Durch den Norden der StädteRegion

Eigentlich pilgert der Aachener an Pfingsten in Richtung Nordseeküste. Renesse, Domburg oder Middelburg sind an diesem Wochenende fest in Aachener Hand. Um diesem Massenphänomen zu entgehen und die leeren Radwege zu nutzen, hatten wir uns am Pfingstsonntag das Erkunden unserer Heimat vorgenommen. Mit dem Rad sollte es durch den Norden unserer StädteRegion gehen.

StädteRegion? Damit kann wohl niemand was anfangen, der nicht aus dem Aachener Umland stammt. Um mal aufzuklären, was sich hinter dem Namen verbirgt, hier ein Auszug aus Wikipedia:

Die StädteRegion Aachen ist ein Kommunalverband besonderer Art im Südwesten Nordrhein-Westfalens. Verwaltungssitz ist Aachen. Sie ist seit dem 21. Oktober 2009 Rechtsnachfolger des Kreises Aachen, der aufgelöst wurde und dessen neun Gemeinden mit der kreisfreien Stadt Aachen die neue Städteregion bilden. Mit der Bildung der Städteregion Aachen wird zum ersten Mal ein Regionsmodell in Nordrhein-Westfalen erprobt. Die StädteRegion Aachen besteht aus acht Städten und zwei Gemeinden. Sie erstreckt sich von der Stadt Baesweiler im Norden über ca. 50 Kilometer bis zur Stadt Monschau im Süden.Wikipedia

Mit unserem Rad-Gespann starten wir also direkt vor unserer Haustür. Der eigentliche Startpunkt der Route ist zwar für Herzogenrath vorgesehen, so dass man auch bequem mit der Euregiobahn und den Rädern anreisen kann, aber wenn die Tour schon fast vor unserer Haustür vorbei führt, springen wir doch gerne mittendrin auf.

Modellflugplatz WürselenEs geht durch unseren Stadtteil und über Felder vorbei am Flugplatz vom Modellflugclub Condor in Richtung Euchen. Am Flugplatz gibt es eine erste kleine Pause und wir beobachten die Miniatur-Maschinen bei ihren tollkühnen Stunts. Weiter geht es um Euchen herum und durch das Broichbachtal nach Alsdorf. Wir passieren Schloss Kellersberg und erreichen bald den Alsdorfer Weiher.

Falls etwas Abwechslung im Programm sein soll, kann man hier einen Abstecher in den Tierpark Alsdorf machen. Der Eintritt ist frei und ein Rundgang mit Kindern in ca. 1 Stunde machbar. Nur einen guten Kilometer weiter umradeln wir Schloss Ottenfeld im Alsdorfer Ortsteil Duffesheide, das in Privatbesitz ist und daher leider nicht besichtigt werden kann. Auch aus der Ferne lässt es sich nur erahnen.

Gänse am Seehof in HerzogenrathImmer weiter dem Broicher Bach folgend durchqueren wir den Ortsteil Noppenberg und erreichen bald das kleine Staubecken von Herzogenrath. Wir radeln zwischen den beiden idyllischen Seen hindurch und lassen uns im Seehof für eine Tasse Kaffee nieder. Nebenan darf der Nachwuchs derweil auf einem Spielplatz spielen, der sich allerdings leider zu spät als Gänse- und Ententoilette zu erkennen gegeben hat.

Nach der Spiel- und Kaffeepause machen wir uns wieder auf den Weg durch Herzogenrath. Einmal durch die Fußgängerzone geht es uns unterhalb von Burg Rode verlassen wir die ursprüngliche Route, um einen kleinen Abstecher zur Abtei Rolduc in Kerkrade zu machen. Dort findet der Pfingstmarkt statt, ein Kunsthandwerkermarkt, den wir besuchen wollen. So abseits der eigentlichen Route kommt es dann, wie es kommen muss: Treppe. Unser Fahrrad-Anhänger-Gespann muss ich auseinander bauen und in Einzelteilen die ca. 25 Stufen hochbuckeln, aber der Eingang zum größten erhalten gebliebenen Klosterkomplex der Niederlande liegt direkt um die Ecke. Dort begrüßen uns am Eingang die verschiedensten Tiere, die unsere Hänger-Pilotin erst einmal ausgiebig füttern und streicheln muss.

