Ohne Köpfchen auf dem Rundweg Köpfchen

Dass man sich bei der Routenplanung für einen geschmeidigen Trailrun nicht unbedingt auf sein Köpfchen verlassen sollte, habe ich heute gemerkt. Um so bedenklicher, dass es dazu noch auf den Rundweg Köpfchen ging, der Teil der Grenzrouten ist.

Auf so einigen der insgesamt neun Grenzrouten war ich schon unterwegs, so z.B. auf der Grenzroute 5 durch den Aachener Wald oder eben auf dem Rundweg Köpfchen. Kein Wunder, liegen diese Wanderrouten doch allesamt bei uns im niederländisch-belgisch-deutschen Grenzgebiet. Heute wollte ich, dem Brückentag sei dank, mal eine etwas andere Strecke laufen als die üblichen Hausstrecken durch das Wurmtal. Ich entschied mich für den Rundweg Köpfchen, denn den hatte ich als besonders pfadig in Erinnerung.

Die Frage meiner Frau, ob ich nicht Kinderwagen samt Inhalt mitnehmen wolle, musste ich leider mit Nein beantworten. „Die Wege da sind zu krass für den Kinderwagen“, wägte ich mich in Sicherheit. Und so setzte ich mich ins Auto für die 1/2 Stunde Anfahrt zum Ausgangspunkt, ständig in der Vorfreude auf geile Trails und einen spannenden und spaßigen Lauf.

Ohne Köpfchen #1

Am Ausgangspunkt angekommen legte ich sofort los. Ich wusste noch so ungefähr, wo ich lang musste und dass ich die ersten 300 Meter auf Asphalt laufen werde. Also folgte ich der Beschilderung und freute mich weiterhin auf ein paar Pfade. Dann bog ich rechts ab: Geteerter Waldweg. Auch hinter der nächsten Kurve keine Besserung. Mist, verdammter!

Hätte ich mir im Voraus doch nochmal die Beschreibung durchlesen und die Karte anschauen sollen? Nein, hier war ich schon so oft. Die Trails werden noch kommen. Spätestens, wenn ich die Eupener Straße überquere und den etwas größeren Teil des Rundwegs laufe. Dann, da bin ich mir sicher, wird es spaßig.

Pustekuchen! Außer Asphalt treten nix gewesen. Ich hätte mich doch nicht nur auf meine Erinnerungen verlassen sollen und war nach jeder Weggabelung, jeder Kurve und jedem Hügel tief enttäuscht, als sich da immer wieder das selbe bot: Asphalt – oder touristisch ausgebauter Schotter-Waldweg. Da hätte ich auch den Kinderwagen mitnehmen können.

Einen Wermutstropfen gab es jedoch: Zwischen Kilometer 3 und 4 tat sich plötzlich ein Trail mit einer minimalen Steigung auf. Den hatte ich noch im Gedächtnis – und war davon ausgegangen, dass die ganze Strecke so ist. Falsch gedacht!

Ohne Köpfchen #2

„Vertraue niemals dem Wetterbericht“, hört man ständig und immer wieder aus fast aller Munde. Genau diesen Wetterbericht hätte ich aber mal lesen sollen. Hatte es morgens noch geregnet, sollte sich das schlagartig ändern. Denn als ich gerade auf dem ersten Kilometer unterwegs war, riss die Wolkendecke auf und die Sonne begleitete mich mit brühend warmen 20°C für den Rest des Weges. Zu gut, dass ich meine GoreTex Active Shell Jacke an hatte – und keinen Rucksack dabei… Wie nass ich nach der nur kurzen Runde am Auto ankam, darf sich jeder gerne selber ausmalen.

Fazit

  1. Was lehrt uns das? Bevor ich mich das nächste mal auf einen ausgezeichneten Wanderweg mache und denke, dass ich da tolle Pfade vorfinde, sollte ich mich nicht auf meinen Kopf, sondern auf Kartenmaterial verlassen.
  2. Außerdem darf ich gerne mal der Wettervorhersage Gehör schenken, wenn es um die Wahl der Kleidung geht.
  3. Es muss bald mal ein gescheiter Rucksack mit Trinksystem und einem kleinen Staufach her!

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