Das Outdoor-Smartphone IceFox (TM) Thunder im Test

Als ich die Anfrage bekam, ob ich nicht das Outdoor-Smartphone IceFox (TM) Thunder testen möchte, musste ich erst einmal überlegen. Als alter Apple-Jünger, der momentan wieder auf Windows & Co. umsteigt, kannte ich Samsung, Nokia und HTC als Mobilfunkhersteller, aber wer zum Geier sollte nun IceFox sein? Eine erste Suche über die einschlägigen Suchmaschinen bringt mich nur zum Amazon-Shop eines Drittanbieters, aber schon bald finde ich heraus, dass es sich bei IceFox um eine Firma mit Sitz in China handelt.

Erster Eindruck vom IceFox (TM) Thunder

Als ich die schlichte Verpackung des Smartphones in den Händen halte, muss ich kurz Luft holen. „Ab jetzt ist es vorbei mit Apple“, schwöre ich mir, denn nachdem ich das iPhone 5 gecrasht habe und das aus der Not heraus reaktivierte iPhone 4S auch auf beiden Seiten gerissen ist, möchte ich auf ein Android-Gerät umsteigen. Und nun halte ich den Karton eines solchen Gerätes in den Händen.

Verpackung des SmartphonesDer schwarze Karton mit dem silbernen IceFox-Logo hat einen hellblaues Innenleben und das Telefon liegt in Plastik verpackt auf einem Seidenimitat-Zwischendeckel. Darunter befinden sich Ladekabel (USB), Netzstecker, ein Stift zur Bedienung des Smartphones, Kopfhörer mit Clip, Ersatzdeckel für Audio- und USB-Anschluss, ein Schlüssel, den man für das Öffnen des Akkudeckels benötigt und natürlich die Bedienungsanleitung. Ich nehme das IceFox (TM) Thunder in die Hand. Boah, ist das schwer. Das direkte Wiegen ergibt: 260 Gramm inkl. Akku. „Nun gut, was robust sein will, wiegt natürlich ein bisschen mehr“, denke ich und sehe einen Hinweis auf der Rückseite des Smartphones. Der Aufkleber ist so schlecht ins Deutsche übersetzt, dass ich nicht verstehe, um was es gehen soll. Vielleicht fehlt mir aber auch das technische Verständnis.

So viel sei aber gesagt: Das IceFox (TM) Thunder verfügt über einen 4 x 1.2 GHz Qualcomm Snapdragon 200 Quadcore Prozessor, 1 GB RAM, 4 GB Rom intern (erweiterbar) und einen 2930 mAh Akku, GPS, WLAN IEEE 802.11b/g/n und Bluetooth.

Bedienung & Akku-Laufzeit

Als Apple-Umsteiger komme ich mit dem installierten Android 4.3 super zurecht. Ich muss fast gestehen, dass mir Android sogar besser gefällt als OS X. Das Betriebssystem läuft flüssig und nach ein wenig Personalisierung lässt es sich schnell und zügig bedienen. Dabei liegt es eigentlich ganz gut in der Hand, wenn auch die Dicke des Gerätes von 1,9 cm sehr ungewohnt ist.

Während der ersten Tage habe ich viel mit dem neuen Android-Gerät gedaddelt. Facebook, Twitter, Google+ und viele andere Dienste, allerdings keine Spiele, standen auf dem Akku-Test-Plan. An keinem der Dauerbelastungstage musste ich den Akku zwischendurch aufladen. Erst in der Nacht kam das Gerät an den Strom, was ich persönlich sehr gut finde. Ein Pluspunkt kriegt das Phone hierfür.

Die Akku-Standby-Laufzeit geht bei der Nutzung des China-Brockens mit zwei SIM-Karten ordentlich in die Knie. Dazu aber später mehr im Abschnitt zur Dual SIM. Allerdings soll der Akku laut Hersteller in unter vier Stunden vollständig aufgeladen sein. Das könnte nach meinen Erfahrungen sogar hin hauen.