Haupteingang zur Abtei RolducDen Handwerkermarkt besuchen wir dann doch nicht, da eine junge am Eingang Geld für den Besuch haben will. Da wir nur spontan hier sind, entscheiden wir uns dazu, weiter zu fahren. Und so fahren wir die Nieuwstraat bzw. Neustraße entlang, quasi direkt auf der niederländisch-deutschen Grenze und passieren Bleijerheide und Pannesheide, lassen Kohlscheid links liegen und fahren durch den Pferdelandpark und durch Bank und Uersfeld. Als wir nach gut 26 km in Berensberg ankommen, planen wir unsere Tour spontan ein wenig um, um möglichst schnell nach Hause zu kommen. Eigentlich würde die Tour noch weiter durch Würselen und den Kalkhaldenpark führen, aber das warme Wetter hat uns alle ein wenig in die Knie gezwungen. Also geht es durch das Wurmtal und über den Teuterhof direkt nach Hause.

Fazit

Wer einmal abseits der Fußgängerzonen und der Gewerbegebiete der Städte in der StädteRegion unterwegs sein möchte, sollte genau diese Route wählen. Sie führt einlang toller Naturschauplätze und lässt einen wirklich anderen Blick auf die einzelnen Orte zu.

Schwierigkeit

Hier ist Schieben angesagtDie Tour eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug mit der Familie und bis auf die Treppe unterhalb von Abtei Rolduc muss nirgendwo geschoben werden. Aber nun gut, das war ja auch ein Abstecher, der nicht geplant war.

Mit 320 Höhenmetern ist die Tour zwar etwas hügelig und obwohl man in der Nähe der vermeintlich flachen Niederlande radelt, gibt es ein paar kurze Anstiege, die mit Kind im Anhänger schon knackig sind. Wer aber alleine unterwegs ist, sollte damit keine Probleme haben.

Die ursprüngliche Tour gibt es zum Download bei Outdooractive, unsere leicht abgewandte Variante findet ihr bei Strava. Eine kurze Vorabinformation findet ihr hier:

Einkehrmöglichkeiten

Wer unterwegs essen möchte, kommt fast überall auf seine Kosten. Ein Speiselokal befindet sich unmittelbar bei Schloss Kellersberg, die See-Gastronomie Broichtal liegt direkt am Alsdorfer Weiher. In Herzogenrath gibt es gleich mehrere Lokale, in die man einkehren kann. Der Seehof ist sehr schön gelegen und wer ein bisschen Zeit mitbringt, kann hier gemütlich einen Kaffee trinken. Wer Würselen durchfährt, wird dort auch sogar mehrfach fündig.

Für die Kinder

Spielplatz am Seehof HerzogenrathEntlang der Strecke finden sich so einige Spielplätze. Wer die Augen offen hält, sollte alle paar Kilometer einen entdecken. Den Alsdorfer Tierpark habe ich oben bereits erwähnt, genau so wie den „Ententoiletten“-Spielplatz am Seehof in Herzogenrath und den Modellflugplatz nahe Würselen. Hier kommt man auch am Aquana vorbei und wer sich zutraut, bei einer 3o km Radtour noch einen Schwimm-Stop einzulegen, kann hier noch ein bisschen planschen gehen. Ich würde aber eher die Badehose einpacken, denn das Aquana ist nicht nur völlig unorganisiert, sondern auch noch sauteuer. Unterwegs findet man immer wieder Stellen, an denen der Nachwuchs am Ufer des Broichbachs spielen  und auch ein bisschen darin matschen kann. Und das kostet nix! Am Alsdorfer Weiher haben wir sogar eine Minigolfanlage gesehen. Ob diese aber noch in Betrieb ist, kann ich nicht sagen.

Bilder von der Tour

Und noch ein kleines Rätsel!

Immer wieder sind wir bei Uersfeld und in der Umgebung auf diese Spuren gestoßen. Wer von euch weiß denn, was sie zu bedeuten haben? Wer mir als erster die komplett richtige Antwort liefert, bekommt ein Reisehandtuch.

Rätsel!

3 Kommentare

  1. Schöner Bericht zu einer Tour die ich auch einmal machen sollte.
    In Uersfeld und Umgebung seid ihr auf die Spuren des Teufels gestoßen der Aachen verschütten wollte. Und Weiler er sich von einer alte Aachener in täuschen ließ den Lousberg schuf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.