Die GrenzRouten auch in 2012 mit neuem Programm

Die GrenzRouten, die fast alle direkt vor unserer Haustür starten, kennen wir mittlerweile wie unsere Westentasche. Leider habe ich es wohl bisher immer versäumt, euch die neun Routen vorzustellen, die die fünf Kommunen Aachen, Kelmis, Plombières, Raeren und Vaals auf insgesamt 120 Kilometer Routen verbinden. Nichts desto trotz: Auch in 2012 locken die Routen wieder mit einem grenzüberschreitenden Programm.

Die zentrale Achse des Wandernetzes führt auf knapp 30 Kilometern von Raeren/Belgien über den Dreiländerpunkt bis Orsbach/Deutschland. Sie folgt dem Verlauf der belgisch-deutschen und niederländisch-deutschen Grenze. Die daran angeschlossenen Rundrouten bieten auf 6 bis 19 Kilometern spannende Touren durch drei Länder zu thematischen Schwerpunkten, etwa der Geschichte des Galmeibergbaus, des Zwergstaates Neutral-Moresnet oder des uralten Landgrabens, der einst das Aachener Reich umgab.

40 Cafés bewirten Wanderer unterwegs mit landestypischen Produkten. Zudem sind im Gelände an zwanzig Startpunkten Orientierungstafeln aufgestellt. Interessierte können ihre Wanderung autofrei  im Aachener Zentrum starten: Zwei Verbindungswege führen vom Hauptbahnhof aus nach Aachen-Entenpfuhl oder durch das malerische Gillesbachtal nach Köpfchen oder nach Kornelimünster zum Startpunkt des Eifelsteigs.

Route 1 – Vom Fuß der Eifel zum Mergelland

Raeren, Itertal, Lichtenbusch, Köpfchen, Dreiländerpunkt, Vaals, Schneeberg, Orsbach: Das sind die Wegmarken, die von der Hauptachse des GrenzRouten-Netzes berührt werden. Auf diese Weise vereint ein einziger Wanderweg viele der natürlichen, landschaftlichen und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten, die das Grenzgebiet so attraktiv machen. Die Route verläuft durch reizvolle Bachtäler und Wiesenlandschaften, über die Kämme von Höhenzügen und durch Waldgebiete von ganz unterschiedlichem Charakter.

Routeninfos
Länge: 29,5 Kilometer
Dauer: ca. 7 1/4 Stunden

Route 2 – Auf den Spuren eines politischen Kunstproduktes

Kelmis, Moresnet, Dreiländerpunkt, Preuswald und Hergenrath – diese Eckpunkte skizzieren den Verlauf der Wanderroute 2, die in etwa das Gebiet des ehemaligen Zwergstaates Neutral-Moresnet umrundet. Ein zweites Thema der Route ist die Religion: So folgt die Strecke für eine längere Passage dem Jakobspilgerweg nach Santiago de Compostela, der, durch den Preuswald führend, gleichzeitig der historische Prozessionsweg zwischen Aachen und Moresnet ist. Während die Strecken im nördlichen Teil der Route großenteils durch Waldgebiete verlaufen, durchquert man im südlichen Teil häufiger offenes Wiesengelände und berührt die bebauten Gebiete der Dörfer und Ortschaften.

Routeninfos
Länge: 19,2 Kilometer
Dauer: ca. 4 1/4 Stunden

Route 3 – Eisenbahn und Bergbau im Göhltal

Zwischen Göhltal und Dreiländerpunkt liegen nicht nur etliche Höhenmeter, sondern auch eine Vielzahl landschaftlicher und historischer Attraktionen. Entlang der Orte Moresnet, Moresnet-Chapelle, Gemmenich und Plombières präsentiert sich die Route sehr abwechslungsreich: Passagen durch hohen, lichten Wald, schmale, von Brombeergestrüpp gesäumte Pfade, breite Wege durch offenes Weide- und Ackerland und einen vom Rauschen des Wassers begleiteten Abschnitt am Ufer der Göhl. Zudem bietet die Route, vor allem im Bereich des Dreiländerpunktes, zahlreiche Punkte, an denen man einen fantastischen Blick über das Land der drei Grenzen und bis auf die Wälder der belgischen Eifel genießen kann.

Routeninfos
Länge: 12,6 Kilometer
Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Route 4 – Zeugnisse der Aachener Stadtgeschichte

Der Landgraben, mittelalterliche Güter und alte Wegeverbindungen – zwischen Dreiländerpunkt und Preuswald treffen Wanderer auf vielfältige Spuren der lokalen Historie. Die Route verläuft durch schöne Abschnitte des Aachener Waldes von der Waldschenke via Fernsehturm Mulleklenkes hinauf zum Dreiländerpunkt und zurück durch den Friedrichswald. Dominierendes Thema ist der Landgraben, der die Außengrenze des Aachener Reiches bildete und dessen Verlauf entlang der heutigen Grenze zu Belgien gut erkennbar ist. Entlang der Route liegen weitere lokalgeschichtliche Attraktionen, die unbedingt einen Blick bzw. einen kleinen Abstecher wert sind.