Die Kamera des IceFox (TM) Thunder

Ein echter Witz in Bezug auf das Outdoor-Smartphone ist die Kamera. Hat die Hauptkamera zwar 8 Megapixel, ist sie dennoch für viele Fotos nicht zu gebrauchen. Geht man ganz nah an einen Gegenstand heran, bekommt man noch einigermaßen akzeptable Bilder. Auch bei wirklich allerbesten Lichtverhältnissen kann man die Bilder, die das Smartphone macht, als Fotos bezeichnen. Alles, was danach folgt, grenzt schon fast an Pixel-Kunst. Will man z.B. etwas bei Instagram etc. hochladen, kommt man mit der Kamera nicht weit.

Noch grottiger ist die Frontkamera mit ihren 0,3 Megapixeln. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal etwas von unter 4 Megapixeln gelesen habe. 0,3 ist da schon echt billig. Für einen Skype-Anruf kann man die Kamera wohl kaum benutzen, da das Gegenüber mich überhaupt nicht erkennen würde.

Splitter in der Linse der FrontkameraUnd was mich richtig nervt: Nach nur wenigen Tagen in der Hosentasche hat sich bereits ein Splitter ins Innere der Frontlinse verirrt. Das darf natürlich bei einem Outdoor-Smartphone nicht passieren. Absolutes No-Go.

Außerdem hat die Knipse unheimlich Probleme mit dem Fokussieren. Das dauert arg lange und die Bilder sind trotz 720p arg verpixelt. Für Fotos und Video ist und bleibt das Smartphone daher also vollkommen ungeeignet.

Display

Das Display ist eine weitere Schwachstelle des Telefons. Wie im Video von Jochen Kolbe zu sehen ist, ist das Glas bereits bei einem Sturz aus Kniehöhe gerissen. Klar, das muss nicht immer passieren, aber wenn man das Produkt als outdoortauglich verkauft, sollte man solche Schwachstellen natürlich ausschließen. Danke Jochen übrigens an dieser Stelle für’s Zeigen.

Des Weiteren ist das Display bei Lichteinfall oder bei leichter Neigung kaum noch zu lesen. Egal wie man das Smartphone dann kippt: Es ist nichts oder nur ganz wenig zu sehen. Das ist natürlich für jemanden, der draußen unterwegs ist die absolute Katastrophe.

Displayvergleich - Lesbarkeit nimmt bei Neigung drastisch ab

Displayvergleich – Lesbarkeit nimmt bei Neigung drastisch ab

Für den 4″ WVGA 480×800 LCD Bildschirm soll Corning Gorilla Glass verwendet worden sein. Die Bedienung des Phones ist dank Wet Finger Tracking auch bei nassem Bildschirm noch ziemlich gut. Das wiederum gefällt mir.

Dual SIM & Speicher

Das IceFox (TM) Thunder lässt sich mit zwei SIM-Karten betreiben. Somit kann man auf zwei Nummern gleichzeitig auf einem Telefon angerufen werden und ebenso Anrufe von zwei verschiedenen Nummern tätigen. Die Einstellungen hierfür sind super easy und auch in der Bedienung scheint es keine Probleme zu geben. Allerdings geht der Akku bei der Nutzung von zwei SIM-Karten ordentlich in die Knie: Hat das Smartphone bei nur einer eingesetzten SIM laut Hersteller eine Standby-Akkulaufzeit von ca. 360 Stunden, beträgt die Laufzeit im Standbymodus bei zwei Karten nur noch ca. 120 Stunden. 

Der Speicher des Smartphones kann mit einer Micro SD-Karte auf bis zu 32 GB hochgeschraubt werden.

Sound

Lautsprecher und Hinweis auf IP 68 ZertifizierungDer Lautsprecher der Freisprecheinrichtung ist kaum auszuhalten. Er knarzt und quietscht, sobald er eingeschaltet wird. Entspanntes Musik hören im Park oder ein Skypeanruf sind somit fast unmöglich. Allerdings ist der normale Sound für’s Telefonieren vollkommen ausreichend, wenn nicht sogar gut.

Outdoortauglichkeit

Wie bereits weiter oben beschrieben, hat es Staub und sonstiger Unrat bereits ins Innere des Smartphones geschafft. Das darf bei einem angeblich IP 68-zertifizierten Handy natürlich nicht passieren. Wie diese Fussel da hineingekommen sind, kann ich mich nicht erklären, denn Spritzwasser kann das Telefon ganz gut ab — und nach der Benutzung in feuchter Umgebung findet man keine Feuchtigkeit im Apparat.

