Patagonia Piolet Jacket

Vor unserem Urlaub im Ennstal war ich auf der Suche nach einer geeigneten Hardshelljacke für den Winter, die ich sowohl bei Wanderungen als auch auf der Piste tragen kann. Unser Partner Bergfreunde stellte mir die Patagonia Piolet Jacket zur Verfügung, die ich während diverser Winteraktivitäten genauer unter die Lupe nehmen durfte.

Schnitt und Tragekomfort

Bereits bei der Bloggerwanderung durch das Hohe Venn war die Patagonia Piolet Jacket dabei. Dort wurde sie einem ersten Stresstest unterzogen, denn zeitweise schneite es dicke Flocken. Der lockere Schnitt der Jacke ermöglicht es, mehrere Lagen wie Fleecepullover, Softshell und/oder Shirt etc. unter der Jacke zu tragen. Beim Tragen der Piolet Jacket ohne weitere Zwiebelschichten punktet die Jacke mit einem lose eingenähten Futter, das unnötige Reibung verhindert, während die GORE-TEX® Membran fest mit dem Außenmaterial verbunden ist.

Einen weiteren Pluspunkt erhält die Piolet durch keilförmige Einsätze unter den Armen, die es ermöglichen, die Arme nach oben zu strecken, ohne dass die Jacke hochrutscht.

Besonderen Wert hat man bei der Piolet auf die Lage der Taschen gelegt: Die beiden Taschen auf der Frontseite der Jacke sind so angebracht, dass sie auch mit einem umgeschnallten Rucksack leicht bedient werden können. Eine weitere Tasche befindet sich auf der linken Brust, die ich während meinen Aktivitäten als Geldfach oder als Fach für das Mobiltelefon genutzt habe.

Etwas versteckter platziert ist eine Tasche auf der rechten Brust, die von innen verarbeitet ist. Hier empfiehlt es sich sehr, Dinge zu verstauen, die nicht so häufig gebraucht werden, da die Jacke geöffnet werden muss, um an das Fach zu gelangen. Beim Skifahren habe ich diese kleine Tasche als Fach für die Liftkarte benutzt, da sie bei meiner Körpergröße exakt auf der Höhe der Sensoren am Einlass zu den meisten Liften sitzt.

Innentasche der Patagonia Piolet Jacket

Die gefalteten Gasket Dry Bündchen an den Handgelenken schließen bei Bedarf dicht ab und ermöglichen eine besonders genaue Regulierung, was beim Tragen von Handschuhen sehr von Vorteil ist. Sie lassen sich durch einen Klettverschluss verstellen. Hier wurde Wert darauf gelegt, dass die rauhe Seite des Klett niemals übersteht, damit Schürfwunden vermieden werden können.

Klettverschluss am Ärmel der Patagonia Piolet Jacket

Material

Die 643 Gramm schwere Patagonia Piolet Jacket ist aus zweilagiger, wasserdicht-dampfdurchlässiger GORE-TEX® Performance Shell mit DWR (Durable Water Repellent) Imprägnierung gefertigt, die für ein breites Spektrum an Outdoor-Aktivitäten entwickelt wurde, nach der Beschränkung von Gore auf die drei Kategorien GORE-TEX®, GORE-TEX® Active und GORE-TEX® Pro jedoch nicht mehr verarbeitet wird.

Den letzten Besuch im Werk von W.L. Gore & Associates GmbH im Rahmen des Blogger Summits nutzte ich aus, um die Piolet im Windstopper Testkanal einem Härtetest zu unterziehen. Während die Piolet mich bei meinen ersten – zugegebenermaßen nicht gerade rasanten – Abfahrten auf Skiern ziemlich warm hielt, liegt mittlerweile die Vermutung nahe, dass die Winddichtigkeit eher auf den Fleecepulli unter der Jacke zurück zu führen ist. Denn der Test der Jacke im Stormcube, wie der Windwürfel bei Gore heißt, hat folgendes ergeben:

Bei windigen Wetterbedingungen wird die Außentemperatur als kälter empfunden, als sie tatsächlich ist. Diesen Effekt nennt man Windchill-Effekt. Im Stormcube herrschte eine konstante Temperatur von 10 Grad Celsius. Der vor mir installierte Ventilator erzeugte Wind mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h. Unter der Jacke trug ich ein handelsübliches Baumwollshirt. Nun durfte ich zum Vergleich die Jacke vor dem Ventilator öffnen und schließen. Ergebnis: Es war sowohl mit geschlossener als auch mit geöffneter Jacke (gefühlt) gleich kühl.

