Kreuz und quer durch die Brunssumer Heide

Obwohl der Herbst sowohl kalendarisch als auch astronomisch längst Einzug gehalten hat, bescherte uns der Wettergott am Dienstag einen herrlichen Tag, den wir für eine Familienwanderung durch die 1800 ha große Brunssumer Heide nutzten. Das Heidegebiet liegt keine 20 km von uns entfernt im limburgischen Teil der Niederlande und so bot sich eine kleine Wanderung förmlich an.

Unsere Familienkutsche parken wir am Reiterhof Manege Brunssummerheide in der Ouverbergstraat und da wir mitten in der Woche unterwegs sind, ist der große Parkplatz fast leer. Schnell wird festes Schuhwerk angelegt und auch Greta darf zum ersten Mal ihre neuen Wanderstiefel schnüren. Unsere Tour soll später auf der Karte eine liegende Acht darstellen – so haben wir es geplant. Also machen wir uns vom Parkplatz am Reiterhof über einen breiten Weg auf in die Heide.

Schon bald sind wir mittendrin und folgen dem fast stehenden Bachlauf des Roode Beeks (Roter Bach) am rechten Wegesrand. Unter dem noch dichten Blätterdach von alten Eichen gelangen wir nach wenigen hundert Metern an einen See hinter dem der Bach direkt entspringt. Rings um den kleinen See lässt sich erahnen, dass hier im Sommer bestimmt ausgiebig dem Badespaß nachgegangen wird: Mehrere Mülleimer und Bänke auf dem weißen Sand weisen uns dezent darauf hin.

Gerade noch unter den alten Eichen, wechselt die Natur schlagartig: Statt Eichen gibt es nun Kiefern und blühende Besenheide zu sehen, der weiße Sand, die knorrigen braun-grünen Bäume und die lila Blüten der Heidekräuter spielen ein imposantes Farbenspiel. Noch bevor wir aus der Nähe einen Blick auf den See werfen können, wandern wir eine kleine Steigung hinauf und stehen auf einem Hügel, von dem aus wir weit über die Heidelandschaft blicken können. Dabei vergessen wir völlig, dass wir uns im Grenzgebiet der Niederlande befinden – zu nordisch wirkt die Kulisse. Wir genießen den Ausblick für eine Weile und steigen wieder vom Hügel hinab, um uns auf den auf der Karte rechten Teil der liegenden Acht zu begeben.

Auf dem großen Bogen, der uns an seinem Ende wieder an die Quelle des Roode Beeks bringt, wechseln sich Heidelandschaft und Wald immer wieder ab. Es geht bergauf, bergab über sandigen Weg, immer mit weitem Ausblick über das süd-östlich der kleinen Stadt Brunssum gelegene Gebiet. Unterwegs basteln wir mit Greta allerhand Dinge aus den zu dieser Jahreszeit mehr als ausreichend herumliegenden Eicheln und Kiefernzapfen.

Nach etwa 5,8 km erreichen wir den kleinen See des Roode Beeks wieder. Greta schläft in der Rückentrage und wir beratschlagen uns kurz, ob wir die zweite Schleife noch angehen sollen oder lieber zurück zum Auto gehen. Wir entscheiden uns, die Gunst der Stunde zu nutzen und weiter zu wandern – nicht ahnend, dass der zweite Teil der Wanderung der für Kinder spannendere ist. Also überqueren wir den kleinen See über eine schmale Holzbrücke und wandern ein paar Meter hinauf, bis wir hinter ein paar Kiefern und Büschen eine weite weiße Dünenlandschaft erblicken. Diese queren wir uns gelangen auf einen relativ gut ausgebauten Weg, der wieder mal die Vermutung stärkt, dass hier im Sommer bestimmt einiges los ist.

Ein schmaler asphaltierter Weg führt uns rechts des Hauptweges zum Landgoed Brunssheim, einem Ferienpark am westlichen Rand der Brunssumer Heide, die im Niederländischen übrigens „Brunssummerheide“ geschrieben wird. Entlang eines Zaunes, der den Ferienpark eingrenzt, erreichen wir ein kleines Tor, durch das wir zur Brasserie „De Uitvlucht“ gelangen, welches zur Parkanlage gehört. Dort stärken wir Eltern uns mit einem Kaffee, für den Nachwuchs gibt’s ein Erdbeereis. Beim Blick über den (wahrscheinlich) künstlich angelegten Schwimmsee der Parkanlage entspannen wir eine Weile in der Septembersonne, bevor wir uns an einem Ziegengehege vorbei wieder zurück auf den Pfad auf der anderen Seite des Zauns begeben.

Wir schlängeln uns eine ganze Weile über schmale Pfade durch Laubwald, bis uns ein Schild mit der Aufschrift „Losloopgebied“ darüber informiert, warum relativ viel Hundekot den Weg säumt: In diesem Gebiet dürfen Hunde ohne Leine laufen, was die Besitzer anscheinend dazu berechtigt, die Sch**** mitten auf dem Weg liegen zu lassen. Nun ja, die tolle Kulisse überwiegt und wir freuen uns, als wir wieder aus dem „Losloopgebied“ heraus kommen. Es geht eine Weile lang gen Süden, bis wir an einer großen Wegkreuzung ankommen. Zu unserer Linken befindet sich der „Huttenbos“, ein Waldteil, in dem Kinder Hütten bauen dürfen. Schneller als wir gucken können ist Greta in den Hütten verschwunden, die aus an die Bäume gelehnten Stämmen bestehen und deren Eingänge so klein sind, dass Mama und Papa nicht hinein passen. Zwangspause!

Als es endlich weiter geht, biegen wir links an der Kreuzung ab, wandern an der Sterrenwacht Limburg vorbei und erreichen nach nur wenigen Metern einen kleinen Spielplatz. Schon wieder Zwangspause! Hätten wir bei der Tourenplanung ein bisschen darauf geachtet, wo am Wegesrand sich welches Lokal oder welcher Spielplatz befindet, hätten wir unsere Kaffeepause hier eingelegt, denn von der Terrasse des Restaurants Schrieversheide kann man wunderbar den gesamten Spielplatz einsehen.

Schafherde in der Brunssumer HeideGreta können wir aber vom Spielplatz weg locken, als wir ein paar Meter weiter eine Schafherde sehen. Jetzt ist sie kaum noch zu halten und im Stechschritt geht es der Herde entgegen. Nach ein bisschen „Ei-ei“ hier und „Ei-ei“ da geht es in Richtung Norden, bis wir wieder auf den breiten Weg gelangen, der uns zurück zum See des Roode Beek führt. Hier darf Greta dann noch ein bisschen im Knöcheltiefen Wasser manschen, wohl wissend, dass wir uns unweit des trockenen Autos befinden, zu dem wir uns nach einer Weile und nach knackigen 11,8 km auch aufmachen.

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