Auf dem Pingenwanderweg den Bergmännern auf der Spur

Rund um den Ort Kall erstreckt sich über gut 11 km der Pingenwanderweg, der auf 21 Schautafeln die Geschichte des Bergbaus in der Region erzählt. Stets um uns herum, mal versteckt im Wald, manchmal auch direkt am Wegesrand, sind die Pingen, die alten Abbaustätten, aus denen Erz gefördert wurde. Auch der Eifelsteig begleitet uns auf der zweiten Hälfte der Tour für einige Zeit.

Wir starten im Ortskern von Kall und parken in der Straße „Im Sträßchen“. Sonntags kostet das Parken hier nichts und wir können unbeschwert den Ort in Richtung Norden verlassen. Nachdem wir die Gemünder Straße überquert haben, nehmen wir ein paar Meter weiter ortseinwärts einen schmalen Pfad, der uns zwischen zwei Häuser hinauf zu einem Grillplatz leitet. Dort biegen wir links in einen Hochpfad ein, der uns oberhalb der Gemünder Straße zur ersten Schautafel leitet.

Der Pfad schlängelt sich einige Zeit zwischen den Bäumen hindurch, bis wir nach einem kurzen Abstieg auf einem Schotterparkplatz landen. Von hier aus geht es ein paar Metern neben der Gemünder Straße her und wir werden zum ersten mal Zeugen der Geschichte: Ein römischer Steinbruch erscheint imposant über unseren Köpfen.

Quaderförmig haben hier bereits die alten Römer Buntsandstein für ihre Häuser, Wassersysteme oder Grabdenkmäler freigeschrotet. Die Schlegelspuren an den Steintreppen lassen darauf schließen, dass der Steinbruch im 2./3. Jahrhundert einem Privatunternehmer gehörte, der hier gelegentlich Steine abbauen ließ.

Hinter dem Steinbruch wechseln wir die Straßenseite und gehen bergauf durch das Fahrenbachtal. Über abenteuerliche Weg und eine große Wiese treffen wir auf dem Kamm auf den Eifelsteig, der uns nun immer wieder begegnen wird. Ebenfalls treffen wir an der kleinen Kreuzung auf eine dreiköpfige Wandertruppe, die für lange Zeit die einzigen Menschen sind, denen wir begegnen. Wir biegen links ab und folgen sowohl Pingenwanderpfad als auch Eifelsteig eine Weile, bis wir nach einem weiteren Anstieg auf der Kindsharth (525 Meter) angelangt sind. Dem Schild, das uns darauf hinweist, dass wir uns in einem Bergsenkungsgebiet befinden, folgen wir und verlassen so den Eifelsteig für eine Weile.

Der Weg führt uns nun mit kleinen Schlenkern vorbei an Zeugen der Bergbaugeschichte. Wir können uns eine ziemlich große Erzförderstätte mitten im Wald anschauen und ein Mal um sie herum laufen. Das Loch ist wahrscheinlich das größte auf der gesamten Route, da die sonstigen Pingen wesentlich kleiner wirken.

Über den Fahrweg gelangen wir wieder auf den Eifelsteig und folgen dem Wegeduo Pingenwanderweg/Eifelsteig eine Weile, bis wir rechts in einem sehr schmalen Pfad einbiegen müssen. Der abenteuerliche Weg verwandelt sich nach wenigen Metern aber auch schon wieder in einen Forstweg, der uns durch das Grubenfeld Stahlberg führt. Hier sieht die Waldlandschaft wie von Kratern übersät aus. Überall sind Pingen in den Waldboden getrieben worden, daneben das Gestein aufgeschüttet. Ein bizarres Bild. Vorbei an den Kratern gelangen wir über eine Wiese zum Ort Golbach, wo sich eine Einkehrmöglichkeit direkt am Weg befindet.

Wir durchqueren den Ort und steigen auf der gegenüber liegenden Seite hinauf auf die Loshardt und den Pferdekopf, wo Heidekraut den Waldboden in ein Meer aus Lila färbt. Vorbei an den ersten Zeichen der Zivilisation steigen wir eine steile Treppe hinab zum Berufskolleg Kall, von wo aus es nur wenige Meter bis zu unserem Auto sind.

Aufgrund der spätsommerlichen 29°C treten wir sichtlich erschöpft die einstündige Heimfahrt an.

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