Eine Rundwanderung durch die Teverener Heide

Nachdem wir in der letzten Woche in der Brunssumer Heide unterwegs waren, ging es heute ganz spontan in die angrenzende Teverener Heide, die im Dreierpakt mit der Brunssumer Heide und dem Gebiet Rodebach-Roode Beek den Heidenaturpark ergibt.

Die Teverener Heide, die nordöstlich an die Brunssumer Heide angrenzt, wurde bereits 1977 unter Naturschutz gestellt, denn die Binnendünen und Heidemoore in der 450 h großen Landschaft bieten nicht nur selten Tierarten einen wichtigen Lebensraum, sondern haben auch eine lange Geschichte. Während die knorrigen Kiefernwälder, die offenen Heideflächen und die vielen Seen nur entstehen konnten, nachdem der Mensch sie für die Forstwirtschaft, als Weidefläche und zum Kiesabbau nutzten, gingen nur die wertvollen Heidemoore von Anfang an ihren ganz eigenen, natürlichen Weg.

Eingang zur Teverener Heide am Parkplatz ScherpenseelWir parken also unseren Wagen auf dem Parkplatz Scherpenseel, der sich im Südosten der Heidelandschaft befindet. Mit an Bord sind außer uns dreien noch Oma und Opa, denen wir von der tollen Landschaft in der Brunssumer Heide erzählt hatten. Sie wollen sich heute selber ein Bild davon machen, von dieser Landschaft, so anders als bei uns vor der Haustür und doch nur 15 km entfernt. Selbst sie kannten das Gebiet bis heute nicht.

Es soll heute entlang der gelben Route gehen, auf den Großen Rundweg, der ein Mal komplett um das gesamte Teverener Heide führt. Also machen wir uns vom Parkplatz aus in Richtung Westen auf und biegen schon bald nach links ab. Es geht durch die Scherpenseeler Denne, die einst ein Kalksandsteinwerk beheimatete. Direkt am Eingang zu diesem Teilgebiet sind noch einige wenige Überreste der Grundmauern von Gebäuden des Betriebs zu erkennen. Heute beheimatet das Gebiet keinen industriellen Betrieb mehr, dafür aber Heidepflanzen und über 30 Wildbienenarten.

Vorbei an der kargen Fläche „An de Bök“ geht es nordwärts in Richtung Borger Kiesgrube, die in der 80er Jahren stillgelegt wurde. Die weite Sandtrockenrasenfläche bietet Raum für niedrige, krautige Pflanzen, die mit wenigen Nährstoffen zufrieden sind, wie zum Beispiel dem seidig-grauen Zwerg-Filzkraut. Bäume sieht man auf der großen Fläche nur selten. Ebenso können wir auch die Borgerteiche vom Weg aus nicht sehen.

Es geht ein winzig kleines Stückchen bergauf, bis wir geradewegs auf den Rohrkolbensee zulaufen. Am Ufer nutzt Greta unsere kurze Pause, um ein paar Steine in den kleinen Tümpel zu schmeißen. Papa schnitzt wieder einen kleinen Wanderstock, denn Animation darf auf einer Wanderung mit Kind ja bekanntlich nicht fehlen. Und schon bald kann es weiter gehen. Hinter einer Kurve passieren wir den Teewensee und gelangen an eine Kreuzung, an der sich Teewensee, Seerosenteich und Christopherussee förmlich die Hand geben. Aufgrund der Uhrzeit und den noch anstehenden Terminen von Oma und Opa am Nachmittag entscheiden wir uns, eine kleine Abkürzung zu nehmen und dem lilafarbenen Wegsymbol in Richtung Westen zu folgen. So wollen wir den nördlichen Teil des Großen Rundwegs auslassen.

Wir wandern also entlang des Ufers des Christopherussees und machen noch eine kurze Pause an einer kleinen Hütte, von der aus man etwas erhöht über den See blicken kann. Fotoshooting mit der ganzen Familie! Dann geht es weiter in Richtung Westen und wir laufen einige hundert Meter entlang eines Zauns, der die Grenze zwischen der Teverener Heide und der NATO Air Base Geilenkirchen markiert.

Wir biegen nach rechts ab und umwandern das „Wiggelewak“, den größten Heidemoorkomplex der Teverener Heide. Sowohl Grundwasser als auch Regenwasser versorgen dieses Zwischenmoor. Für kurze Irritation sorgen zwei Wegweiser des Gelben Wanderweges, jedoch stellt sich schnell heraus, dass einer der beiden Pfeile in Richtung des Parkplatzes Grotenraths zeigt. Wir wählen also den anderen Weg und biegen nach einigen Metern links in das Püttchental ein. War der Weg bis hierhin durchaus kinderwagentauglich (wenn der Wagen große Luftreifen besitzt), wird es jetzt pfadig. Ich bin froh, dass ich aus Erfahrung immer (!) die Kindertrage auf Wanderungen bevorzuge.

Vorbei an wirren Farngebilden spuckt uns das Püttchental bald auf einem Weg aus, der die Grenze zwischen Wald und Feld markiert. Dort bleiben wir nicht lange und verschwinden bald wieder im Wald und folgen einem schmalen Pfad, der uns nach einigen Kurven zum Grotenrather Püttchen führt.

Das Püttchen (Pütt = Brunnen) im sogenannten „Schweinewald“ diente früherden Waldbauern als Tränke für ihr Vieh. Hier wurden die Schweine häufig in den Wald getrieben, um aus der eingefassten Quelle zu trinken und die herabgefallenen Eicheln zu essen. Durch den Kiesabbau der vergangenen Jahre sank jedoch der Grundwasserspiegel und die Quelle versiegte.

Die letzten hundert Meter zurück zum Auto führen vorbei an einem Maisfeld, das Greta für eine Runde Verstecken nutzt.

Video

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, ein kleines Video von der Tour zu drehen. Das Ergebnis seht ihr hier:

Links zur Teverener Heide

  • Alle Fotos zu der Tour durch die Teverener Heide findet ihr bei Flickr oder bei Google+.
  • Eine Karte und eine kleine Broschüre mit Informationen zu interessanten Punkten in der Teverener Heide auf dem Großen Rundweg kann man hier im PDF-Format herunterladen.
  • Ausführliche Informationen zur Teverener Heide gibt es hier.

Karte & GPS-Daten

2 Kommentare

  1. Interessanter Bericht. Da ich demnächst wieder ein paar Tage in Deutschland bin werde ich mir die Heide mal anschauen. Immer auf der Suche nach unberührter Natur…
    Viele Grüße Ben

  2. Hi,

    der Film und der Artikel ist echt toll geworden. Die Heide ist wirklich sehr schön. Ich habe meinen Urlaub mal in der Lüneburger Heide verbracht. In Undeloh. Die Natur ist herlich dort. Sollte es Dich mal in die Lüneburger Heide verschlagen, würde ich Dir Undeloh empfehlen.

    Grüße,

    Dom

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