La Sportiva Bushido

„Der König ist tot, es lebe der König“ tönte es schon Wochen vor der Erscheinung eines Trailrunningschuhs durch die Netzgemeinde. Als Nachfolger des C-Lite 2.0 wurde der Bushido aus der italienischen Outdoor-Schmiede von La Sportiva von den Läufern dieser Welt schon ordentlich abgefeiert. So schreibt zum Beispiel der Gripmaster himself im Trail Forum:

Wenn der eintrifft, vergeht vom auspacken zum ersten Trailkontakt genau 3 einhalb Minuten, die Zeit welche ich benötige, von der Tür zu eben jenem Trail zu rennen.

Dementsprechend heiß war ich natürlich auch im Vorfeld auf den Test des Bushidos und öffne vor einigen Wochen das Paket aus Italien, das mir der Paketbote nach Hause bringt. Dabei stößt mir starker Kleber-Geruch entgegen, aber okay, der Schuh ist neu und soll allerhand können. Da kann man auch mal einen Nasenflügel zudrücken. Die gelben Flitzer werden schnell umgeschnallt und eine erste Anprobe ergibt: Der kann am Fuß bleiben und wird sofort ausgeführt. Die ersten Kilometer auf Schotter und Waldboden fühlen sich gut an. Nichts, das mir hier besonders auffällt.

La Sportiva Bushido im Test

Der La Sportiva Bushido im Test

Im Laufe der letzten Wochen habe ich den Bushido nun bei (fast) allen Witterungen in die verschiedensten Regionen ausgeführt. Mein erster Eindruck: Die Freude der Netzgemeinde über den neuen König unter den Trailschuhen hat sich bestätigt. Der Bushido ist ein klasse Schuh für fast alle Untergründe. Aber der Reihe nach.

Grip, Sohle und Dämpfung

Der La Sportiva Bushido, eigentlich für Einsätze beim Skyrunning und mittlere bis lange Distanzen konzipiert, hat sich auch bei mir auf nicht-alpinem Untergrund bewährt. Steile Anstiege meistert er auf jedem Untergrund und sorgt bei dem noch so steilen Neigungswinkel für einen guten und aggressiven Antritt. Beim Downhill bremst das Impact Brake System gut ab und dämpft den Aufprall zusätzlich.

Profil am La Sportiva Bushido

Die im Mittelbereich vom CL 2.0 übernommenen Stollen aus Frixion AT werden durch die äußeren Stollen aus Frixion XF integriert, wodurch der Bushido mehr Grip auf nassen Untergründen erhält. So greift die Suhle auf fast allen Untergründen und sorgt für ein effektives Vorankommen. Wer auch bei Eis mit dem Bushido laufen möchte, kann bei Bedarf AT Grip Spikes aufzuziehen.

Für besonderen Komfort sorgt der Rock-Guard Einsatz am Ballen, der ebenso wie die EVA Zwischensohle den Aufprall genial dämpft. So steht längeren Distanzen mit diesem Schuh nicht im Weg.

Protektion

Frontaler Schutz und High-frequence Außenskelett mit Ripstop-GewebeEinen echten Schutz der Flanken besitzt der Bushido von La Sportiva nicht wirklich, aber der frontale Schutz der Zehen macht den Schuh zu einem kleinen Panzer. Gerade auf einem längeren Lauf oder wenn die Beine nicht mehr ganz so mitmachen, stößt man schon mal ungewollt gegen Wurzeln oder Steine. Wer blutige Zehen vermeiden will, weiß Zehenschutzkappen also sehr zu schätzen.

Thermogeklebte Verstärkungen und das Außenskelett schützen den Schuh sehr gut vor möglichem Abrieb.

Passform

Bei mir klebt der Bushido förmlich am Fuß. Zwar muss ich aufgrund meiner Plantarfasziitis Einlegesohlen tragen, die den Raum für meine Füße ein wenig verringern, aber selbst die dick auftragenden Sohlen machen den Schuh nicht unbequem. So bleibt vorne im Schuh noch genug Spielraum für die Zehen, im mittleren Teil ist der Fuß sehr gut stabilisiert und der Versenhalt ist dank des dort verarbeiteten rutschfesten Meshs auch genial.

Durch die high-frequence-verstärkte Schnürung des Bushido wird die Spannung während dem Laufen optimal auf den Fuß verteilt. Ein Schuh, der mir auf Anhieb passt.

Schnürung des La Sportiva Bushido

Material

Das robuste Obermaterial aus atmungsaktivem AirMesh, thermogeklebten Mikrofaser-Verstärkungen und dem High-frequence Außenskelett mit Ripstop-Gewebe sorgt nicht nur für Stabilität, sondern auch für einen guten Austausch von Luft und Feuchtigkeit. Da der Bushido jedoch nicht als wasserdichter Schuh konzipiert ist, transportiert das Air Mesh Feuchtigkeit zwar gut ab, aber Pfützenwasser auch sehr gut wieder hinein ;-)

Fersenbereich und Ortholite-Sohle des La Sportiva BushidoDas ergonomisch geformte, 4 mm dicke Ortholite-Fußbett musste in meinem Fall leider einer orthopädischen Einlage weichen, würde im Falle einer „Normalnutzung“ aber nicht nur für ein gutes Tragegefühl, sondern dank einer besonderen Behandlung für Geruchsneutralität sorgen. Ich gebe zu: Ich bin auch 2 mal mit der Ortholite-Sohle gelaufen und finde, dass mein Fuß sehr gut darin aufgehoben ist. Nichts wackelt, nirgendwo ist zu viel Luft. Ein weiterer Pluspunkt für den gelben Flitzer.

Mein Fazit zum La Sportiva Bushido

Auf den hier gängigen Untergründen wie Fels, Waldboden, Matsch, Kies, hin und wieder Asphalt und Laub macht der in den Größen 36 bis 47,5 erhältliche Bushido bisher eine gute Figur.

Der 323 Gramm (ein Schuh in Größe 43) leichte Bushido ist nicht nur ein relativ leichter Trailrunningschuh, sondern auch ein echter Allrounder mit ordentlich Grip.

Die Dämpfung des bissigen Monsters aus dem hause La Sportiva finde ich sehr gelungen und kann mir gut vorstellen, dass man mit dem Bushido sehr gut längere Distanzen laufen kann.

Schaut man den anfänglich penetranten Klebergeruch hinweg, ist der Bushido ein genialer Schuh, den ich immer ausführe, wenn ich die Bodenbeschaffenheiten nicht kenne. Er ist einer der wenigen Schuhe, die mir auf anhieb sofort passen – und das will schon etwas heißen.

Weitere Links

Hinweis
Der Bushido wurde uns von La Sportiva zur Verfügung gestellt, was diesen Beitrag jedoch nicht beeinflusst hat. Alle Tests auf der Outdoorseite werden gewissenhaft durchgeführt und zeigen sowohl positive als auch negative Aspekte des getesteten Produkts auf.

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