Einige Stürze hat das Telefon dank des fast umlaufenden Gummirings auch ganz gut überstanden. Es sind bis dato weder technische noch optische Mängel erkennbar. Dass die Scheibe (wie im Video von Jochen Kolbe weiter oben zu sehen) den Geist aufgibt, ist wahrscheinlich das Resultat eines sehr ungünstigen Aufpralls. Aber auch dann sollte das einem Outdoor-Smartphone nicht passieren.

Technische Daten
  • Marke und Modell: IceFox Thunder Betriebssystem Android 4.3
  • Qualcomm MSM8212 @ 1.2GHz QUAD CORE
  • Bildschirm: 4″ WVGA 480×800 LCD, Kapazitiver Multi-touch, Corning Gorilla Glass,
  • Wet Finger Tracking
  • Externer Speicher: Micro SD-Karte bis zu 32GB
  • Standby-Zeit :(Single SIM) 360h
  • Standby-Zeit : (Dual-SIM) 120h
  • Stimme Sprechzeit 450
  • Ladezeit <4 Stunden
  • Kamera: Dual-Kamera 4

Fazit zum Outdoor-Smartphone

Zu Beginn des Tests hätte ich das Telefon jedem Handwerker oder Bauarbeiter empfohlen. Auch ich hatte Freude an dem robusten Klotz, denn oft habe ich durch die Forstarbeit Sägespäne in den Hosentaschen, die sich all zu gern in meine vorherigen Smartphones gefressen haben. Das ist beim IceFox (TM) Thunder natürlich nicht der Fall. Aber selbst für Bauarbeiter ist das Smartphone in so fern nutzlos, als dass sie nicht einmal Fotos als Gedankenstütze oder von ihren Werken machen können. Wer darauf jedoch keinen Wert legt, ist mit dem Thunder gut bedient.

Ich selber werde das Thunder noch eine Weile nutzen, bis ich mir ein anderes Smartphone zugelegt habe. Zum Überbrücken dieses Zeitraums reicht das Outdoor-Smartphone vollkommen aus. Es ist halt auch nicht viel von einem Gerät für ca. 160 € zu erwarten.

Ein martialisch anmutendes Gerät

Allgemeine Infos zu IceFox

IceFox wurde im Jahr 2007 in Shenzhen/China gegründet und ist mittlerweile einer der größten Hersteller von Android-Dual-Sim- sowie Outdoor-Smartphones. Auf die Produktion von Android-Smartphones hat man sich seit 2012 spezialisiert, Outdoor-Smartphones entwickelt man dort erst seit 2013.

Konnte man IceFox-Smartpohones vorerst nur in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Südamerika kaufen, gibt es IceFox seit 2013 auch auf dem deutschen Markt.

Informationen über IceFox und die Outdoor-Smartphones gibt es auf der Webpräsenz der Firma oder auf der dazu gehörigen Facebook-Seite.

Weitere Bilder
Weitere Links



IceFox (TM) Thunder

159,00
IceFox (TM) Thunder
8

Preis

10/10

    Leistung

    9/10

      Gewicht

      5/10

        Outdoortauglichkeit

        8/10

          Bedienung

          9/10

            Pro

            • Robustes Design
            • Dual SIM
            • gute Akku-Laufzeit
            • schnelle Ladung des Akkus

            Kontra

            • hohes Gewicht
            • Kameras
            • Display
            • billiges Zubehör
            • Lautsprecher

            2 Kommentare

            1. Andreas Kaisser 28. Juli 2015 at 10:25 - Reply

              Finger weg von IceFox, betrügerisches Unternehmen!

              Bereits nach einem knappen Jahr ging die
              Ladebuchse nicht mehr und dann fiel der der Touch komplett aus.

              Auf Nachfrage beim Hersteller erklärte der sich
              bereitwillig zur Reparatur bereit.

              Das Handy ging mit der Post nach China, der
              Hersteller bestätigte den Erhalt und auch die erfolgreiche Reparatur.

              Wir einigten uns am 23.6.15 auf einen Transfer
              der Rücksendekosten per Paypal die ich sofort bezahlte.

              Das ist viele Wochen her, seither antwortet die
              Firma IceFox nicht mehr auf meine Anfragen und Handy kam auch keins zurück!

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