Canon PowerShot N – Eine Outdoor-Kamera?

Auf der Suche nach einer Outdoor-Kamera, an die ich spezielle Ansprüche habe, hatte ich Kontakt zu Canon bzw. zu der zuständigen Agentur. Man empfahl mir die Canon PowerShot N, die meinen Ansprüchen nahe kommen würde. Ob die Canon PowerShot N meinen Anforderungen gerecht wurde, versuche ich mal kurz zusammen zu fassen.

Eine kleine, kompakte Digitalkamera sollte es sein. Eine, die gute Fotos macht, ohne viel Schnickschnack. Wichtig auch, dass die Fotos mit GPS-Geodaten getaggt werden, denn das nachträgliche hinzufügen der Fotos zu bestimmten Orten z.B. auf Flickr war mir bisher ein Gräuel. Robust sollte sie sein und stoßfest. Mit ein bisschen Feuchtigkeit sollte sie auch umgehen können – und natürlich schnell in der Jackentasche verstaut sein. So gesehen eigentlich keine Anforderungen, die für einen Outdoorer all zu kompliziert sind.

Der Markt der Digitalkameras ist riesengroß, so groß sogar, dass man als Laie leicht den Überblick verliert, sofern man jemals einen Überblick hatte. Ich besitze eine Canon EOS 400D, mit der ich bisher gute Erfahrungen gemacht habe. Auch, wenn sie nicht mehr das neuste Modell ist. Im Sommer trage ich die EOS an einem Gürtelclip bei mir, sobald aber auch nur ein bisschen Regen aufkommt heißt es: Ab in den Rucksack damit. Für jedes Foto muss dann der Rucksack abgenommen und geöffnet werden, Kamera raus, knipsen, alles wieder Retour. Lästig! Ein Jackentaschen-Modell musste her. Und da ich mit Canon so zufrieden war, habe ich dort auch gezielt angefragt.

Erster Eindruck der Canon PowerShot N

Beim Durchstöbern der Produktseite von Canon dachte ich „Mensch, klein ist die ja und sieht auch schnuckelig aus. Da bin ich mal auf den Test gespannt.“ Dann kam das Paket und die Canon Powershot N war schnell ausgepackt. Das weiße Modell, das ich erhalten habe, lag gut in der Hand – sofern ich das sagen konnte, ohne je einen Knopf an der Kamera bedient zu haben. Ein kleiner weißer Kasten, viereckig und etwa 78,6 x 60,2 x 29,3 mm groß, nur 195 g leicht – inklusive Akku und Speicherkarte.

Bedienelemente an der Canon PowerShot NAber wo ist der Auslöser? Ich drehte das Gerät mehrfach um seine eigene Achse und fand drei kleine Tasten: On/Off, Play und eine Taste zum Verbinden mit dem Mobiltelefon. Und ein mir bis dahin nicht bekanntes Symbol über einem Schiebeschalter. Ah, und das Display konnte ich wegklappen. Okay, von Apple und Ikea bin ich es gewohnt, dass die Dinge sich in der Regel selbst erklären. Hier musste aber nun die Bedienungsanleitung her, denn eine Kamera ohne Auslöser kann man nur schwer benutzen. Nach ausgiebiger Studie der Anleitung stellte sich heraus, dass ein Ring am Objekt für den Zoom zuständig ist, ein weiterer dient als Auslöser. Verrückt. Das kannte ich noch nicht.

Merkmale der Canon PowerShot N

Doch das ist nicht das einzige außergewöhnliche Merkmal der Canon PowerShot N. Die in schwarz und weiß erhältliche Kompaktkamera fährt noch viele weitere Trümpfe auf:

Creative Shot

Um mit der 12,1 Megapixel starken Kamera in den „Genuss“ von Kreativität zu kommen, gibt es – und hier kommt der seitlich angebrachte Schalter mit dem mir bislang unbekannten Symbol ins Spiel – einen sogenannten „Creative Shot“. Dieser macht mit einem Klick sechs verschiedene, kreative Bilder aus einer Aufnahme. Ein bisschen Schnickschnack, den man nicht braucht, wenn man ein Grafikprogramm bedienen kann. Für den Grafik-Laien aber sicher ein nettes Feature.

WLAN und GPS

Wie bereits oben erwähnt war ich ursprünglich auf der Suche nach einer Kamera, die mittels GPS die Fotos geotaggen kann. Das kann die Canon PowerShot N auch, aber leider über einen Umweg. Die PowerShot N nutzt für die Ermittlung des Standortes das Mobiltelefon, sofern dieses durch das Drücken der Taste an der Seite mit der Kamera verbunden ist. Zusätzlich muss die App Canon CameraWindow (Canon CW) installiert sein, die es für iOS und Android gibt. So weit alles kein Problem, vorausgesetzt, man besitzt kein Windows Phone.

Ein weiterer Punkt, der natürlich angesprochen werden muss: Die Nutzung des Geo-Tagging über das GPS des Mobilgerätes saugt ganz schön am Akku des Smartphones. Wenn ich meine Route aufzeichne, hin und wieder etwas twittere oder vereinzelt Informationen zu Sehenswürdigkeiten über das iPhone abrufe, stellt das Geo-Tagging der Canon PowerShot N eine erhebliche zusätzliche Akku-Belastung dar. Allerdings funktioniert das Tagging über das Mobiltelefon recht gut. Für den Normalgebrauch also ein sehr cooles Feature, für mich unterwegs eher unausgereift und fraglich, warum nicht direkt ein GPS-Chip in der Kamera verbaut wurde.

