Plädoyer für Bodenständigkeit

Draußen zu sein ist völlig normal und keine Expedition. Menschen sind dafür prinzipiell gebaut. Wir dürfen schwitzen, wir dürfen frieren, wir dürfen nass werden. Und eine Blase an den Füßen ist kein Weltuntergang. Ein kurzes Plädoyer für Bodenständigkeit und gegen übertriebene Technikverliebtheit.

Geht man durch deutsche Innenstädte, begegnet man auch bei trockenem Wetter und normalen Temperaturen hunderten Menschen mit teurer Funktionsbekleidung. Aus dieser Bekleidung, die spezielleren Anforderungen als normale Kleidung genügt, ist eine Branche geworden. Ein Markt. Doch das Vorhandensein spezieller Kleidung für jede Aktivität unter freiem Himmel darf nicht zum Fehlglauben führen, dass man diese teure Ausrüstung braucht, um einen schönen Tag in Mutter Natur zu verbringen.

Was braucht man für den Start ins Draußen-Sein?

Freunde und Bekannte, die wissen, dass ich mich für „Draußen sein“ begeistere und mittlerweile auch einen großen Fundus an spezieller Kleidung, Zubehör und lustigen Gadgets habe, fragen mich manchmal um Rat. Fragen wie „Ich will wandern gehen, was brauche ich für Schuhe?“, „Ich brauche einen neuen Schlafsack und habe einen für 400 € gesehen, den ich toll finde. Wie findest Du den?“ oder „Was für einen speziellen Radrucksack brauche ich, wenn ich am Wochenende eine Radtour mit meiner Freundin machen will?“ erreichen mich ab und zu und meine Rückfrage ist immer die gleiche: WOZU? In Kinder-, Jugend- und Studententagen waren wir stundenlang joggen, im Wald, zelten oder im kleinen Abenteuerurlaub, ohne viel darüber nachgedacht und besondere Ausrüstung für hunderte oder tausende Euros im Gepäck zu haben. Als die Menschen, die in vielerlei Hinsicht die Grundsteine für unsere heutigen Outdoor-Aktivitäten gelegt haben, gab es noch keine Funktionstextilien, keine High-Tech-Materialien und keine technischen Helferlein. Vielleicht haben wir vergessen, dass es geht, aber für normale Aktivitäten unter freiem Himmel reicht meist das, was dein Körper, dein Kleiderschrank und die Küchenschublade schon hergibt.

Die Eintrittskarte für Draußen ist kostenlos.

Heutzutage scheint es mir manchmal, dass man vergessen hat, dass man in Jeans, Pulli und Turnschuhen eine Menge Spaß in Mutter Natur haben kann. Der Preis für teure Profi-Ausrüstung darf keine Einstiegshürde sein – und ist es in Wirklichkeit auch nicht. Sobald man einen Sport oder ein Hobby für sich gefunden hat, kann man nach und nach dafür sorgen, dass man nicht so optimale Teile gegen bessere ersetzt. Das kommt mit der Zeit und man kann selber feststellen, welches Teil oder welches Kleidungsstück grade verbesserungswürdig ist. Vor einigen Wochen beobachtete ich etwas belustigt einen Läufer am Ufer der Lahn, der in Jeans, altem Pulli und Schuhen vom Lebensmitteldiscounter lief. Er lief ambitioniert und mit sichtbar viel Freude. Also worum geht es eigentlich? „Spaß haben“ ist das neue „Cool aussehen“. Tolle Ausrüstung macht sicherlich Spaß, aber eine fehlende Ausrüstung bedeutet auf keinen Fall, dass man keinen Spaß haben kann. Für den Spaß reicht gute Laune und ein bloßes Interesse daran, was die Natur zu bieten hat.

Bleib auf dem Boden, aber wenn Du ihn verlassen willst, geh auf Nummer sicher.