Zuverlässiger als bei der Winddichtigkeit zeigt sich das verarbeitete zweilagige GORE-TEX® Material mit 92-g, 40-Denier Gewebe aus 100% Nylon bei der Wasserdichtigkeit bzw. ebenfalls beim Abtransport von Schweiß. Selbst bei anstrengenden Schneeschuhtouren sorgte die verarbeitete Membrane, die an den verstärkten Stellen mit einem stabileren Material mit 146-g, 70-Denier Gewebe aus ebenfalls 100% Nylon daher kommt, für ein angenehmes Klima in der Jacke.

Test der Patagonia Piolet Jacket bei Outdoorseite.de

Sowohl das Außenmaterial als auch die Verstärkungen sind DWR (Durable Water Repellent)-imprägniert. Wie ich beim Besuch bei Gore durch einen Mitarbeiter bestätigt bekam, lässt diese Imprägnierung nach nur wenigen Wäschen nach und muss mit Hilfe von Spezialprodukten erneuert werden.

Details und Extras

Besonders heraus sticht bei der Patagonia Piolet die zweifach verstellbare Kapuze, die dank eines laminierten Schilds für optimale Sicht sorgt bei schlechtem Wetter. Die helmkompatible Optimal Visibility Hood™ kann dank des Touch Point Systems™, das in die Kapuze und den Saum integriert ist, schnell reguliert werden. Dabei liegen die Stopper der Bändchen in eingenähten Plastiklaschen, so dass selbst mit Handschuhen nicht unnötig lange nach den kleinen Helferlein gesucht werden muss. Die beiden Stopper an der Vorderseite der Kapuze liegen etwas oberhalb des Gummibandes, was beim ersten Benutzen kurz zu Irritationen führen kann, da man das Ende des Bandes in der Regel direkt am Stopper vermutet.

Touch Point System™ an der Optimal Visibility Hood™ der Patagonia Piolet Jacket

Touch-Point-System™-an-der-Optimal-Visibility-Hood™-der-Patagonia-Piolet-Jacket

Ebenfalls zu erwähnen ist das am Innenkragen und an der Kinnpartie verarbeitete Fleece, das das Tragen der Patagonia Piolet auch mit hoch geschlossenem Frontreißverschluss nicht unangenehm wirken lässt.

Fleece am Innenkragen der Patagonia Piolet Jacket

Die Reißverschlüsse an den drei Außentaschen und den beiden Unterarm-Öffnungen zum Lüften tragen dank extrem flacher, wasserdicht beschichteter, geschmeidiger Slim Zips nicht sehr auf und erhöhen den Tragekomfort, da sie Reibung nahezu verhindern.

Wasserdicht beschichteter Slim Zip an der Patagonia Piolet Jacket

Der 2-Wege-Frontreißverschluss ist nicht wasserdicht beschichtet, liegt dafür aber unter einer durch Klett verschließbaren Lasche und ist sehr leichtgängig. Am Unteren Ende kann er mit einem Druckknopf fixiert werden, um ein ungewolltes Öffnen zu verhindern. Einziges Manko, was aber auch ein Fehler an meinem Modell sein kann: Öffnet man den Reißverschluss, müssen für den letzen Zentimeter beide Hände benutzt werden, da der untere Reißverschlussteil beim Schließen ständig ein Stück mit hochrutscht und somit beim Öffnen verhakt. Gerade beim Skifahren oder beim Wandern mit Trekkingstöcken, wo die Hände oft mit den Stöcken selber beschäftigt sind, wäre eine Einhandbedienung wünschenswert.

Fazit

Ich durfte die Patagonia Piolet Jacket nun etwa zwei Monate lang bei allen möglichen Aktivitäten testen. Ob Schneeschuhwanderungen, Skiabfahrten, Wanderungen oder Rodeln – die Piolet hat bei fast allen Unternehmungen treue Dienste erwiesen, egal ob bei Schnee, Regen oder Sonne. Durch die Verarbeitung der Jacke und den komfortablen Schnitt ist die Piolet ein perfekter Allrounder, der bei nahezu allen Aktivitäten einsetzbar ist, bei denen man als Träger keinen Extrembedingungen ausgesetzt ist.

Hier noch ein Video von Patagonia zur Piolet:

Hinweis
Die Patagonia Piolet Jacket wurde mir von den Bergfreunden zur Verfügung gestellt, was diesen Test jedoch nicht beeinflusst hat. Alle Tests auf der Outdoorseite werden gewissenhaft durchgeführt und zeigen sowohl positive als auch negative Aspekte des getesteten Produkts auf.

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