Fünf Blogger wandern durch die Eifel

Gestern war es endlich so weit: Nachdem wir uns zwei Wochen vorher zu einer (halbwegs) spontanen Bloggerwanderung über Twitter verabredet hatten, trafen Sven vom Freiluftblog, Aender von trekking.lu, Angelica von wandernbonn.de, Basti von den Beuteltieren und ich uns um 10 Uhr morgens im Hof des Klosters Niederehe, einem ehemaligen Prämonstratenserinnenkloster in eben jenem, zu dieser Zeit noch sehr verschlafenen Örtchen Niederehe.

Nach einer kurzen Absprache über die Strecke wollten wir uns ziemlich in der Mitte unserer Wohnorte treffen und so fiel die Auswahl schnell auf die Tour Malerische Eifel bei Niederehe und Kerpen von NaturAktivErleben. Angelica war diese Tour bereits im Frühjahr gelaufen und übernahm nach der herzlichen Begrüßung umgehend die „Reiseleitung“.

Wenige Meter vom Parkplatz am Kloster in Niederehe geht es ein paar ordentliche Meter hinauf in Richtung des Naturschutzgebietes „Hönselberg“, das auf dem gleichnamigen 570 Meter hohen Bergrücken liegt und Sven, der sich – Danke übrigens dafür! – bestens vorbereitet hat, zeigt uns nach guten 1,5 km den Weg zum ersten Geocache auf der Strecke. Jedoch müssen wir nicht lange suchen, denn die Dose ist ziemlich unspektakulär versteckt. Nicht gerade ein toller Cache für die Cache-Premiere von Cache-Debütantin Angelica. Also schnell ins Logbuch eintragen und weiter.

Wir machen uns wieder auf den Weg und lassen das Heideland hinter uns und verschwinden im Wald. An einer Weggabelung lotst Sven uns zum nächsten Geocache, für den wir den ursprünglichen Weg ein paar Meter verlassen müssen. Ein bisschen Premierenfeeling kommt auf als Angelica sich auf die Suche nach ihrem ersten Geocache begibt. Aber auch diese Dose ist schnell gefunden.

Nachdem wir wieder auf unserer Route sind, bekommen wir nach einigen Metern an einer Bank noch ein Mal die Gelegenheit, einen letzten Blick auf die weiten Wiesen des 48 Hektar großen Naturschutzgebietes „Hönselberg“ zu werfen, das aus Wacholderheide, Schiffelheide und Laubwaldbestand besteht und unter anderem einige Orchideenarten beheimatet. Nach einer Weile biegen wir links in einen Weg ein und steigen ab in ein kleines Tal. Eine klapprige Brücke bringt uns über einen kleinen Bach und wir passieren das Örtchen Loogh. Angelica jubelt vor sich hin, als sie die Matschwege sieht, die vor uns liegen. Immerhin hat sie uns am Tag vor der Wanderung Regen und Sturmböen versprochen, da das Wetter sich aber von seiner besten Seite zeigt, müssen wir mit den schlammigen Feldwegen Vorlieb nehmen.

Wir stapfen also den rutschigen Feldweg entlang, nehmen ein paar Meter asphaltierten Weg mit und kürzen unsere Strecke über einen Reitweg ab, der für jedes Wildschwein das gefundene Fressen gewesen wäre. Über den matschigen Pfad schliddern wir weiter hinauf und gelangen nach kurzer Zeit an den Eingang zum Vulkan auf dem Arensberg (590 Meter), der Teil des Geo-Pfades Hillesheim ist. Durch einen dunklen, künstlich angelegten Stollen gelangen wir in das Innere des Vulkankraters, der bereits im Mittelalter und von den Römern als Steinbruch genutzt wurde.

Bei einer kurzen Pause nutzen wir die Gelegenheit für ein paar Fotos und erfahren von Basti und Angelica etwas über Algen, Pilzen und Flechten auf Bäumen. Man lernt ja nie aus ;-) Wir fachsimpeln noch etwas über die verschiedenen Trinksysteme, machen uns wieder auf den Weg und passieren nach gut 1,5 Stunden die Arnulphuskapelle. Etwas weiter unterhalb des Vulkans biegen wir rechts auf einen Weg ein. Während ich mich mit Basti über seine Korsika-Tour unterhalte und Angelica mit Sven und Aender weiter vorne laufen, stoppt die „Reiseleitung“ abrupt: Verlaufen! Basti übernimmt kurz und wir steigen durch leichtes Buschwerk wieder hinab auf den eigentlichen Weg.

Zurück auf dem Ursprungsweg erreichen wir bald den Ort Kerpen, wo wir es uns bei Flammkuchen, Kaffee und Apfelkuchen im Kleinen Landcafé gut gehen lassen. Natürlich gehen wir nicht, ohne noch ein Wenig zu fachsimpeln. So machen die neusten Errungenschaften in Sachen „Regenbekleidung“ die Runde und jeder darf mal fühlen und testen, wie schwer die anderen Jacken sind.

Gut gestärkt geht es nun hinauf zur Burg Kerpen, die leider wegen einer Gruppenreservierung geschlossen ist. Damn! Also steigen wir weiter hinauf und folgen nun dem Eifelsteig, der uns über eine kleine Wiese zum Grab von Fritz von Wille führt, einem Landschaftsmaler und ehemaligen Besitzer der Burg Kerpen.

