Auf dem Wildnistrail durch die Eifel

Am 16. und 17. April ging’s auf die erste Tour durch die Eifel. Ausgesucht hatten wir uns den in unserer Region vielfach beworbenen Wildnis-Trail, dessen letzte drei von vier Etappen wir an drei Tagen bewältigen wollten. Aufgrund des Wetters brachen wir zwar nach Tag 2 unsere kleine Reise ab,jedoch gibt’s trotzdem genug zu berichten:

Mit dem Bus ging es morgens vom Aachener Hauptbahnhof in einer 1 1/2 stündigen Tour nach Einruhr am Rursee. Mit nur einem Umstieg eine durchaus zu ertragende Anreise. Bereits im Bus machten sich erste Raumprobleme mit unseren riesengroßen Rucksäcken breit. Dazu aber später mehr.

In Einruhr angekommen hieß es erst einmal GPS anschalten, Routenmarkierungen suchen, etc. Diese waren schnell gefunden, auch wenn sie direkt zu Beginn ein wenig irreführend waren. Hier sei angemerkt, dass der Wildnis-Trail aus insgesamtvier Etappen besteht und wir bei der zweiten starteten. Vielleicht war das der Grund für die kurze Irreführung durch verschiedene Markierungen.

Donnerstag, Tag #1

Der Rursee lässt in Einruhr nicht allzu lange auf sich warten – und so kamen wir bereits nach wenigen Metern ans Wasser. Bei Doris machten sich bereits schon hier erste Stiche im Rücken bemerkbar. Meines Erachtens lag das auch an der sicher nicht mehr zeitgemäßen Art des Rucksacks, aber das wird sich (hoffentlich) bei einer der nächsten Geschenke ändern.

Vorbei am Rusee ging es dann innerhalb von 3 km von 277 bis auf 515 m über NN hoch, bis wir einen super Blick auf die Urftstaumauer hatten. Der entschädigte dann auch ein wenig die Ackerei mit den viel zu überladenen Rucksäcken, die uns auf dem Rest der Strecke noch (fast) den Spaß verderben wollten. Nunja, ganz so schlimm war’s nicht, aber wir hatten für die geplanten 3 Tage wirklich viel zu viel Krempel dabei. Mit dem mitgeführten Gepäck überwintern andere 2 Wochen unterhalb eines isländischen Vulkans und haben selbst dann noch zu viel dabei… Das bekamen wir zum ersten Mal in Wollseifen zu spüren, wo wir auf die ersten Menschen seit 10 km trafen. Das Pärchen, das wir da trafen, machte die selbe Tour und jeder der beiden hatte einen Rucksack, der in meinen (27 kg schweren) Rucksack geschätzte 3 Mal reingepasst hätte. Erste Zweifel machten sich bei uns (Neu-)Wanderern breit. Während Doris mit ihren Rückenschmerzen kämpfte, überlegte ich bereits, wo und wann die neuen Rucksäcke gekauft werden.

Von Wollseifen hatte ich bereits gehört, als ich im Sommer 2008 zum ersten Mal auf der benachbarten Ordensburg Vogelsang war, jedoch hatte ich auf der Exkursion nciht genug Zeit, um mir den verlassenen Ort einmal genauer anzuschauen. Wollseifen selber wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges von den Briten geräumt, um dort den Truppenübungsplatz für Vogelsang anzulegen. Im Jahr 1950 wurde er dem belgischen Militär übergeben. Seit dem 31. Dezember 2005 ist das Geisterdorf auf Wanderwegen auch für die Öffentlichkeit zugängig.