Bei den meisten Aktivitäten unter freiem Himmel gehst Du in unseren Breiten keine besonderen Risiken ein. Ein kleiner Muskelkater, eine Blase am Fuß oder ein nasser Popo gehören manchmal einfach dazu und sind auch mit teurem Zubehör nicht immer vermeidbar. Wenn Du aber etwas vor hast, das potentiell gefährlich sein kann, dann verzichte bitte auf Experimente. Zum Klettern, Bergsteigen, Mountainbiken oder Camping bei extremen Minusgraden gehört zumindest eine anständige Sicherheits- und Notfallausrüstung. Aber auch dazu musst Du nicht zwangsläufig einen teuren Helm, ein eigenes Klettersteigset oder steigeisenfeste Schuhe kaufen. Manchmal kann man sich solche Dinge aus vertrauensvoller Quelle auch leihen. Oder dieses Zubehör wird Dir bei einer geführten Tour kostenlos gestellt. Das Leihen ist preiswerter als eigenes teures Equipment, das man nur ab und zu nutzt und der Verleiher sorgt fachkundig dafür, dass defektes und verschlissenes Material ersetzt wird. Und manchmal ist ein guter Rat mehr wert, als falsch eingesetztes Profizubehör. Und nochmal: mache bitte bei sicherheitsrelevanter Ausrüstung keine Experimente! Ein altes Tau aus Jute ist kein sicheres Kletterseil!

Ein paar praktische Tipps als Anregungen:

  • Das Zwiebelprinzip und ein paar Klamotten zum Wechseln ersparen Dir meist teure Funktionsbekleidung.
  • Ein Müllsack ist eine prima Regenhülle, wenn dein Rucksack nicht wasserdicht ist.
  • Wenn Deine Isomatte draußen im Winter nicht warm genug ist, leg eine wasserdichte Folie und Laub oder Heu unter.
  • Einen (Hobo-)Kocher für unterwegs kannst du aus ein paar Konservendosen auch selber bauen. Außerdem ist man viel mehr stolz darauf, als auf einen gekauften Schicki-Micki-Kocher mit Kerosin-Einspritzung und GPS-Grillgutortung.
  • Mit einer Einweg-PET-Flasche wirst Du auch ohne teure Isolierflasche aus Aluminium nicht verdursten. Und statt teurem Energy-Müsli tut es für den Normalsportler auch eine Banane oder eine Tafel Schokolade. Und noch günstiger wird es, wenn Du lernst, was Du aus der freien Natur alles problemlos essen kannst. Es ist mehr, als Du denkst!
  • Für manche Sportarten ist die Mitgliedschaft in einem Verein sinnvoll. Dort lernst Du nicht nur neue Leute kennen, sondern kannst auch das Vereinsmaterial benutzen.
  • Statt Multifunktionsmesser und Titanbesteck reicht auch ein Küchenmesser und das, was Deine Küchenschublade hergibt. Ohne Wasserfilter kannst Du in einer Plastiktüte sogar zur Not Wasser abkochen.
  • Statt Schuhen mit teurer Membran sind auch gewachste Lederschuhe eine prima Alternative.
  • Wenn Du auf Camera, GPS-Gerät oder Stirnlampe nicht verzichten magst, dann schau mal beim Trödelmarkt oder im Online-Auktionshaus. Dort findest du oft gebrauchte, aber noch funktionstüchtige Sachen für einen guten Preis.
  • Willst Du auf Funktionskleidung nicht verzichten, ist manchmal der Besuch eines Berufsbekleidungsgeschäftes ratsam. Dort gibt es manchmal ähnliche oder tatsächlich die gleichen Materialien für einen Bruchteil des Preises eines Spezialgeschäfts. Im Speziaelgeschäft findest Du manchmal auf tolle preisreduzierte Ware aus dem Vorjahr.
  • Zu guter Letzt: reparieren ist besser als neu kaufen. Und was sich nicht reparieren lässt, war eigentlich schon beim Kaufen kaputt. Also kauf es nicht!

Und jetzt hör auf zu lesen und geh raus! ;-)

Hinweis
Dieser Beitrag kommt zwar (fast) ohne Photos aus, aber nicht ohne Bilder. Sie entstehen hoffentlich im Kopf beim Lesen.

19 Kommentare

  1. alpsteintourismus 12. Dezember 2013 at 07:45 - Reply

    GPS-Grillgutortung :D

    Die Gedanken, die du hier beschreibst, sind mir auch schon häufig gekommen, konnte es aber nie richtig in Worte fassen. Sehr schön geschrieben!

    Liebe Grüße,

    Erika
    ulligunde.com

    • alpsteintourismus 12. Dezember 2013 at 07:46 - Reply

      Hi Jörg,

      hoppla, der Kommentar ging mit meinem Businessaccount durch. Sorry, sollte natürlich von Ulligunde kommen!

  2. Die Gedanken, die du hier beschreibst, sind mir auch schon häufig gekommen, konnte es aber nie richtig in Worte fassen. Sehr schön geschrieben!