Nun geht es hinunter in das Nollenbachtal, das uns auf ebenen Pfaden vorbei an einer Rodeo Ranch zu einem Marmorsteinbruch führt. Hier nehmen wir direkt zwei Geocaches mit, bevor wir auf der anderen Seite des Steinbruchs wieder hinauf steigen. Kurz hinter dem Steinbruch zeigt Sven uns noch einen Cache, der direkt gegenüber eines Geheges für Hängebauchschweine liegt. Ich schaue kurz an meiner matschigen Hose hinab und frage mich, was ich anders mache als die Schweine…

Nach einigen Metern sehen wir schon Niederehe, bleiben aber auf dem Weg und biegen nicht rechts in den Ort ein, denn ein Highlight der Tour fehlt uns ja noch: Der Dreimühlen-Wasserfall. So geht es oberhalb des Ortes Niederehe einige hundert Meter weiter sanft bergauf, bis wir die Hauptstraße überqueren und gegenüber ein kurzes Stück Feldweg nutzen, um an einer ziemlich groß0en Schutzhütte wieder in den Wald einzutauchen. Es macht den Anschein, dass es in der Eifel am Vortag geregnet haben muss, denn abermals schliddern wir einen Abstieg hinunter, der uns geradewegs und nach ein paar Treppenstufen zum Dreimühlen-Wasserfall bringt.

Die anderen Besucher dieser Natur-Attraktion, die in unmittelbarer Nähe zum Ausflugslokal Nohner Mühle liegt, staunen nicht schlecht als Aender und ich uns aus- bzw. umziehen um ein paar Fotos für Produkttests zu machen. Zugegeben: Dass jemand sich mit Socken ins Wasser stellt, ein anderer sich freiwillig mit einer Regenjacke unter den Wasserfall stellt – das kommt hier auch nicht all zu häufig vor. (Die Bilder dazu folgen in einem weiteren Testbericht.) Wir nutzen die Pause für ein Gruppenfoto.

Foto: Sven | Freiluftblog

Auf von zahlreichen Touristen matschig getretenem Pfad schlängeln wir uns an den Wasserfall-Besuchern und Familien vorbei und lassen den Toursitenstrom hinter einer Eisenbahnunterführung hinter uns. Auf aspahltiertem Weg geht es nun wieder in Richtung Niederehe. Wir biegen noch ein Mal rechts ab, um den Asphalt zu verlassen und erreichen nach einem kurzen Anstieg eine einzigartige Wiesenlandschaft, an deren Rand wir bald aus der Ferne wieder die große Schutzhütte von vorhin erblicken. Über ein paar Hügel, vorbei an Familien, die ihre Drachen steigen lassen, gelangen wir schließlich wieder nach Niederehe. Dort kehren wir zum Abschluss in den Landgasthof Schröder ein, fachsimpeln noch etwas, quatschen und warten auf den von Angelica versprochenen Regen.

Der setzt ein, als ich etwa eine Autobahn-Stunde von zu Hause entfernt bin. Leider so heftig, dass ich mit 80 km/h weiter gen Heimat tuckern muss. Gähn! Dennoch: Wir hatten sehr viel Spaß, einen tollen Tag mit einer ebenfalls tollen Wanderung und ich habe mich gefreut, die ganzen alten Bekannten wieder zu sehen und das eine neue Gesicht mal kennen zu lernen. Wann machen wir denn die nächste Tour?

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10 Kommentare

  1. „Hier spricht die Reiseleitung. Bitte schnallen Sie sich an. Die nächste Tour kann gerne starten.“
    Danke für den tollen Bericht und die schönen Bilder.
    Gruß Angelica ;-)

  2. Sieht nach einer lustigen kleinen Wanderung aus! Schön, dass ihr da oben so aktiv geworden seid! Da ärgert man sich doch ein wenig aus Aachen weggezogen zu sein :-P

    Weiter so!

    • Hi Dennis, das war bestimmt auch nicht die letzte Tour! Solltest du mal wieder in der Ecke sein, lässt sich bestimmt was organisieren…

  3. Hi Axel,
    Sehr schöner Bericht von unserem kleinen Ausflug.
    Um direkt mal Deine Frage vom Schluß aufzugreifen:
    Mit Euch, jederzeit! Wir haben ja schon unterwegs festgestellt, dass es in der Eifel noch viel zu entdecken gibt (nicht nur Tupperdosen! ). Da sollte man doch die Möglichkeit nutzen die uns damit quasi direkt vor die Haustür gelegt worden sind.
    Vielleicht klappts dann auch mal mit einer Übernachtung?

    Viele Grüße,

    Basti

    • Hi, die Ecke um Einruhr bietet schon ein paar schöne Touren. Egal ob eine Rundtour von Einruhur nach Rurberg und zurück, Wildnistrail oder Eifelsteig – hier ist für jeden was dabei. Ansonsten kann ich die ersten Etappen vom Eifelsteig nur empfehlen.

  4. Hallo ihr drei.
    Wir sind ein neues junges Wander Team aus der Nähe von Köln (Kerpen/ Erftstadt ) und uns treibt es auch jedes Wochenende in die schöne Eifel.
    Seid kurzem ist unsere Webseite online die aber noch ausbaufähig ist.
    Gerne möchten wir unsere Interessen teilen und würden gerne mit euch einen Link Tausch machen.
    Dafür wären wir sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen Steini
    Von Cologne-Mountain-Men
    http://www.colognemountainmen.wordpress.com
    cologne-mountain-men@gmx.de

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