Zoom & Shoot Rings

Zoom & Shoot-Rings an der Canon PowerShot NWie bereits erwähnt, befindet sich der Haupt-Auslöser der Canon PowerShot N unmittelbar vor dem Zoom-Ring am Objektiv der Kamera. Zwar wäre auf dem ungewöhnlich kleinen Gehäuse der PowerShot noch Platz für einen Auslöser gewesen, aber die Variante mit dem Auslöse-Ring ist dann doch die platzsparendere und außergewöhnliche Lösung. Allerdings kann man auch den LCD-Bildschirm so einstellen, dass er als Auslöser genutzt werden kann. Dazu im nächsten Abschnitt mehr. Kommen wir also zum Display.

Touchscreen-LCD

Wer einmal ausgiebig die Einstellungen der Canon PowerShot N durchgeht, wird schnell herausfinden, dass man das LCD-Display auch als Auslöser nutzen kann. Ein Antippen des Bildschirms reicht nach dem Einschalten dieser Funktion aus. Zudem kann man einen Bereich auswählen, auf den die PowerShot fokussieren soll.

Das Display der Canon PowerShot N im EinsatzDer aufklappbare, 7,1 cm (2,8 Zoll) große PureColor II G Touchscreen-LCD (TFT) der Canon PowerShot N mit ca. 461.000 Bildpunkten lässt sich im 90°-Winkel von der Kamera weg klappen, wodurch die Bedienung aus fast jeder Position möglich ist. Da auch Bilder über Kopf gemacht werden können und der Display-Inhalt sich automatisch mitdreht, eine echt praktische Lösung. Ich persönlich nehme gerne Fotos und Video aus der Froschperspektive auf. Klappe ich dafür den Bildschirm nach oben, brauche ich mich nicht auf dem Bauch hinter Display herumzusuhlen. Winkelt man das Display nur leicht an, dient es zudem als Ständer für die Kamera – vorausgesetzt, sie steht auf ebenem Untergrund.

Sonstige Features der Canon PowerShot N

Nun habe ich einen kleinen Überblick über die vier Hauptmerkmale der Canon PowerShot N gegeben. Natürlich besitzt die kleine Hosentaschenkamera noch weitere Features, die ich hier jedoch nicht weiter ausführen möchte. Wer genaue Details zu Bildsensor und -prozessor, Belichtung, Blitz und Co. benötigt, findet alle technischen Details auf der Produktseite der Canon PowerShot N.

Fazit – Ist die Canon PowerShot N eine Outdoor-Kamera?

Da ich eigentlich auf der Suche nach einer Kamera war, die meinen oben aufgeführten Ansprüchen entsprechen sollte, muss ich vorerst mal mit „Nein“ antworten. Merkmale einer Outdoorkamera wie Wasserdichtigkeit, robustes Gehäuse etc. besitzt die Canon PowerShot N nicht. Dafür passt sie dank ihrer kompakten Größe gut in jede Hosen- oder Jackentasche. Sie ist schnell aktiviert und kann auch dank des schnell einstellbaren Displays gute Schnappschüsse machen. Die Qualität der Fotos ist meines Erachtens gut – natürlich nicht zu vergleichen mit den Fotos einer Spiegelreflexkamera, aber ausreichend für Fotos von Wanderungen usw.

Die Lösung des Geo-Taggings über das Mobiltelefon finde ich für den urbanen Zweck oder für Partyfotos eine nette Sache, für meine Bedürfnisse ist diese Lösung jedoch unzureichend. Ich frage mich eh, warum die Hersteller von Digitalkameras nicht pro forma einen GPS-Sensor in ihren Kameras verbauen. Fast jedes Smartphone dieser Erde ist den Kameras da um einiges voraus.

Canon PowerShot N mit klappbaren DisplayDie Canon PowerShot N hält noch ein paar nette Gimmicks bereit, auf die ich hier nicht gesondert eingegangen bin, da ich sie nie wirklich gebraucht habe. So gibt es z. B. eine Superzeitlupe-Movie-Funktion, einen ECO-Modus zum Stromsparen und die Möglichkeit, Filme in Full HD aufzunehmen. Eigentlich nichts, was andere Kameras nicht auch können. Allerdings finde finde ich die Idee mit dem – natürlich nicht ganz so neuen – klappbaren Display ganz nett, da es mir bei meinen Aufnahmen bisher fast immer geholfen bzw. als Ständer für die Kamera gedient hat.

Wer also ohne viel Aufwand ein paar kreative Bilder auf der nächsten Party oder beim Spieleabend mit Freunden machen möchte, ist mit der Canon PowerShot N bestens bedient. Die Kamera im Hosentaschenformat ist der ideale Begleiter für Schnappschüsse und sorgt sicher für den ein oder anderen Spaß im Freundeskreis. Als Outdoorkamera kann man die PowerShot allerdings nicht bezeichnen, obwohl ich sie schon auf einigen Touren dabei hatte und bisher keine optischen Mängel durch hinfallen o. ä. feststellen konnte. Auch geringe Mengen an Feuchtigkeit hat sie bisher ganz gut verkraftet.

Wer also nicht so viele Ansprüche an eine kompakte Digitalkamera für seine Wanderungen stellt, wird mit der Canon PowerShot N bestimmt seine Freude haben.

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