E.O.F.T. 11/12 ab Oktober auf Tour

Foto: www.eoft.eu

Ab Oktober 2011 ist sie wieder in Europa unterwegs unterwegs: die European Outdoor Film Tour. Die diesjährige Tour ist gespickt mit Film-Highlights der Outdoorszene! Bereits in den vergangenen Jahren waren wir vor Ort und konnten uns von den anspruchsvollen Filmbeiträgen überzeugen.

In diesem Jahr können sich die Fans des Freiluftsport auf 9 Filme mit einer Gesamtlänge von ca. 120 Minuten freuen. Hier das Programm:

A Female Tale

Während eines Wettkampfs die Nerven zu bewahren, das kann Anna Stöhr wie keine andere. Nicht umsonst ist sie seit dem 17. Juli 2011 Weltmeisterin im Bouldern. Auch Juliane Wurm, die Drittplazierte in diesem Jahr lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Was passiert aber, wenn sich zwei der talentiertesten Boulderinnen zum ersten Mal im Rissklettern in Utah ausprobieren? Auf jeden Fall geht es nicht ganz ohne Blessuren ab.

Ganz allein müssen sich die Beiden nicht auf vollkommen unbekanntes Terrain begeben. In den USA treffen sie auf Lynn Hill, die in den 80er Jahren eine der besten Wettkampfkletterinnen der Welt war und Anna und Juliane die neue Klettertechnik am Castleton Tower in Utah beibringen soll. „Sie hat soviel Erfahrung und hat schon so viele verschiedene Sachen gemacht, die ich noch gar nicht ausprobiert haben. Sie kann bestimmt viel erzählen“ sagt Juliane vor ihrem ersten Treffen mit Lynn. Auch Anna hat Respekt: „Sie war die erste Frau, die die Nose frei geklettert ist. Das hat ihr mehr als zehn Jahre keiner nachgemacht – auch kein Mann. Aber nicht nur deswegen. Sie ist einfach eine Legende.“

Am Castleton Tower treffen zwei verschiedene Generationen von Kletterinnen auf einander. Auf der einen Seite Lynn, die schon kletterte, bevor Julian und Anna überhaupt laufen gelernt hatten und auf der anderen Seite die beiden Boulderinnnen, die meistens in der Halle trainieren und keine Erfahrung im trad climbing besitzen. „Lynn steigt alles vor, sonst wäre es wahrscheinlich wirklich zu gefährlich, wenn wir da die Sicherungen legen und eigentlich keine Ahnung davon haben. Wir sind schon genug mit dem Rissklettern an sich beschäftigt, da müssen wir nicht auch noch Sorgen machen, dass wir halb draufgehen, nur weil die Sicherungen nicht richtig platziert haben“, erklärt Juliane.

Ganz ungefährlich wird es dann am Ende aber doch nicht, weil während der letzten Seillänge ein schweres Gewitter über dem Tower aufzieht. Die Luft ist elektrisch geladen, Blitze zucken. Es ist das, was die Amerikaner als „epic“ bezeichnen – und das worauf Juliane und Anna liebend gern verzichtet hätten!

Baffin Babes

„Wir sind nicht wie diese Typen, die besonders cool sein wollen. Mit Eis im Bart und so… wir sind nur einfach gern draußen!“ (Emma Simonsson)

Als ob man unbedingt einen Bart bräuchte, um hart im Nehmen zu sein. Die Baffin Babes schaffen das auch so. Wer sich trotzdem nicht vorstellen kann, dass es vier Frauen 80 Tage lang ohne Dusche und Toilette aushalten, der wird mit unserer Expeditionsdoku Baffin Babes eines Besseren belehrt. Denn die beiden Schwestern Vera und Emma Simonsson aus Schweden und ihre norwegischen Freundinnen Ingebjørg Tollefsen und Kristin Folsland Olsen haben genau das geschafft – ohne mit der Wimper zu zucken! – und dabei noch die längste Skitour ihres Lebens gemacht: 1200 Kilometer wanderten sie über das arktische Packeis entlang der kanadischen Insel Baffin Island. Nicht gerade ein Spaziergang – mit 100 Kilo in der Pulka, bis zu Minus 40 Grad Kälte und Eisbären in Sichtweite.

„Train to get fit and eat to get fat – das war unser Leitspruch vor der Tour“, sagt Kristin. Für die knapp dreimonatige Tour durchs die arktische Eiswüste wollten sich die vier Frauen sicherheitshalber ein kleines Speckpolster zulegen. Fett wärmt ja bekanntlich. Schwer war es nicht, weil die gewünschten Pfunde in Form von Chips und Schokolade ziemlich schnell auf die Hüften wanderten. „Schwierig war es nur, gleichzeitig auch fit zu bleiben“, meint Vera.

