Test: Schlafsack Lestra Meije 700+

Bereits seit einiger Zeit ist der Meije 700+ bei mir im Einsatz, ein Schlafsack der Firma Lestra, der mir zu Testzwecken freundlicherweise von Alpex Outdoor zur Verfügung gestellt wurde. Unter richtig interessanten Bedingungen konnte ich den Meije 700+ bei unserer Übernachtung im selbstgebauten Iglu testen. Hier also mein Bericht:

Lestra Meije 700

Mit dem Meije konnten wir laut dem Hersteller ein expeditionstaugliches Modell testen, das sowohl für arktische Klimaregionen als auch für den Einsatz bei Hochgebirgsexpeditionen geeignet ist. Mit einem Comfortbereich von +11 bis -7 °C, einem Comfort Limit von -14 °C und einem Extremwert von -22 °C kann der 1.400 g schwere Meije in den hiesigen Regionen aber auch problemlos bei Übernachtungen im Freien oder im Zelt in den Herbst- und Wintermonaten genutzt werden, denn mit seinen 700 g Füllung bestehend aus weißer Qualitätsentendaune 90:10 (90% Daune, 10% Federn) trotzt er so ziemlich jeder winterlichen Temperatur Mitteleuropas.

 

Konstruktion

Der 220 cm lange und 80 cm breite Meije, der eine Fußbreite von 50 cm besitzt, ist, wie alle Daunenschlafsäcke der Firma Lestra, in einer Kammerverarbeitung produziert, bei der zwischen Innen- und Außengewebe Stege eingenäht, die Kammern bilden und so die Daunen fixieren. Bei der beim Meije angewandten Querkammer-Konstruktion verlaufen die Stegnähte nicht wie bei H-Kammern senkrecht, sondern leicht schräg. Bei dieser Art der Verarbeitung kann ein Verrutschen der Daunen eher verhindert werden als bei der H-Kammer-Konstruktion. Die Daunen sind besser fixiert und werden innerhalb der Kammern besser verteilt.

Bild: Lestra

Bild: Lestra

Durch diese Art der Konstruktion, bei der die Kammern nach dem Befüllen mit Daunen vernäht werden, werden ein optimaler Halt der Daunen und eine gute Kälteisolation gewährleistet, da durch die Verarbeitung keine Kältebrücken entstehen.

 

Material

Die bereits oben erwähnten 700 g Daunen besitzen eine Bauschkraft von 700 cuin. Der Wert „cuin“ bezeichnet dabei die Loft/Füllkraft. Diese ist häufig für die Langlebigkeit des Schlafsacks mitentscheidend.

Lestra gibt als einer der wenigen Hersteller die Füllkraft der Daune nach US-Norm in „Cuin“ an. „Cuin“ steht für: cubic inches (= 16,387 ccm) pro Unze (= 28,35 g). Die Füllkraft der Daunenmischung wird bei Lestra wie folgt angegeben:

  • original Qualitätsgänsedaune = 80% Daune / 20% Federn / 540 Cuin
  • original weiße Qualitsgänsedaune = 90% Daune / 20% Federn / 650 Cuin
  • original Qualitätsentendaune = 70% Daune / 30% Federn / 480 Cuin
  • original Qualitätsentendaune = 80% Daune / 20% Federn / 520 Cuin
  • original weisse Qualitätsentendaune, teflonausgerüstet = 85% Daune / 15% Federn / 600 Cuin.

Je höher also der Cuin-Wert ausfällt, desto höher ist der Loft, die Bauschkraft der jeweiligen Daune.

Das Innen- und Außengewebe des Meije 700+ besteht aus Nylon-Ripstop (100% Polyester) und ist somit wind-, wasser- und schmutzabweisend.

 

Ausstattung

Wie bei nahezu jedem Schlafsack üblich, besitzt auch der Meije einen 2-Wege-Reißverschluss, der doppelt abgedeckt ist. Eine der beiden Abdeckungen wurde für eine bessere Isolation in den Stirnbereich verlängert.

2-Wege-Reißverschluss am Lestra Meije 700

Ebenfalls wird eine bessere Isolierung durch einen Wärmekragen mit Gummizug erreicht. Dieser lässt sich über den Schultern zuschnüren, damit keine Wärme über die Öffnung am Kopfbereich des Schlafsacks entweichen kann. Um den Kopf warm zu halten, hält der Meije eine ergonomisch geformte Spezialkapuze mit Stirnabdeckung und Schnürzug bereit.

Kapuze mit Schnürzug am Lestra Meije 700

Zum Verstauen von wichtigen Dokumenten, Geld oder dem Mobiltelefon dient eine Außentasche mit Reißverschluss.

Geliefert wird der Meije inkl. eines Kompressionspacksacks aus 150D-Oxford-Nylon mit Längskomprimierung und Tragegriff. Im Packsack verstaut bringt der Meije es auf 38 x 26 cm. Mit Hilfe der Kompressionsriemen lässt er sich auf 30 x 26 cm zusammenpressen.

 

Fazit

Der Schlafsack Lestra Meije 700+ hat mir so manche Nacht im Freien während der Wintermonate gute Dienste erwiesen. Besonders während unserer Iglu-Übernachtung hielt er mich die ganze Nacht hindurch warm, obwohl Schnee und Eis auf allen Seiten um mich herum waren. Einfach ein tolles Teil!

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