

Hof Steinstraß

Direkt hinter den Broicher Höfen erreichen wir eine Kreuzung und treffen auf die alte Römerstraße Aachen – Heerlen. Wir biegen links in die Laurensbergerstraße ab. An der Kreuzung sehen wir auch das erste von vielen Wegkreuzen, denen wir ab jetzt häufiger begegnen werden.

Nach ca. 300 m biegen wir hinter Haus Nr. 236 links in den Weinweg ein und befinden uns jetzt hinter den alten Zollhäusern. Bedingt durch die Grenznähe zu den Niederlanden wohnten hier früher Zöllner nahe ihrer Wirkstätte.

Weiter auf dem Weinweg erreichen wir nach ein paar Metern den Westwall. Dieses als Panzersperre gedachte Relikt aus dem zweiten Weltkrieg ist heute ein ökologisches Rückzugsgebiet für Flora und Fauna. Er durchzog nicht nur das gesamte Heydener Land, sondern verlief vom Niederrhein bis zum Saarland. Heute ist er an vielen Stellen zugeschüttet, genauso wie mehrere gesprengte und zugeschüttete Bunker in der Umgebung.

Westwall

Den Weinweg ein Stück weiter entlang haben wir einen schönen Blick über die fruchtbare Horbacher Börde. Die Halden im Osten erinnern an die Zeit, als nördlich von Aachen Steinkohle gefördert wurde. Wir gehen den Weinweg weiter bis zu einem kleinen Wäldchen und biegen hier links in den Schelmshagerweg ab. Diesem folgen wir bis zum Ende an der L 231 und dann nach links bis zur Forsterheiderstraße. Ohne es zu bemerken folgen wir der alten Bahntrasse Richterich – Horbach – Locht. Mit Unterbrechungen verkehrte hier bis 1951 eine Straßenbahn. Wir folgen der Forsterheiderstraße nach rechts und müssen ein Wenig aufpassen, da auf den nächsten 500 m keinen Fußgängerweg vorhanden ist.

Wir erreichen den Weiler Forsterheide. Von den größeren Bauernhöfen im Weiler sind nur noch drei in Betrieb, die anderen wurden aufgegeben oder zu Wohnhäusern umgebaut.
Bemerkenswert sind noch Hof Huisje rechts, der Doppelhof Eschhus links, in dem früher Essig hergestellt wurde, und wieder rechts der Hof Bau. Wir folgen auf unserer Tour gleichzeitig dem „Weißen Weg“, einem Teil des Pferdelandparks. Am Straßenschild „Geuchter Weg“ biegen wir links ab und folgen dieser Straße.

Doppelhof Eschhus

Hof Bau

Nach wenigen hundert Metern haben wir den Geuchter Hof erreicht, ein prachtvolles Gehöft aus dem 13. Jahrhundert, das früher zum Erzbistum Köln gehörte, heute jedoch im Besitz der Stadt Aachen ist und als landwirtschaftlicher Musterbetrieb gilt. Wir biegen links in den Geuchter Feldweg ein und nach ca. 300 m folgen wir rechts dem Pütz-Eichweg. Hier sehen wir am Horizont Snowworld, die größte Indoorskihalle der Welt, die im holländischen Landgraaf liegt.

Einfahrt zum Geuchter Hof

Snowworld Landgraaf

An der Straße biegen wir rechts ab und nach ca. 100 m erreichen wir die Obermühle. Die alte Kornmühle aus dem 13. Jahrhundert ist von sehr schönen Streuobstwiesen umgeben und wird heute als Tagungshaus betrieben. Hinter der Mühle biegen wir links ab und gehen weiter zwischen Amstelbach und dem renaturierten Mühlengraben.

Eingang zu Gut Obermühle

Nach wenigen Metern gelangen wir zu Haus Heyden mit der nur noch teilweise erhaltenen Wasserburg, die dem Landstrich seinen Namen gab. Erbaut im 13. Jahrhundert für die Grafen von Jülich, wurde es in seiner wechselvollen Geschichte unterschiedlich genutzt. Von der Fliehburg bis zum Ökohof dient es heute – aufwändig und authentisch restauriert – als private Wohnanlage. Wir biegen hinter Haus Heyden nach rechts in den Heyder Feldweg ein und folgen dem Weg bis zur Hubertuskapelle, die 1902 zu Ehren des Schutzpatrons der Jäger erbaut wurde. Wir lassen die Kapelle rechts liegen und gehen den leicht ansteigenden Frohnrather Weg hoch, bis wir die Frohnrather Höfe erreichen.

Haus Heyden

Als erstes erreichen wir den Bückerhof, der etwas abseits am Hang liegt. Bereits 1336 erwähnt, wird er heute überwiegend als Reiterhof genutzt. In der Umgebung des Hofes erblicken wir aber neben Pferden auch Dammwild, Hühner und Pfaue. Weiter auf dem Frohnrather Weg schauen wir nach rechts in die Niederlande. Der in der Senke fließende Crombach bildet hier die Landesgrenze. Vorbei an Hof Unterfrohnrath aus dem 14. Jahrhundert erreichen wir Mittelfrohnrath.

Wild am Bückerhof

Pferde an der Grenze

Hof Unterfrohnrath

Der alte Hof Mittelfrohnrath aus dem 14. Jahrhundert wurde im Jahr 1970 abgerissen und durch den heutigen Neubau ersetzt. Zwei große Platanen zeugen noch von der Allee, die einst auf den Hof zulief. Gräber- und Tonscherbenfunde aus dem Jahr 1862 belegen außerdem die Anwesenheit der Römer in diesem Gebiet.

Der Hof Oberfrohnrath ist der wohl älteste Hof in der Horbacher Börde. Bereits 1112 wird er als Frohnrode erwähnt. Die wesentlichen Gebäude entstanden im 16. und 17. Jahrhundert. Seit dem 19. Jahrhundert ist der Hof in Familienbesitz und wird heute als landwirtschaftlicher Betrieb geführt.

Hof Oberfrohnrath

Nach ein paar hundert Metern über freies Feld haben wieder die L 231 Aachen – Heerlen erreicht. Auf den letzten Metern bis zum Auto passieren wir auf der linken Straßenseite noch das Haus Nr. 336, das alte Zollhaus mit der Zollschranke, wo bis 1934 die deutsche Grenzabfertigung zu den Niederlanden erfolgte.

Links

  • Die Daten zur Tour findet ihr wie immer beim Portal meines Vertrauens ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.