Auf Baffin Island angekommen, lassen sie es langsam angehen. Natürlich läuft nicht alles so, wie eigentlich geplant. Emmas Skistiefel passen nicht richtig in die Bindung, Kristin muss feststellen, dass sie mit einer Schuhnummer größer wesentlich besser gefahren wäre („Ich hätte auf meine Mutter hören sollen…“) und die beiden Hunde Buck und Anu, die für die Baffin Babes nachts nach Eisbären Ausschau halten sollen, scheinen auch nicht hundertprozentig für den Extremtrip geeignet zu sein. Buck ist alt und auf einem Auge blind, Anu war noch nie auf dem Eis unterwegs… Was auf der Reise so alles passiert, könnt Ihr Euch auf der E.O.F.T. 11/12 anschauen.

„Wir wollten die Natur erleben und unsere Grenzen austesten. Die Limits pushen und schauen, was alles möglich ist. Mitgeben können wir den Leuten vor allem eines: dass wir da draußen einfach eine gute Zeit hatten. Klar, manche Tage waren hart“, sagt Emma rückblickend und Kristin fügt hinzu: „aber das wussten wir schon vorher. Es ist ja keine Überraschung, dass man auf Tour mal müde oder hungrig ist. Man weiß, dass es passieren wird. Aber die Freundschaft und der Spaß kommen auf keinen Fall zu kurz!“

Being There

Wenn man sich die Berge im hohen Norden so anschaut, dann wundert es einen nicht mehr, dass die Norweger den Ski erfunden haben. Da wo die Fjorde weit in Land hineinreichen und die Sonne im Sommer nicht untergeht, haben die besten Freerider der Welt jede Menge Schnee aufgewirbelt, allen voran Henrik Windstedt und Aksel Lund Svindal. Zum allerersten Mal durfte ein Filmteam
im norwegischen Backcountry und auf den Lofoten einen Skifilm drehen – selbst für gestandene Freerider ein besonderes Erlebnis, denn hier ist beim Skifahren das Meer stets in Sichtweite!

Cold

Bei Minus 40 Grad Celsius schneit es sogar im Zelt. Da ist die Komfortzone jedes noch so dicken Daunenschlafsacks weit unterschritten, da helfen nicht einmal mehr warme Gedanken. Auf über 7000 Metern ist es ist einfach nur schweinekalt. Zugegeben: es ist ein ungleiches Trio, das sich da auf den Weg gemacht hat, um den Gasherbrum II (8034m) zum ersten Mal im Winter zu besteigen. Doch Simone Moro und Denis Urubko scheinen besser mit der extremen Kälte und den Strapazen besser zurechtzukommen als Cory Richards, der die Expedition gleichzeitig filmt und seine Entscheidung hier dabei zu sein mit jedem zurückgelegten Höhenmeter anscheinend mehr bereut. Mit zunehmender Kälte verstärken sich auch Corys Selbstzweifel, doch Umkehren ist keine Option. Nicht ohne Gipfelsieg. Und selbst der ist kein Garant dafür, dass dieses Abenteuer glimpflich ausgeht: der Weg nach unten ist immer gefährlicher als Weg nach oben.

Dark Side Of The Lens

„Für mich besteht die Welt aus Winkeln und perspektivischen Linien. Wenn ich den Kopf drehe oder auch nur blinzle, dann erlebe ich kleine zauberhafte Momente, die an andere Menschen spurlos vorüberziehen. Kameras helfen mir dabei zu verstehen und zu deuten, was ich sehe. Es ist simpel, aber es macht mich glücklich.“ (Mickey Smith)

Eine Welle stehen zu können ist die eine Sache. Eine Welle filmen zu können ist etwas ganz anderes. Vor allem dann, wenn man sich selbst im Wasser befindet. Je größer die Welle ist, desto spektakulärer sind auch die Bilder – doch wie entstehen diese Aufnahmen eigentlich? In Dark Side of the Lens gewährt uns Kameramann und Fotograf Mickey Smith einen Blick durch den Spiegel und lässt uns die Welt mit seinen Augen sehen. Er hat seinen Beruf mit Bedacht gewählt, kann sich nichts Schönes vorstellen als im kalten Wasser zu paddeln, die Surfer zu beobachten und im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken. In der rauen See vor der irischen Küste filmt und fotografiert er am liebsten. Er mag das Spiel mit den Elementen, die Einsamkeit, das Gefühl den Moment zu leben und ist sich sicher am Ende reicher zu sein als manch anderer – wenn auch nicht in materieller Hinsicht.