Routeninfos
Länge: 10 Kilometer
Dauer: ca. 2 1/2 Stunden

Route 5 – Unterwegs im Öcher Bösch

Der im Süden des Stadtgebietes von Aachen gelegene Höhenrücken ist fast vollständig bewaldet, wobei die Bestände viel Abwechslung bieten – das Spektrum reicht vom mächtigen Buchenwald über Nadelholzflächen bis hin zu vielfältigen Mischbeständen. Neben der herrlichen Natur gibt es Interessantes zum Thema Geschichte(n) zu entdecken. Die Route führt von Köpfchen, dem alten Grenzübergang, an Grenzrelikten aus verschiedenen Epochen entlang nach Entenpfuhl und über den ehemaligen Wachtturm Alt-Linzenshäuschen und die Pionierquelle zurück zum Ausgangspunkt.

Routeninfos
Länge: 9,5 Kilometer
Dauer: ca. 2 1/2 Stunden

Route 6 – Prachtbauten und Panoramablicke

Die Route verläuft durch Vaals und das grüne Umland des Ortes und bietet einen spannungsreichen Landschaftswechsel: Die Passage zwischen Vaals und dem Dreiländerpunkt sowie der Weg über den Höhenzug von Schimperbosch und Malensbosch verlaufen durch Waldgebiete, während die übrigen Streckenabschnitte fast durchweg in landwirtschaftlich genutztem Acker- und Wiesengelände liegen. In Lemiers und Vaals berührt die Wanderroute kulturhistorisch bedeutende Bauwerke, die von einer bewegten Geschichte künden. An vielen Punkten entlang der Strecke kann man eine großartige Aussicht auf das Vaalser Heuvelland genießen.

Routeninfos
Länge: 15 ,7 Kilometer
Dauer: ca. 4 Stunden

Route 7 – Kulturlandschaft, Naturschutz und sanfte Energie

Die Wanderroute führt durch den äußersten Westen des Aachener Stadtgebietes und verläuft teilweise unmittelbar entlang der niederländischen Grenze. Hier lassen sich etliche Beispiele für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen finden. Überwiegend geht es durch das offene Gelände einer agrarisch genutzten Kulturlandschaft – sowohl im Tal des Senserbaches als auch auf dem oberhalb gelegenen Plateau mit dem Startpunkt Orsbach. Auf den Gefällstrecken hinaus aus dem Tal ergeben sich immer wieder attraktive Weitblicke auf die Hügellandschaft zwischen Vaals, Vijlen und Mechelen.

Routeninfos
Länge: 7 Kilometer
Dauer: ca. 1 1/2 Stunden

Rundroute Köpfchen – Grenzen und Zyklopen

Der gemütliche Spaziergang bietet eine abwechslungsreiche Landschaft mit Wäldern und Ausblicken auf die Weiden und Hecken des Eupener Butterländchens. Versteckt im Wald liegen Zeugnisse der Grenzgeschichte: Der Weg führt zum einen mitten durch den ehemaligen Westwall, der hier die Grenze zwischen Deutschland und Belgien sichern sollte. Zum anderen zeichnen knorrige Buchenreihen den Verlauf des Landgrabens nach. Sie sind ein Rest der Aachener Stadtbefestigung, die durch eine verwachsene Hecke gesichert war. Die Zyklopensteine, die seit Millionen Jahren hier ruhen, kümmert die Grenze dagegen wenig.

Routeninfos
Länge: 6 Kilometer
Dauer: ca. 1 1/2 Stunden

Naturerlebnispfad – Mit dem Dachs durch die Natur

Wer dem Dachs-Symbol folgt, kann Spannendes und Wissenswertes rund um die Natur und Landschaft des Dreiländerecks erleben, genießen und erfahren. Drei unterschiedliche Runden zwischen 1,9 und 4,4 Kilometern bieten Unterhaltung für Groß und Klein. Zwölf Entdecker-Stationen laden unterwegs zum Mitmachen und zum Naturerleben mit allen Sinnen ein: Auf dem Barfußpfad spürt man Natur hautnah, hat am Landschaftsfenster schnell den kompletten Durchblick und kann an der Grenzstation auf Holzstelzen durch zwei Länder gleichzeitig balancieren.

Routeninfos
kleine Runde (rot) 1,9 km – ca. 1 Stunde
mittlere Runde (grün): 2,4 km – ca. 1,5 Stunden
lange Runde (blau): 4,4 km – ca. 2,5 Stunden

Die GrenzRouten im Jahr 2012

Von Mitte Mai bis Jahresende können die Besucher der Grenzregion aus 73 Veranstaltungen auswählen. Im Angebot sind geführte Wanderungen und Tagesveranstaltungen mit Naturpädagogen, Märkte, Feste und Ausstellungen.

Der Faltplan mit der Programmübersicht ist an allen Ausgabestellen der Kommunen und bei den Tourismusbüros erhältlich. Mehr Informationen zu den einzelnen Routen, die Routen als PDF-Download sowie Tipps zu Museen, Wandercafés und Veranstaltungen kann man auf der Internetpräsenz der GrenzRouten einsehen.

Eine wesentliche Hilfe zum Wandern ist die GrenzRouten-Broschüre, in der die Geschichte der gemeinsamen Grenzen erzählt wird, die im Gelände noch mit zahlreichen historischen Relikten lebendig ist. Eine Wanderkarte des Gebietes mit sieben Routenvorschlägen gehört dazu. Die Broschüre ist zu einer Schutzgebühr von zwei Euro in den lokalen Touristenbüros erhältlich.

Wo erhält man die Broschüre?

Quelle: Euregio aktuell & Stadt Aachen, Fachbereich Presse und Marketing, Hans Poth

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