    Liebe Grüße,

    Erika
    ulligunde.com

  3. Der Beitrag zur richtigen Zeit. Gerde jetzt ist man einfach so schnell dabei diversen stuff zu ordern. „Ist ja Weihnachten und man kann sich ja jetzt mal was gönnen“. Und dann braucht man das erst im Frühjahr und bis dahin hat schon wieder fast vergessen das man das Teil x im Schrank liegen hat. Jaja, man kauft zuviel und ich muss sagen, die Werbung funktioniert schon ganz prima: Das wird einem ja die ganze Zeit suggeriert was man nicht alles braucht und das es ohne dies und jenes sowieso keinen Spass macht. Und dann braucht man nicht mehr in den Laden zu gehen sondern kann sich online tausend Tests durchlesen und kurz vorm schlafen gehen noch online bestellen. Jaja, erkenne mich da auch wieder und Nachdenken hilft da manchmal. Wirklich wichtig: wir sollten uns frei machen vom Ausrüstungszwang, denn wie schreibst du so schön: „Die Eintrittskarte für Draußen ist kostenlos.“

  4. Danke! Genau so sehe ich es auch. Deswegen gibt’s bei mir im Blog auch kaum Gadgets und Marken zu sehen. Es sollte doch um das Erlebnis gehen.
    Schuld daran sind auch Outdoormagazine und Blogs, die ihren Schwerpunkt nur noch auf Material legen. Da geht’s dann nur um die neusten Gadgets und Tests und die eigentliche Aktivität spielt gar keine Rolle mehr.
    Was mich auch oft stört sind die Mitarbeiter von Outdoor-Läden, die ihren Kunden immer den Hightech-Shit andrehen wollen obwohl die oft nur einen Spaziergang im Park machen wollen.

    Und dann diese ganzen erfunden Bekleidungstechnologie-Begriffe. Da könnte ich einen eigenen Rant zu schreiben. Alles Marketing.

    Naja, ich gebe zu, dass ich auch anfällig dafür bin aber deswegen ist es umso wichtiger sich stets zu fragen, was man wirklich braucht.

    Dieser Wahn führt auch dazu, dass die Outdoorwelt elitär und geschlossen wirkt obwohl die Natur doch für alle da sein sollte.

    Ich kaufe eher wenig und dafür langlebige Sachen. Und erst letzte Woche habe ich meinen alten Rucksack wieder geflickt. Geht alles.

    Back to basics!

  5. Jo, den Beitrag kann man so unterschreiben. Auch als Ausrüstungsfetischist. Aber wie Du ja auch schreibst – die Einstiegshürde als solche gibt es nicht beim draussen sein. Sobald man „Outdoor“ etwas intensiver geniesst, bietet entsprechende Ausrüstung die Portion Komfort oder eben Sicherheit, auf die niemand mehr verzichten muss. Den ganzen Tag in Jeans auf der Skipiste? Kann man machen, muss man aber auch nicht. ;-)

  6. Schöner Beitrag, dem ich im Kern zu stimme. Aber wenn schlechte oder nicht angemessene Ausrüstung und Bekleidung den Leuten die Outdoor-Aktivitäten vermiesen, ist das auch nicht gut. Jenseits von einem kurzen Spaziergang oder sich „ein wenig Draußen aufhalten“ gibt es schon ein paar Dinge, die man bei der Wahl der Ausrüstung und Bekleidung beachten sollte.

    Denn wer sich beim Wandern mit einer Jeans Scheuerstellen, mit nicht passendem Schuhwerk Blasen läuft oder sich in Baumwollbekleidung kaputt schwitzt, der kann das Draußen sein auch nicht genießen und wird sicherlich schnell den Spaß verlieren. Und ist auch nicht gut. Natürlich müssen es nicht die teuersten und besten Sachen sein. Aber von reiner Alltagskleidung bei ambitionierteren Aktivitäten würde ich trotzdem abraten. Gerade was die Schuhe angeht.

    Die Eintrittskarte für Draußen ist zwar kostenlos, aber das alleine ist noch keine Garantie für eine gute Vorstellung.

    • Ich glaube, Jörg meint auch keine Mehrtagestreks durch die Alpen, sondern eher den Spaziergang mit der Familie. Dabei stellt sich natürlich die Frage: Ab wann ist man Outdoor und ab wann „mal eben um den Block spazieren“. Oder ist das auch schon Outdoor?

