Erste Hilfe unterwegs – Was muss mit?

Jeder, der gerne draußen unterwegs ist, weiß die Vorzüge seiner Sportart zu schätzen. In abgeschiedenen Wäldern, einsamen Tälern oder alleine auf einem Gipfel ein paar Stunden Energie tanken oder einfach den Adrenalin-Haushalt auffrischen – jeder hat seine ganz persönlichen Gründe für ein Erlebnis an der frischen Luft.

Foto: ©iStockphoto.com/warrengoldswain

So schön ein paar Stunden abseits der Großstadt, des alltäglichen Lebens und des Stresses auch sind: Im Ernstfall kann die Einsamkeit schnell zum Verhängnis werden. Umgeknickt, aufgeratscht oder der Kreislauf am Boden – Gefahren gibt es viele, Hilfe gibt es weit und breit keine. Was sollte also unbedingt in den Rucksack, wenn man alleine oder in Gruppen unterwegs ist? Wir haben ein paar Dinge zusammengestellt.

 

Erste Hilfe-Set

Ein Erste Hilfe-Set gehört neben dem gängigen Outdoor Equipment in jeden Rucksack. Fertig ausgestattete Sets für die Erste Hilfe gibt es in Hülle und Fülle. Hersteller wie Vaude, Deuter & Co. bieten solche Pakete in allen erdenklichen Größen mit jeweils unterschiedlichem Umfang an. Ich selber benutze auf Touren ein kleines Set von Vaude, bei Gruppentouren gerne auch das etwas größere Deuter First Aid-Kit Dry in der Größe M. Bei erlebnispädagogischen Aktionen wie Klettern oder Flussüberquerungen ist stets ein gut sortierter, selbst zusammengestellter Koffer mit Verbandsmaterial dabei.

Wer nun was in seinem Set mit sich führt, bleibt jedem selbst überlassen. Die Sets können beliebig aufgefüllt werden. So findet man bei mir hin und wieder Werkzeug für die Zeckenentfernung oder ein Blasenpflaster im Erste Hilfe-Set. Standardmäßig sollten jedoch folgende Dinge mitgeführt werden:

  • kleine Schere (oder ein Taschenmesser)
  • Latex-Handschuhe
  • Verbandspäckchen
  • Pflaster
  • Tape
  • Dreieckstuch
  • Mullkompressen
  • elastische Mullbinde
  • Rettungsdecke aus Alu
  • Signalpfeife (optinal)

 

Mobiltelefon

In Zeiten der drahtlosen Kommunikation besitzt wohl fast jeder ein funktionsfähiges Mobiltelefon. Zwar möchte man auf seiner Tour nicht gestört werden, aber ein Handy kann im Notfall leben retten. Es sollte mit aufgeladenem Akku stets dabei sein, um schnell Hilfe rufen zu können. Und wer nicht gestört werden will, kann das Telefon aus- und bei Bedarf einschalten. So spart man zudem auf mehrtägigen Touren wertvolle Balken der Akkuanzeige ein.

Modernere Smartphones bieten mittlerweile außerdem die Möglichkeit, die genaue Position zu bestimmen. Mit Hilfe der Koordinaten kann den Rettungskräften eventuell bei der Suche nach der verletzten Person geholfen werden, wenn man selber keine Hinweise wie Straßenschilder oder Rettungspunkte im Umkreis findet.

 

Adressanhänger

Einen tollen Tipp gab mir vor etwa einem Jahr Klaus Küstermann: Er hat einen kleinen Schlüsselanhänger entworfen, den jeder am Rucksack bei sich tragen kann. Darauf sind wichtige Informationen zur Person wie Name, Adresse und Telefonnummer, aber auch Informationen zu chronischen Erkrankungen, Medikamentenunverträglichkeiten und Notfallnummern vermerkt, die den Rettungskräften helfen können, wenn sie eine verunglückte und bewusstlose Person vorfinden.

 

Erfahrung & Pflanzen

Bei Übelkeit und Erbrechen, Insektenstichen oder anderen Erkrankungen ist es manchmal von Vorteil, wenn man etwas über die Pflanzenwelt der Region weiß, denn mit Pflanzen kann man sich in Notsituationen teilweise sehr gut helfen. Der Verlag A. Vogel hat mir hierfür freundlicherweise vor einiger Zeit das Büchlein „Kleine Outdoor-Apotheke – Erste Hilfe mit frischen Pflanzen für Freizeit, Sport und Reisen“ zur Verfügung gestellt. Ob Spitzwegerich, Zitronenmelisse oder Gänseblümchen – viele Pflanzen haben eine heilende oder schmerzlindernde Wirkung, mit der man akute Erkrankungen vorerst lindern kann.

4 Kommentare

  1. Hi Axel, ein guter Beitrag und ein Thema, das leider sehr oft vernachlässigt wird. Ich selber habe auch immer ein Erste-Hilfe-Set dabei, egal ob beim Radfahren oder Wandern. Es wäre unklug, nicht wenigstens eine Mindestausrüstung dabei zu haben, für den Fall der Fälle. Bisher ist glücklicherweise kaum etwas passiert aber jeder sollte vorbereitet sein.

    Gruß

    Michael

  2. Pingback: Gut geschützt beim Familienausflug – Ausstattungstipps » Bewegungsfreiraum, Zirkulation, Isolation, Funktionalität, Packmaß, Wind- und Wasserschutz, Material, Reinigung, Anziehen, Trinken, Schützen, Hosen, Textilien, Schuhe » FrauenBlog

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