Firefly Sling PMR Snowboard

Dies ist ein Gastbeitrag von Patrick, der für uns das Snowboard Firefly Sling PMR getestet hat. Nach der Saison zieht er sein Fazit. Was er von dem Board hält und ob es auch gute und günstige Boards gibt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Patrick mit dem Firefly Sling PMRSeit etwa 20 Jahren bewege ich mich mindestens ein Mal im Jahr durch die weißen Schneemassen auf den unterschiedlichsten Snowboards. 1992 stand ich zum ersten Mal auf einem Checker Pig Board mit Skibindung. Wenn man Checker Pig heute googled, wird man auf Seiten von Snowboard-Museen geleitet. Das bedeutet zum einen, dass ich schon einige Jahre auf den diversesten Pisten und Hängen unterwegs bin, aber leider auch … dass ich alt geworden bin.

In den letzten Jahren bin ich in den Genuss gekommen, bei den Snowboard-Testwochen von Simsalabim-Reisen die unterschiedlichsten Board-Hersteller genau unter die Lupe zu nehmen können. Hier waren stets die hochpreisigen und vermeintlich „besten“ Boards dabei. Und bei den Testwochen wurde viel gefachsimpelt: Über die unterschiedlichsten Boardformen, Boardprofile oder welcher Kern in welchem Board verbaut ist. Hier habe ich mich stets rausgehalten da ich der Meinung bin: Fahren, fühlen, dann bewerten.

Board im SchneeNun bin ich trotz der jahrelangen Erfahrung kein Über-Fahrer. Ich fahre auf gewöhnlichen Pisten. Wenn jedoch die Gelegenheit ergibt, Tiefschnee fahren zu können, fahre ich auch gerne dort. Mit Funparks kann ich nicht so viel anfangen und mag halt lieber die natürlichen Hänge und Begebenheiten in den Bergen. Und so denke ich, dass ich mit meiner Leidenschaft und meinen Fahrkünsten wohl für den Großteil der Boarder stehe und in kein Extrem passe.

Jetzt bin ich angefragt worden, ob ich ein Board von Firefly testen möchte. Da ich bisher null Kontakt mit der Marke hatte und zugegeben auch gedacht habe, günstig kann ja nur bedingt gut sein, habe ich sofort zugesagt, um mich eines Besseren belehren zu lassen. Ich wollte das Firefly Sling PMR in der Länge 157 cm mit einem Wide-Shape testen und freute mich wie ein Kleinkind zu Weihnachten als der Postbote mit dem langen Karton vor mir stand.

Erster Eindruck

Von der Optik war ich sofort begeistert – aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache. Also habe ich sofort meine Bindung drauf geschraubt und bin – da es hier im Westen fast nie Naturschnee gibt – für einen ersten Test in meine Stamm-Skihalle nach Landgraaf gefahren. Der echte Test im wunderschönen Kleinwalsertal stand ja erst für die zweite Aprilwoche auf dem Plan. Also, erst mal in die Halle. Und ich muss sagen: Perfekt.

Das Board ist äußerst wendig durch den Q-Rocker, aber trotzdem extrem stabil im Geradeaus-Lauf. Es verzeiht fast alles. Kein Verkanten, was nach Sprüngen zum berüchtigten Todessturz führt und kein Kontrollverlust bei eisigen Verhältnissen. Es ließ sich so locker und geschmeidig fahren, dass ich enttäuscht war, als der Liftboy das Drehkreuz zu machte und sagte, er möchte auch mal Feierabend haben. Die Vorfreude auf den „richtigen“ Urlaub und den Test im Kleinwalsertal wurde unermesslich.

Der zweite Test

All die guten Eigenschaften des Boards wurden dann im Kleinwalsertal bestätigt. Leider konnte ich nicht testen, wie das Board sich im Tiefschnee verhält, da die Schneebedingungen katastrophal waren. Aber auch im schweren, nassen Schnee läuft das Board einwandfrei. Meine Bedenken bezüglich des Wide-Shapes haben sich nicht erfüllt. Ich dachte, dass ich mit einer Schuhgröße von 43 nicht genug Druck auf die Kanten bringen kann und somit kein richtiges Gefühl für Board und Piste bekomme. Aber ganz im Gegenteil: Wie schon in der Halle kam ich super zurecht.

Handling abseits der Piste

Die kurzen Wege, die man nur mit einem Fuß in der Bindung zurücklegt, bereiten mir mittlerweile (liegt vielleicht am Alter) Unbehagen – aus Angst vor Knieverletzungen. Aber mit dem Board geht das super. Volle Kontrolle, sicherer Halt.

Liften mit Teller- oder Ankerlift geht auch klasse, da man – wie schon gesagt – sich nur verkantet, wenn man sich selten dämlich anstellt.

Mein Fazit

Es muss nicht immer teuer sein, wenn man ein Board benötigt, das man vielleicht einmal im Jahr fährt. Hier hat mich das Firefly Sling PMR voll überzeugt. Vielleicht kommen Fahrer, die mehrere Wochen im Jahr fahren oder in extremeren Disziplinen unterwegs sind, an die Grenzen dieses Boards. Ich denke aber, der Durchschnittsfahrer mit ein bis zwei Wochen Winterurlaub im Jahr kommt mit diesem Board bestens zurecht und wird nicht enttäuscht sein. Ich jedenfalls freue mich wie Bolle auf den nächsten Urlaub mit diesem Brett im Dezember.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.