  7. Danke für den guten Beitrag. Schuhe, das stimme ich meinem Vorkommentator zu, sind ein wunder Punkt. Jenseits von Spazierengehen sollten gute, passende, schützende Wanderschuhe an die Füße. Schuhe sind das einzige, wo ich nicht auf’s Geld schaue. Denn mit Blasen an den Füßen ist der Spaß ziemlich schnell vorbei. Wanderkleidung kann man sich aus dem Fundus zusammenstellen, was geht und was nicht, wird jeder mit der Zeit selbst herausfinden. Ich schwitze in jedem Material und habe immer Wechselklamotten dabei. Bei einer Hose ist mir zum Beispiel wichtig, dass sie genug Taschen hat und wo z.B. auch eine Karte praktisch reingesteckt werden kann. Mein Tipp für den Anfang: gute Schuhe und den Rest nach eigenen Erfahrungen und Bedürfnissen beschaffen.

  8. „Er will doch nur (mal) wandern!“ – Ich stimme mit Dir überein, Jörg. Und wir scheinen uns gerade mit den gleichen Gedanken zu beschäftigen. ;-) Wenn ich mich beispielsweise am Schwarzen Brett der DAV-Sektion in München umsehe, dann frage ich mich oft, warum komplette, teure Ausrüstungen „fast unbenutzt“ wieder verkauft werden. Theorie 1: Das kommt von Bloggern, die zuviel Test-Zeugs im Keller haben ;-). Theorie 2: Das passiert, wenn man sich keinen Kopf um seine Ausgaben macht/machen braucht und für das Thema Nachhaltigkeit/Langlebigkeit nicht sensibilisiert ist.
    Wer mal einen einzigen Tag oder eben selten unterwegs ist, braucht nicht gleich jeden Schnick-Schnack.
    Gelegenheits-Wanderern im Freundes-/Familienkreis kann man immer mal mit einzelnen Ausrüstungsgegenständen aushelfen. Eine andere hervorragende Quelle: Viele DAV-Sektionen verleihen umfangreich Material. Klar, wer mehr und öfter wandern will, wird sich eher früher als später nach geeigneter, eigener Ausrüstung umschauen.
    Ich selbst finde die Variante, hochwertige, langlebige Dinge + weitestgehend zeitlose Farben zu wählen mehr als vernünftig.

    • Nicht nur bei der DAV-Sektion, sondern auch bei Freunden kann man sich häufig gute Ausrüstung ausleihen. Unsere Kindertrage ist z.B. im Dauereinsatz im Freundeskreis. Junge Eltern, die mal für ein Wochenende unterwegs sind, brauchen sich schließlich nicht für das eine Wochenende eine Trage von knapp 200 € kaufen. Auch unser Kochgeschirr, die Gas-, Benzin und Mehrstoffkocher sind häufig verliehen, sofern wir sie nicht brauchen. Zum Glück hat noch niemand wegen meinen Schuhen angefragt ;-)

  9. Kompliment! Der Artikel spricht etwas sehr wichtiges an. Die Argumente die Du gefunden hast sind sicherlich auch alle nachvollziehbar und richtig.

    Neben den von Jens gebrachten Punkten, welche ja schon behandelt sind will ich auf einen anderen Aspekt eingehen. Den aus meiner Sicht wichtigsten. Die Umwelt, unsere Mutter Erde. Ich werde nachfolgend nur ein paar Punkte ansprechen, gerne können wir sie auch ausführlicher Diskutieren.

    Ja, es gibt derzeit die von Greenpeace angestoßene Diskussion über per- und polyfluorierten Kohlenwasserstoffe in Outdoorkleidung. Das sehe ich aber nicht als so schlimm an. Die Industrie wird reagieren (siehe Jack Wolfskin).

    In letzter Zeit wird viel über Outdoorkleidung „geschimpft“ und na klar muss man beim Gang zum Bäcker um die Ecke nicht die 700 € ProShell Jacke haben. Diese Entscheidungen trifft aber jeder für sich. Und wer es sich leisten kann / will, der sollte sich das gute Stück auch gönnen. Nur so kommen die Gelder für Innovationen zu den Herstellern. Hightech Material nur für Expeditionen zu entwickeln ist nicht lukrativ. (vgl. z.B. Automobilindustrie).

