Mal was neues: Snowboarden

Pia snowboarded seit 2001. Jörg hat noch nie in seinem Leben auf einem Snowboard oder auf Skiern gestanden, sondern Schneetage oft und gerne auf dem Schlitten verbracht. Würde es Pia an einem halben Tag schaffen, Jörg halbwegs sicher eine Piste herunter zu bekommen?

Im Dreiländereck Deutschland/Niederlande/Belgien liegt Landgraaf in der Provinz Limburg. Die dortige Skihalle „SnowWorld Landgraaf“ bietet zwei separate längere Pisten (längste Pisten der Niederlande), einen Funpark, zwei „Idiotenhügel“ und eine kurze Abfahrt speziell für Kinder. Bergauf geht es bei den längeren Abfahrten über zwei Schlepplifte oder einen Sessellift.

Der Eintritt für 8 Stunden Fahrspaß kostet ca. 30 €. Alle nötigen Teile (Snowboard, Boots, Helm, etc.) können geliehen werden und sind in einem guten Zustand. Zum Pausieren gibt es ein Restaurant mit Außenbereich und eine Skihütte in der Halle. Vor der Ausfahrt mit dem Auto muss man im Eingangsbereich eine Parkmünze kaufen (2 €). Achtung: die Spinde kosten pro Schließung 50 Cent, die man nicht zurück bekommt. Wechselautomaten an den Wänden helfen, wenn man nicht genug passendes Kleingeld dabei hat.

Die ersten Schritte

Sessellift Landgraaf

Der Sessellift verläuft in der Mitte der Anlage und ist nichts für Anfänger.

Nach einer kurzen Einweisung und einer Aufwärmrunde ging es zunächst auf den Anfängerhügel, auf dem Pia sehr geduldig die Grundlagen erklärte. Wo ist vorne, wo ist hinten? Wohin muss der Schwerpunkt? Wie fällt man richtig? Nach drei kurzen Abfahrten vom Idiotenhügel, bei der die Theorie von Jörg zwar verstanden, aber noch nicht flüssig in die Praxis umgesetzt werden konnte, ginge es gefühlt viel zu früh auf eine der langen Pisten.

Die erste Abfahrt

Die erste Abfahrt war entsprechend ernüchternd. Die Details ersparen wir Euch an dieser Stelle. Irgendwann funktionierte es dann jedoch besser mit Standfestigkeit und Kurvenlage und es begann nicht nur dem Zuschauer Spaß zu machen. Problematisch war Jörgs Vorerfahrung zur Gewichtsverlagerung beim Mountainbiken. So muss man beim Snowboarden mehr Gewicht auf das vordere Bein bringen (Nose), um Kontrolle über das Brett zu bekommen. Diese falsche Gewichtsverlagerung führte in den ersten zwei Stunden zu häufigen Bremsungen mit vollem Körpereinsatz.

Später

Pia ernüchtert vor Ihren "Darmschlingen". So sollst Du fahren, Jörg!

Pia ernüchtert vor Ihren „Darmschlingen“. So sollst Du fahren, Jörg!

Ein abgeschlossenes Eleganz-Studium hätte man Jörg auch am späten Nachmittag noch nicht abgenommen. Aber immerhin funktionierten irgendwann ein paar Kurvenkombinationen, ohne bei jedem Richtungswechsel in den künstlich erzeugten Schnee zu beißen. Problematisch blieben schneefreie, vereiste Flächen und zu hohe Geschwindigkeiten. Nach ungefähr vier aktiven Stunden auf dem Brett war trotz eingelegte Pause beim Neuling zunächst die Luft raus und der Heimweg angesagt.

Um die einleitende Frage zu beantworten, ob man es an einem halben Tag schaffen kann, einen blutigen Anfänger halbwegs sicher eine Piste auf einem Snowboard herunterzubekommen, so lautet die Antwort eindeutig ja. Jedoch erfordern die ersten Erfolgserlebnisse auch ein gute Portion Frustrationstoleranz und Hartnäckigkeit.

Können wir einen Satz bilden, in dem die Wörter „Snowboard“, „Naturtalent“ und „Jörg“ vorkommen?
– NEIN!

Blick bergab

Blick bergab. Der Sack Kartoffeln in der Bildmitte heißt Jörg.

 Tipps für Anfänger

  • Nehmt Euch einen Skilehrer für den ersten Tag auf Snowboard und Skiern (in Landgraaf schon ab 8,95 €), wenn Ihr keinen Freund habt, der erfahren UND geduldig ist.
  • Benutzt vernünftige Kleidung und ordentliche Schutzausrüstung. Besonders für Anfänger sollte ein Helm Pflicht sein. Beim Snowboarden sind auch Knieschoner komfortabel.
  • Ruhe bewahren und nicht hektisch werden, wenn es einmal nicht sofort gelingt.
  • Brillenträger sollten nach Möglichkeit auf Kontaktlinsen umsteigen. Durch die kalte Hallenluft beschlägt die eigene Körperwärme ununterbrochen an der Brille.

Jörgs Fazit

Binnen eines Tages schafft man es auch als blutiger Anfänger, ein paar halbwegs elegante Momente in den Schnee zu zaubern. Allerdings erst nach und mit geduldiger Begleitung. Je souveräner man wird, desto weniger stürzt man und der Spaß steigt. Durch den sturzanfälligen Start muss man einfach durch! Gerne jederzeit wieder und nicht zuletzt: DANKE, PIA!

Und sonst so?

Snow World Landgraaf (NL)

Snow World Landgraaf (NL)

Die Skihalle in Landgraaf bietet mittlerweile nicht nur für Snowboarder und Skifahrer eine schöne Freizeitmöglichkeit. Neben integriertem Hotel und Fitnessstudio gibt es auch eine Sommerrodelbahn und einen Hochseilgarten. Wer mit dem Rad kommen möchte, kann dies gut und gerne tun: die Anlage liegt fahrradfreundlich und gut erschlossen im Grünen.

Das gesamte Personal spricht zumindest Niederländisch und Englisch, oftmals aber auch Deutsch. Die Beschriftung ist manchmal nur in Niederländisch, was jedoch keine große Hürde darstellt. Im Zweifel kann man fast jeden Mitbesucher freundlich ansprechen.

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