Der Rucksack Mercury 75 von Black Diamond im Test

Gut Ding will manchmal Weile haben. So haben wir den Rucksack Black Diamond Mercury 75 einem Langzeittest unterzogen und ihn mit Lisa und Birgit nach Thailand geschickt. Dort war er mehrere Monate unterwegs. Was die beiden Mädels nach ihrer Tour zu dem Trekkingrucksack sagen, fasse ich mal für euch zusammen.

Black Diamond Mercury 75 im Test

Lisa, die hauptsächlich mit dem Rucksack unterwegs war, hat mir im Vorhinein erzählt, dass sie keine große Erfahrung mit Trekkingrucksäcken hat und erst einmal beim Probepacken mit dem Angebot an Schnallen überfordert war. „Wo verbinde ich welche Schnalle? Und wo verstaue ich die ganzen Bänder, damit ich auf meiner Reise nicht überall hängen bleibe?“, fragte sie sich, jedoch fand sie bald Stauraum für die Bänder stopfte die übrig gebliebenen improvisatorisch in alle möglichen Öffnungen, damit nicht schon bei der Flugreise Gurte auf der Strecke blieben.

Platzangebot

Für Lisa interessant war für die mehrwöchige Reise das Platzangebot von 75 Litern. Dabei war sie regelrecht vom Frontreißverschluss begeistert, der es ermöglicht, den Rucksack wie einen Koffer öffnen zu können. Der, wie fast alle Reißverschlüsse am Mercury 75, wasserdicht laminierte Reißverschluss stellte sich jedoch als sehr schwergängig heraus.

Auf der Vorderseite des Rucksacks aus dem Hause Black Diamond befinden sich zwei farblich abgesetzte, wasserabweisende Zweiwege-Reißverschlüsse, die nach dem Öffnen des ersten Reißverschlusses Zugriff auf ein großes, flaches Fach gewähren. Hier befindet sich ein kleines Organizerfach, in dem Lisa die Kleinigkeiten verstaut hat, die gerne auf Reisen verloren gehen. Öffnet man den zweiten Reißverschluss, lässt sich die Front des Rucksacks wegklappen und man gelangt zum eigentlichen Rucksackinhalt. Hier findet man zwei weitere Organizerfächer, die Lisa z.B. als Kulturbeutelersatz oder als Stauraum für wichtige Dokumente gedient haben.

Abtrennbares Deckelfach des Black Diamond Mercury 75Besonders angetan hat es Lisa das Deckelfach, das neben einem reichhaltigen Platzangebot die Möglichkeit bietet, sich problemlos vom Hauptteil des Rucksacks lösen zu lassen. So konnte sie das Deckelfach im Handumdrehen bei der Gepäckaufgabe abtrennen und es als Handgepäck mitnehmen oder es bei Tagestouren als Gürteltasche nutzen.

Nun kommen die eingangs erwähnten Kompressionsriemen wieder auf die Bildfläche: Trotz des tollen Platz- und übermäßigen Riemenangebots hat Lisa sich häufig gewünscht, dass sie den Inhalt noch etwas mehr komprimieren hätte können. Die dünnen Riemen boten anscheinend nicht genug Fläche, um den Inhalt fester zusammen ziehen zu können.

Darüber hinaus besitzt der Mercury 75, den es auch mit 55 und 65 Litern und als Frauenmodell „Onyx“ z.B. bei den Bergfreunden gibt, ein Fach für das Trinksystem. Dieses hat einen beidseitigen Schlauchausgang, was nicht jeder Rucksack ermöglicht. Zwei elastische Taschen an den Seiten des Rucksacks dienen als Staufach für Flaschen. Ebenso sind Schlingen für das Anbringen von Trekkingstöcken vorhanden.

Tragesystem

Bevor der Rucksack mit Lisa auf die Reise ging, habe ich ihr den Hüftgurt des ergo Active XP Tragesystems mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel montiert. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn der Hüftgurt ist auf einem Kugelsystem gelagert. Allerdings ist es der Montageaufwand laut Lisa wert, denn das Tragesystem ist ihr in Kombination mit dem OpenAir-Rückensystem und den SwingArm-Schultergurten als besonders angenehm aufgefallen, da sich das Tragesystem unabhängig vom Rucksack bewegt.

Hüftgurt des Black Diamonds Mercury 75Für eine besonders gute Lastübertragung von den Schultern auf den Hüftgurt sorgt der M-Motion Aluminiumrahmen und eine 20 mm breite Mittelschiene sorgt für eine durchaus stabile Form des Rückensystems. Die SwingArm-Schultergurte sind durch einen Kabelzug mit dem Rucksackboden verbunden. so ist stets eine gleichmäßige Lastverteilung auf den Schultern gewährleistet. Ein absolutes Muss auf mehrwöchigen Reisen oder Treks, denn eine falsche Lastenverteilung macht dem Tragenden nach nur wenigen Kilometern keinen Spaß mehr.

Fazit

Lisa hat mir nach ihrer Heimkehr berichtet, dass die laminierten Reißverschlüsse mehrere Male nicht „gepackt“ haben und so nach einigen Versuchen nicht geschlossen werden konnten. Irgendwann habe es das dann aber wieder getan. Ich habe mir den Mercury 75 ja im Vorfeld genauer angeschaut und irgendwie war mir klar, dass die Reißverschlüsse eine Schwachstelle sein werden.

Alles in allem punktet der Black Diamond Mercury 75 aber durch ein gut sortiertes Platzangebot, das sowohl für Wanderer als auch Städtereisende genügend Staufächer bereit hält. Die gute Unterteilung des Rucksacks lässt eine nützliche Sortierung z.B. von Schmutzwäsche und sauberer Wäsche zu.

Alles in allem habe ich persönlich den Eindruck, dass der Mercury noch nicht ganz ausgereift ist. Zu viele Schwachstellen könnte man meines Erachtens noch verbessern. Daher bin ich auf ein eventuelles Nachfolge-Modell gespannt.

Bilder

Hinweis
Der Black Diamond Mercury 75 wurde mir von den Bergfreunden zur Verfügung gestellt, was diesen Test jedoch nicht beeinflusst hat. Alle Tests auf der Outdoorseite werden gewissenhaft durchgeführt und zeigen sowohl positive als auch negative Aspekte des getesteten Produkts auf.

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