    Zurück zum Thema. Mir ist eine Hose aus recycelten Kunstfasern sicherlich lieber, als eine (nicht immer günstigere) Jeans aus Baumwolle. Ich denke (ohne es überprüft zu haben), dass der ökologische Footprint der Jeans um einiges größer ist.

    Ich vertrete die Ansicht, dass sich jeder gerne auch ein paar Outdoorkleidungstücke zulegen soll, aber nur dann, wenn er sich sowieso ein neues Kleidungsstück kaufen will.
    Statt Jeans, eine vernünftige Softshellhose. Statt Highheels, gerne mal ein paar Bergstiefel ….

    Viele Grüße
    Jörg
    http://www.minimulis.de

    Disclaimer: Dieser Artikel soll zur weiteren Diskussion dieses sehr interessanten und wichtigen Themas anregen.

  10. Ich bin einer dieser Mitarbeiter von einem Outdoor-Laden, den Ken Takel angesprochen hat, und das seit 30 Jahren. Ich will aber keinem was „andrehen“, wer mit seinem Hund spazieren geht, braucht keine 3-Lagen Jacke. Nur, wenn der Kunde zufrieden ist, kommt er wieder.

    Wer ambitioniert unterwegs ist, der wird sich früher oder später die ein oder andere Funktionskleidung zulegen. Man sollte dabei aber auf dem Boden bleiben, eben bodenständig.
    Was mir wirklich wichtig ist: dass man sparsam mit den Ressourcen umgeht. Wer sich jedes Jahr eine neue (ob billig oder teuer) Jacke zulegt, handelt nicht nachhaltig und m.E. auch nicht bodenständig. Da stimme ich Muli voll zu.

    Ich habe darüber in unserem Blog geschrieben: http://www.elchblog.de/repair-reuse-recycle/ (Wenn Eigenwerbung hier erlaubt ist).

    Aber gut, dass Jörg uns auf den Boden der Tatsachen zurück holt.

  11. Dieser Post bringt es auf den Punkt. Er beschreibt genau das was man überall sieht. Mit den Bus auf den Berg und dann eine 3 lagen Gore Jacke. Manchmal muss ich mir ein Grinsen verkneifen, wenn ich einen Kunden an der Strippe habe und mir die Anforderungen an Wanderungen anhöre.

  12. Auf den Punkt gebracht!
    Weniger ist manchmal doch noch mehr!

    Leider spiegelt sich dieser Technik-Wahn in vielen Dingen wieder.
    Bin z.B. leidenschaftlicher Motorradfahrer und hab eine Supersportmaschine ohne jeglichen Schnik Schnak wie AntiHopping-Kupplung, Tranktionskontrolle usw. und dennoch lebe ich noch ;)!
    Gut, ich gebe zu das es vill. etwas weit hergeholt ist, aber es kommt aufs gleiche raus. Es wird einem suggeriert, dass all diese Dinge unweigerlich nötig sind, doch wie im Bericht hier beschrieben…früher gings dich auch ohne.
    Natürlich ist vieles praktisch, hilfreich oder für die Sicherheit ein Meilenstein…doch es geht auch puristischer/spartanischer ;)!

    Bevor ich mich jetzt zu sehr reinsteigere…ein toller Bericht, schöne Feiertage an alle und einen guten Rutsch ;)!

    Gruß,
    Chris

  13. :-)

    Ich hab über 10 Jahre im Outdooreinzelhandel gearbeitet und bin selbst ein „gearfreak“.

    Wenn ich allerdings in meine Kindheit und Jugend schaue dann muss ich feststellen, dass ich vom 6. bis zum 20. Lebensjahr mit den Pfadfindern draussen mit ziemlich un-outdooriger Ausrüstung unterwegs war. Und zwar völlig egal, ob das ein Wochenende, ein Sommerlager oder ein Großfahrt nach Schweden, Norwegen, Wales oder Irland war.

    Jeans, Baumwollhemd (Kluft), Baumwolljungenschaftsjacke, normale Schuhe. Das einzige „richtige“ Outdoorprodukt war ein gummierter BW-Poncho.

    Heute regiert die Angst, dass man irgendwie Schaden nehmen könnte, wenn man nicht mit den „richtigen“ Dingen draussen unterwegs ist.

    Dabei ist diese „richtige“ Ausrüstung so selten wirklich ausschlaggebend für den Erfolg eines Outdoorabenteuers.

    Geht einfach raus, macht Eure eigenen Erfahrungen und wenn es super läuft, dann lernt Ihr noch was draus.

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