Auf den Trails im Rurtal bei Monschau

Bevor es gestern zum Teamwochenende nach Kall ging, machte ich einen kurzen Abstecher nach Monschau. Die Tour „Romantisches Rurtal hatte ich schon seit ein paar Wochen auf meiner Liste. Gestern wollte ich sie dann mal entspannt laufen.

Mein Auto stelle ich auf dem Parkplatz nahe des Jugendzeltplatzes Dreistegen ab. Da es immer wieder schauert, ist hier nichts los. Allerdings habe ich das Eifel-Wetter ein wenig unterschätzt: Schon auf der Fahrt kann ich den Temperaturen auf der Anzeige beim Sinken zusehen und so werden aus 6,5° C schnell nur noch 1,5° C – und da ist die kurze Laufhose nicht die idealste Wahl.

Leicht bekleidet mache ich mich also vom Wanderparkplatz auf in Richtung Hauptstraße, an der auf der gegenüberliegenden Seite die Gebäude einer ehemaligen Reißwollfabrik daran erinnern, dass Monschau einst zu den namhaften Tuchmacherzentren Europas zählte. Heute findet man in dem ehemaligen Maschinenhaus ein Kunstatelier. Rechts herum geht es über eine Brücke, die über einen heftig tosenden Wasserfall führt und dann direkt in den Wald. Ein Blick auf das Höhenprofil der Strecke lässt erahnen, dass es bereits zu Beginn der Tour heftig bergauf geht. „So muss das sein“, denke ich und quäle mich ein bisschen selbst.

WegmarkierungÜber einen schmalen, felsigen Pfad geht es ein paar Kilometer bergauf und ich muss mich konzentrieren, um im knöcheltiefen Wasser, das mir von oben über den Weg entgegen fließt, nicht wegzurutschen. Große glitschige Felsplatten sorgen zwischenzeitlich nicht für den besten Halt, im pitschnassen Matsch rutsche ich immer wieder zurück. Vorbei an Weideflächen und durch die Quellmulde des Hasselbachs gelange ich nach 2,2 km und 127 Höhenmetern über einen langen gerade Wirtschaftsweg, der damals in mühevoller Handarbeit mit einer Packlage befestigt wurde, um das Einsinken schwer beladener Fahrzeuge in den weichen Untergrund zu verhindern, an den höchsten Punkt der Rundtour. Hier biege ich rechts ab und verschwinde wieder im Wald und lasse es bergab ein bisschen laufen, bis ich auf einen breiten Forstweg gelange. Nun geht es erst einmal relativ eben weiter durch das Naturschutzgebiet Oberes Rurtal mit den Felsbildungen der Ehrensteinley. Durch die Baumwipfel erkenne ich schon das ehemalige Prämonstratenserkloster Reichenstein, das nun von den Benediktinern betrieben wird. Das Kloster Reichenstein wurde um 1132 statt einer Burg für die Herren von Limburg am linken Rurufer errichtet.

Über einen steilen felsigen Pfad geht es bergab zur 1926 erbauten Norbertuskapelle, die an den Gründer des Prämonstratenserordens sowie an die Mönche und Nonnen von Reichenstein erinnert. Auf einer Bank vor der Kapelle sitzt eine Frau, die mich nach der Uhrzeit fragt und mich in ein Gespräch verwickeln will. Schnell weg hier!

Kloster ReichensteinVom Parkplatz Kreuz im Venn aus habe ich einen fantastischen Blick auf das Kloster Reichenstein. Aber auch hier will ich nicht zu lange verweilen und laufe ein Stückchen bergauf, bis ich auf die Trasse der ehemaligen Vennbahn gelange, die damals Aachen auf dem kürzesten Wege mit Luxemburg verband. Im Laufe der letzten Jahre ist hier die RAVeL-Route 48 entstanden, ein Fernradweg über 130 km. Ich bleibe für ca. 1,4 km auf dem frisch geteerten Weg, der mich über das Viadukt Reichenstein führt. Von der ehemaligen Eisenbahnbrücke aus kann ich zur rechten Seite einen letzten Blick auf das Kloster Reichenstein werfen, das ich mittlerweile in einem großen Bogen umrundet habe. Zur linken Seite des Viadukts sehe ich nur kurz die Reichensteiner Klostermühle.

Brücke über den SchlüsselbachIch verlasse die Vennbahntrasse nach rechts und laufe ein kurzes Stück hinunter ins Rurtal, wo ich der insgesamt 165 km langen Rur bis zum Ausgangspunkt meiner Tour folge. Immer wieder fließen kleine Bächlein wie der Bettebach oder der Schlüsselbach in die Rur, die mal still, mal wild vor sich dahin fließt. Es ist matschig und mittlerweile spüre ich die Kälte kaum noch, da der kalte Eifel-Wind den Weg bis ins Tal anscheinend nicht findet.

Die Schutzhütte „Fischerhütte“ erinnert an ein Ausflugslokal, das sich hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand. Wenige hundert Meter weiter laufe ich am Jugendzeltlagerplatz Dreistegen vorbei, wo sich einst die „Flussbadeanstalt“ Monschau befand. Nach 7,8 km komme ich wieder am Wanderparkplatz an und setze meinen Weg zum Teamwochenende nach Kall fort.

2 Kommentare

  1. Den „heftig tosenden Wasserfall“ nennt man in Paddlerkreisen auch „Knochenbrecher“. Eigentlich ist der ganz harmlos, wird aber dennoch von vielen gemieden. Meist steigt man am Parkplatz aus, trägt ein Stück zum Perlbach hoch und geniesst den spritzigen Abschnitt bis zur Rur.
    Ach ja, Monschau ist schon ein schickes Örtchen…

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