Heilpflanzen – Medizin für unterwegs

In meinem Artikel „Erste Hilfe unterwegs – Was muss mit?“ habe ich mich kurz den Heilpflanzen gewidmet. Da ich das Thema unglaublich interessant finde, habe ich sofort Lars Konarek kontaktiert, den ich während meinem Florena Rumänien-Abenteuer kennen lernen durfte. Lars ist absoluter Spezialist für Survival Trainings, Bushcraft und Kräuterwanderungen. Wenn jemand etwas über die Heilkraft von Pflanzen weiß, dann er – und er hat mir ein paar nützliche Tipps gegeben.

Foto: Lars Konarek

Wildpflanzen verfügen oft über Nährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, welche sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Dank dieser Stoffe ist es möglich, zur Behandlung des ein oder anderen Zipperleins Heilpflanzen einzusetzen, sogar teilweise mit erstaunlichem Erfolg. Die Pflanzen sind geradezu ideal für Trekkingfans, Wanderer oder alle, die sich länger im Freien oder an Orten, wo keine Medizin zur Verfügung steht, aufhalten.

Weidenblätter und Weidenrinde enthalten zum Beispiel Salicylsäureverbindungen, also das natürlich Aspirin. Sie können zur Bekämpfung von leichten Schmerzen eingesetzt werden und haben auch die gleiche blutverdünnende Nebenwirkung. Im Tee getrunken entfalten sie ihre volle Wirkung.

Wegeriche wie der Spitzwegerich können auf der Haut zerrieben zur Desinfektion von Hautwunden oder zur Linderung des Juckreizes von Mückenstichen und auch bei leichten Verbrennungen eingesetzt werden. Außerdem wirken sie durch das enthaltene Vitamin K blutstillend bei kleinen Wunden und können auch als Tee getrunken bei Erkältungen Hustenreiz lindern.

Die Kanadische Goldrute als Tee getrunken kann zur Heilung von Nieren- und Blasenentzündungen eingesetzt werden. Gerade wenn man zu lange auf dem kaltem Boden gesessen hat und bemerkt, dass es beim Urinieren sticht, ist die Goldrute das Heilmittel schlechthin.

Bei Stauchungen, Prellungen und sogar bei Knochenbrüchen können Wurzelumschläge des Beinwells die Heilung stark beschleunigen. Daher wird dieser auf von der Pharmaindustrie z.B. in der Kytta-Salbe verwendet.

Brombeerblätter sind ganzjährig verfügbar und eignen sich im Tee getrunken bei leichtem Durchfall. Die enthaltenen Gerbstoffe wirken zusammenziehend und neutralisieren Gifte.

Das geniale an der Sache ist: Alle Pflanzen können natürlich auch gegessen werden!

Foto: Lars Konarek

Über Lars Konarek

Durch seine langjährige Outdoor- und Bushcraftpraxis verfügt Lars über einen großen Survival-Erfahrungsschatz. Ein Expertennetzwerk von Wildnisführern, Überlebenskünstlern sowie Expeditionsspezialisten tauscht regelmäßig gegenseitig Wissen mit ihm aus.

In zahlreichen von den Medien begleitete Selbstversuche konnte er seine Survival-Skills auf die Probe stellen. Er ist beinahe 150 Tage im Jahr rund um die Uhr und bei jedem Wetter draußen – die Natur ist mittlerweile sein zweites Zuhause.

Lars Konarek ist freier Survival & Bushcraft Trainer und Survival Guide, Wildpflanzenführer, Extremsportler, engagierter Naturschützer, Buchautor, ehemaliger Angehöriger eines militärischen Spezialverbandes und Nahkampfausbilder.

Mehr über Lars, seine Kurse, Tipps zu essbaren Pflanzen sowie weitere Informationen gibt es auf www.larskonarek.de.

2 Kommentare

  1. Ein interessanter Bericht. Für Wanderer ist es nützlich mehr über die Heilpflanzen zu wissen. Es kann zu verschiedenen Fällen unterwegs kommen und die nötige Arzneimittel ist nicht immer an der Hand.

  2. Nicht nur in der freie ist es nützlich, die Heilkräuter zu kennen. Auch in der Stadt lassen sich die häufigsten Heilpflanzen kennenlernen, um sie dann in der Natur schnell wiederzuerkennen. Allein auf dem Gehsteig findet man reichlich.

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