Eifelsteig von Ripsdorf bis zum Kloster Himmerod

Pfingstmontag – Wir starten von der Ripsdorfermühle.

Auf unserem zweiten Teil des Eifelsteigs ist Milagros mit dabei. Sie kommt zwar aus den peruanischen Anden und hat mit ihrem Vater schon viele Wandertouren gemacht, allerdings trugen Maultiere das meiste Gepäck. Diesmal muss Milagros ihre 15 kg Gepäck selber 5 Tage lang und mehr als 120 km über den Eifelsteig tragen und lernen, dass das „Wandern“ manchmal auch mit „Qualen“ verbunden ist. Neben den Rucksäcken und den Blasen an den Füßen quälen uns nämlich auch noch Heerscharen von Zecken und Mücken.

Von Ripsdorf geht es nach Alendorf über den Kalvarienberg, von dem wir einen guten Überblick über die „neue“ Eifellandschaft haben. Anders als in der Nordeifel sehen wir hier deutlich die ersten Vulkankegel, von denen noch etliche folgen werden. Im Lampertstal wird deutlich, wie schön ein Bachlauf wirken kann, wenn er nicht mit Bäumen (Fichten) zugepflastert ist. In Mirbach erleben wir die Geburt eines Kalbes, das die Mutterkuh samt prallem Euter stehen lässt. Der „Dreimühlener Wasserfall“ ist wirklich eine Überraschung, die wir hier nicht vermutet hätten. In Kerpen erfrischen wir uns mit einem naturtrüben Eifeler-Bier im „kleinen Landcafe“. Nicht nur das Café, auch das Dorf wirkt offen und gastfreundlich.

Natürlich ist Hillesheim auch ein Highlight, als selbsternannte Krimihauptstadt mit Krimi-Café und Krimi-Hotel. Jaques Berndorf lässt grüßen. Für die Mühlsteinhöhle am „Rothen Kopf“ braucht man unbedingt eine Taschenlampe – die ist sackdunkel. Es sei denn man ist mutig und tappt gern im Dunkeln. Über der Höhle kleben halbfertige Mühlsteine am Fels, die schon seit langer Zeit vergeblich darauf warten, dass sie noch jemand fertig stellt. An der Helenenquelle tanken wir auf. Frisches Quellwasser mit „Bubbels“ – mitten in Gerolstein. Am Abend werden wir ordentlich von Mücken zerstochen und von Zecken überfallen. Die Zeckenzange kommt zum Einsatz. Wahrscheinlich steht doch langsam mal eine FSME-Impfung an.

Trotz voll hängender Blaubeersträucher trauen wir uns nicht zu kosten – Angst vor dem Fuchsbandwurm. Das Leben in der „deutschen Wildnis“ ist gefährlich – lebensgefährlich!

Das Gemündener Maar bringt die ersehnte Abkühlung und Reinigung. Herrlich, wir spüren die Kraft des Vulkans und sind nach dem Bad voller Energie. Der Rucksack drückt uns wieder auf den Boden.

Das Liesertal ist ein echter Geheimtipp und schon von Manuel Andrack beschrieben. Den ganzen Tag sehen wir keinen Menschen. Nach einem heftigen Gewitter wirkt die Burg Manderscheid in den aufsteigenden Nebelschwaden wie „Eifeler Machu Picchu“. Der Feuersalamander ist zwar giftig, aber Milagros kann nicht widerstehen. Den Kuss kann sie sich dann doch verkneifen.

Dort, wo wir das Liesertal wieder verlassen, gibt es noch einen wunderschönen kleinen Skywalk – Dank an die Initiatoren. Mit etwas Glück spannt sich auch noch der Regenbogen über das Tal.
Am Kloster Himmerod treten wir unseren Heimweg an, nicht ohne eine geräucherte Forelle aus den klostereigenen Teichen zu verspeisen. Leider wird es die wohl nicht mehr lange geben. Wie uns berichtet wird, hat das Kloster erhebliche finanzielle Probleme.

Die Busfahrt nach Aachen ist ein Erlebnis der besonderen Art. Auch hier haben wir Glück den Bus von Bitburg nach Aachen nur zufällig nicht zu verpassen.

Es warten jetzt noch ca. 70 Kilometer bis Trier, die erwandert werden wollen.

Dieser Artikel ist auch auf Deutschlandquer erschienen.

1 Kommentar

  1. Schöne Wanderung,die Pflanze ist eine Orchidee,genauer eins der vielen Knabenkräuter.Vielleicht Purpur oder Helmknabenkraut.Purpurknabenkraut bei uns gefährdet.

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