Kadoma

„Egal was passiert: Keine Panik!“ (Hendri Coetzee)

Es gibt besondere Kajak-Expeditionen, es gibt gefährliche – und es gibt besonders gefährliche. Die Kongo-Expedition von Hendri Coetzee, Chris Korbulic und Ben Stookesbury fällt eindeutig in die letzte Kategorie. Der Kongo gilt als der „heilige Gral“ aller Kajak-Expeditionen. Rund 4.300 km schlängelt sich der schlammbraune Strom durch Zentralafrika und seine reißenden Stromschnellen sind nicht einmal das, wovor man am meisten Angst haben müsste. In den seichten Ufergebieten lauern Flusspferde und Krokodile, außerdem ist in dem von Armut und Korruption gebeutelten Land das Militär allgegenwärtig. Der Südafrikaner Hendri Coetzee ist der Einzige, der sämtliche Gefahren dieser Expedition vollständig überblicken kann. Gemeinsam mit ihm machen sich Ben Stookesbury und Chris Korbulic auf die Reise ins schwarze Herz Afrikas. Doch mitten auf dem Fluss nimmt das Abenteuer eine drastische Wendung.

Life Cycles

Life Cycles ist kein gewöhnlicher Mountainbikefilm, denn in Life Cycles ist nicht der Mountainbiker, sondern das Bike selbst der Star. Der Film erzählt seine Geschichte: von der Fertigung in der Fabrik bis hin zur Verschrottung – und all den Höhen und Tiefen dazwischen. Sieben Jahre haben Derek Frankowski und Ryan Gibb an ihrem Meisterwerk gearbeitet; mit viel Leidenschaft, viel Liebe zum Detail und vor allem viel Geduld. „Spend time not money“ – so lautete das Motto und man sieht dem Film an, dass es zu jeder Zeit beherzigt wurde. Das Rad gilt als die größte Erfindung der Menschheit. Life Cycles setzt ihm in bewegenden und ästhetischen Bildern ein eindrucksvolles Denkmal. Diesen Film kann man nicht beschreiben – man muss ihn gesehen haben.

The Majestic Plastic Bag

Die Plastiktüte gehört zu den widerstandsfähigsten Kreaturen auf unserem Planeten. Sie ist nahezu unverwüstlich, sie fliegt wie ein Vogel und schwimmt wie ein Fisch. Und wenn wir sie lassen, entwickelt sie ein erstaunliches Eigenleben. The Majestic Plastic Bag zeigt uns was geschieht, wenn sie als Verpackungsutensil ausgedient hat. Die Tüte macht sich auf den Weg zu ihrem eigentlichen Bestimmungsort: dem großen Müllstrudel im pazifischen Ozean – und weder die Müllabfuhr noch bissige Yorkshire Terrier können sie davon abhalten.

The Great Pacific Garbage Patch

Die größte Mülldeponie der Welt liegt mitten im Pazifischen Ozean. Geschätzt 3 Millionen Tonnen Kunststoff treiben hier auf einer Fläche, die etwa viermal so groß ist wie Deutschland. Kunststoff ist nicht biologisch abbaubar, sondern zerfällt durch Sonneneinstrahlung und Reibung einfach in immer kleinere Teile. Im pazifischen Müllstrudel schwimmen inzwischen 64x mehr Plastikteilchen als Plankton. Kein Wunder, dass die Fische den Müll mit ihrem natürlichen Nahrungsmittel verwechseln. Ein Problem, das uns alle angeht, denn über die Nahrungskette landet der Plastikmüll letztendlich auch auf unserem Teller.

This Must Be The One

Rückenwind und eine Handbreit Wasser unterm Kiel – mehr braucht ein Segler nicht um glücklich zu sein. Auch ein Highliner lässt sich gern den Wind um die Nase wehen, aber so richtig wohl fühlt er sich erst dann, wenn sich zwischen ihm und dem Boden besonders viel Luft befindet. Je schwindelerregender der Spot, desto besser! Gerade deshalb haben Sebastién Brugalla und sein Team ihre Highline zwischen den rund 4000 Meter hohen Aiguilles du Diable im Mont-Blanc-Massiv gespannt. Extremer geht es wohl kaum. Doch wer sagt, dass man zum Highlining unbedingt in die Berge fahren muss wenn es in Paris so schöne Wolkenkratzer gibt? Die beiden Bürotürme der Les Mercuriales sind zwar nur knapp 120 Meter hoch, doch staunende Zuschauer gibt es dafür umso mehr. Und für die Highliner macht das Balancieren hier wie da keinen großen Unterschied. Es stellt sich bloß die Frage, ob die Aussicht auf die Dächer von Pariser wirklich mit dem Mont-Blanc-Bergpanorama mithalten kann.

Informationen

Weitere Infos, den genauen Tourplan sowie Details zu den Tickets findet ihr auf www.eoft.eu.

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