GORE-TEX® C-KNIT™ in der Praxis

GORE-TEX ludt zum International Mountain Summit nach Brixen in Italien ein, um dort die neue C-KNIT™-Technologie in Form einer (Test-)Jacke zu präsentieren. Ich war ein Wochenende vor Ort und hatte die Möglichkeit, das neue Material dort vor Ort und auch später noch auszuprobieren.

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Das Blogger-Test-Team in Brixen: Ralph von Via Ferrata, Veit von AirFreshing und Jörg von der Outdoorseite (v.l.n.r.)

Grau ist alle Theorie
Bevor ich Euch von der tollen südtiroler Bergwelt vorschwärme, muss ich leider erstmal technisch werden, damit man überhaupt versteht, was dieses neue C-KNIT (sprich: ßie-nit) von GORE überhaupt ist. C-KNIT ist eine neue Lage einer 3-Lagen-Jacke. Diese Jacken heißen so, weil drei einzelne Lagen so miteinander verbunden werden, dass der Eindruck entsteht, dass es sich um eine einzige Lage handelt, aus der dann die Jacke genäht wird. Die äußere Lage ist sowohl der „modische Teil“ der Jacke, als auch der wasserabweisende, der mittlere Teil die wasserdichte und atmungsaktive Membran und die dritte, innerste Lage ein Schutzgewebe, das die Membran mechanisch schützen, sich aber auch gleichzeitig angenehm anfühlen soll. Die uns überlassenen Testjacken verfügten als innerste Lage über das neue Material C-KNIT, das sehr leicht, elastisch und atmungsaktiv ist. Wir testeten zwei Jackenmodelle: Salewa Antelao GTX C-KNIT (auf den Fotos die roten Jacken) und eine spezielle Testjacke von GORE-TEX, die man nicht frei erwerben kann (auf den Fotos die grauen Jacken). Farbe, Schnitt und Ausrüstungsdetails unterscheiden sich, das eigentlich Material ist jedoch bis auf die Farbe identisch.

Das neue C-KNIT-Innenfutter wirkt separat ähnlich wie eine Strumpfhose

Das neue C-KNIT-Innenfutter wirkt separat ähnlich wie eine Strumpfhose

Evolution statt Revolution
Bereits in der Pressepräsentation wurde das angekündigt, was wir später am eigenen Leib feststellen konnten: die Verbesserung einer der drei Lagen dieses Materials ist ein evolutionärer Schritt, aber keine revolutionäre Abkehr vom eigentlichen Aufbauprinzip. Das neue C-KNIT-Innenfutter ist leichter (nur 19 Gramm pro Quadratmeter), atmungsaktiver, dehnbarer, aber auch leiser und weicher als sein Vorgänger. Während man das Gewicht und die Atmungsaktivität beim Tragen nicht sofort ganz genau merkt, fällt das niedrigere Geräusch und das angenehmere, weichere Tragegefühl sofort auf.

An welche Zielgruppe richtet sich GORE-TEX C-KNIT?
Im GORE-TEX-Produktspektrum liegt die neue Membran mit C-KNIT in der Mitte zwischen der leichten GORE-TEX Active und der robusten GORE-Tex Pro-Shell. Damit entstehen daraus Produkte im großen Mittelfeld zwischen leichten und extremen Einsätzen. GORE selbst nennt Aktivitäten wie Wandern, Trekking, Freeriding, etc. Im Warenregal angekommen sind bereits Jacken und Hosen mit dem neuen Innenfutter, z.B. die Kombination Salewa Antelao GTX C-KNIT. Andere Produkte, wie etwa Handschuhe oder Wanderschuhe sind vermutlich nicht mit C-KNIT-Futter geplant, da hier aufgrund der Bauart die GORE-TEX-Membran anders verbaut wird.

Kleiner Praxistest in Südtirol
Die Pressereise beinhaltete zwei Wanderungen, eine zur Latzfonser Hütte der Eltern von Extrembergsteigerin Tamara Lunger und eine zur Geisleralm im Villnösstal. Das Wetter an diesem Wochenende war ideal für einen Produkttest: von Sonne über Nebel, Regen bis Schnee war alles dabei. Kurz unterhalb der Latzfonser Hütte haben Ralph und ich im Schnee ein kurzes Video gedreht:

Kurzvideo aus Südtirol: Mit Gore-Tex C-Knit an der Latzfonser …Jörg ist im Moment beim IMS – International Mountain Summit im schönen Brixen und testet unter anderem die neue Gore-Tex C-Knit-Technologie. Im Video mit Ralf von via-ferrata.de – Klettersteig, Wandern, Outdoor + Klettersteige gibt es ein erstes Feedback aus dem Schnee am Latzfonser Kreuz.

Ein Wehrmutstropfen?
In der Pressekonferenz und auch online im Bergfreund-Interview mit Chris Mayer ging es um das Thema Haltbarkeit des neuen Materials. Während des IMS in Brixen sprach man von „mindestens 100 Tagen“ Haltbarkeit bei intensiver Nutzung, im Interview sagt GORE-Produktspezialist Mayer „nach unserem Ermessen müssen 2-wöchige Trekking-Touren mit einem 60/70 Liter oder 15kg Rucksack problemlos zu meistern sein“. Bisher zeigt sich unsere C-KNIT-Testjacke absolut unbeeindruckt von jeglicher Aktivität und Verschleiß und Beschädigungen sind bisher nicht aufgefallen. Dennoch behalten wir dieses Thema im Auge und werden evtl. zu gegebenem Zeitpunkt ein Update hierzu veröffentlichen.

Die neue GORE-TEX-Jacke begeisterte auch Extremsportler (Slackline, Basejump) Andy Lewis

Die neue GORE-TEX-Jacke begeisterte auch Extremsportler (Slackline, Basejump) Andy Lewis

Fazit
Leichter, weicher, atmungsaktiver. GORE geht mit der neuen Innenfuttertechnologie C-KNIT einen evolutionären Schritt und macht aus einem erprobten, sehr guten Produkt ein noch besseres. Die Testjacke trägt sich hervorragend, ist leicht, weich und leise. Lediglich ein Detail wäre bei dieser Jacke verbesserungswürdig: der grobzahnige Frontreißverschluss ist nicht wasserdicht. Bereits bei kurzen Aktivitäten im Regen sucht sich das Wasser hier einen Weg. Da dies jedoch kein Problem des Jackenmaterials, sondern des verwendeten Reißverschlusses ist, bleibt unser Daumen für das neue GORE-TEX C-KNIT weiterhin nach oben gereckt!

Ich trage die Jacke übrigens auch im Outdoorseite VLOG #01. Wenn Du das Video noch nicht kennst: reinschauen!

Hinweis
GORE hat zum International Mountain Summit nach Brixen eingeladen und die Testjacke kostenfrei überlassen – dies beeinflusst jedoch nicht die neutrale Bewertung in diesem Beitrag.

1 Kommentar

  1. Na das hört sich erneut nach einem spannenden Wochenende mit viel Spaß und vor allem einem super Equipment an!

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