Durch ein weiteres Tal ging’s von Wollseifen zur ehemaligen Ordensburg Vogelsang, wo ich im Sommer 2008 bereits mehrere Male mit den Kindern und Jugendlichen der Werkwochen war. Dort gab es erst einmal eine warme Mahlzeit im Touristen-Café. Kaum zu glauben, wie gut eine Bockwurst mit Pommes nach fast 13 km schmeckt… Frisch gestärkt konnte ich Doris dann noch ein paar Gebäude und Besonderheiten auf dem Gelände zeigen bevor wir an einer Panzerstraße nahe dem Gelände den ersten Geocache des Tages heben konnten. Wenn man sich für Geschichte interessiert, sei einem Vogelsang sehr ans Herz gelegt. Eine der zahlreichen Führungen zu speziellen Themen (Architektur, Leben auf Vogelsang, etc.) ist ebenfalls ratsam, da die Führer sehr viel zu erzählen wissen. Wenn ich richtig gesehen habe, gibt es im ehemaligen Frauenhaus auf Vogelsang ab 2010 ein Gästehaus, in dem übernachtet werden kann. Das ist ratsam, wenn man alles Vogelsang sehen möchte.

Von Vogelsang aus führt ein schöner Streckenabschnitt über die Kickley bis nach Gemünd herunter. Etwa 3 km vor Gemünd vielen die ersten Regentropfen, aber nicht so wild, dass Regenschutz von nöten gewesen wäre. So zogen wir also ziemlich groggy in Gemünd ein und fragten uns durch bis zur Jugendherberge. Dort hieß es dann erst eiunmal Mitglied im DJH werden und Zimmer beziehen. Mit dem Zimmer hatten wir Glück und bekamen ein Zimmer für uns alleine, inklusive Dusche und WC. Die Dusche wurde dann auch sofort einmal geteste – dann ging es in den Ort zur Nahrungsaufnahme… In dem Imbiss in Gemünd wurden wir Zeugen einer einmaligen Geschäftsidee: Pommesbude mit integriertem Internetcafé! Zurück in der Jugendherberge störten uns die etwa 20 feiernden Jugendlichen auf dem Gang nur noch wenig beim Einschlafen.

Freitag, Tag #2

Mit einem ausgiebigen Frühstück gestärkt machten wir uns am Freitag Morgen auf in den Regen. Die ersten 200 Höhenmeter bis Wolfgarten wurden unter dem Regenponcho zur Herausforderung und die schweren Rucksäcke drückten mehr als am Vortag, aber unserer Laune konnte das keinen Abbruch schaffen. Beide spielten wir aber mit dem Gedanken, das Projekt abzubreche, falls sich das Wetter nicht bessern sollte – und das Wetter besserte sich nicht… So entschlossen wir uns, beim vorgegebenen Weg ein wenig zu “schummeln” und schlugen den direkten Weg zum Kloster Mariawald ein, in das ich unbedingt einkehren wollt. Dort waren wir früher in fast jedem Winter, da sich an das Kloster eine der besten Rodel-Pisten Deutschlands anschließt ;) Das letzte Mal, dass ich in Mariawald war, muss ca. 12 oder 13 Jahre her sein. Trotzdem sieht es dort noch aus wie vpr über einem Jahrzehnt – und die Erbsensuppe der Trapistenmönche schmeckt immer noch so saugut wie damals, so dass ich das Mehr-Gepäck von 2 Dosen Erbsensuppe für zu Hause in Kauf nahm.

Mit der besten Erbsensuppe Deutschlands gestärkt, ließen wir es und auch bei dem Sauwetter nicht nehmen, unseren ersten eigenen Cache der Erbsensuppe zu stiften. Entlang der Mauer des Klosters für der Kreuzweg, an dessen Rand sich nun unser Cache befindet und die Leute (hoffentlich) in die Klosterkantine einkehren lässt. Der Cache “Erbsensuppe” (GC1Q5KQ) ist bei geocaching.com gelistet. Dort findet ihr auch die Koordinaten, falls ihr euch auf die Suche machen wollt.

Da nun unser erster eigener Cache versteckt war, konnten wir uns getrost auf den Weg in Richtung Bahn machen. In Heimbach angekommen hatten wir beide nicht mehr wirklich Lust, durchnässt die Nacht im Zelt zu verbringen und zogen es vor, mit der Rurtalbahn von Heimbach über Düren nach Aachen zu fahren. Zwar kam so unser neues Zelt nicht zum Einsatz, aber da das bestimmt nicht die letzte Tour war, habe ich keine Zweifel, dass das Zelt nicht doch noch zum Einsatz kommt.

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